Über den Durst
Selbsterkenntnis ist erster Schritt aus der Alkoholsucht

Zwischen Alkoholgenuss und Alkoholsucht befindet sich ein schmaler Grat, der manchmal leicht und oft auch unbewusst überschritten wird.
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  • Foto: runzelkorn/fotolia
  • hochgeladen von Lisa-Maria Langhofer

In Österreich gelten fünf Prozent der Bevölkerung als alkoholabhängig, das entspricht etwa 370.000 Personen. In Oberösterreich sind es rund 60.000. Verschiedene Anzeichen weisen auf eine Alkoholsucht hin, ein Weg führt wieder aus der Sucht heraus: Selbsterkenntnis.

OÖ. "Es beginnt damit, dass jemand das zwanghafte Verlangen verspürt, Alkohol zu trinken", sagt Felix Bär (Name von der Redaktion geändert) von den Anonymen Alkoholikern (AA). Der Betroffene hat Entzugserscheinungen, sobald der Alkoholkonsum eingeschränkt wird, und trinkt, um diese zu lindern. Die Toleranzgrenze muss immer wieder erhöht werden, um denselben Effekt zu erzielen. Bär:

"Alkoholiker wollen oft nicht wahrhaben, dass sie die Grenze zur Abhängigkeit überschritten haben. Sie reden sich ein, jederzeit aufhören zu können."

Das Gespräch suchen

Eine landesweite Befragung des Instituts Suchtprävention ergab, dass 56,3 Prozent mindestens einmal pro Woche Alkohol trinken. Einen leichten Rückgang gibt es beim täglichen Konsum mit 2,83 Prozent im Vergleich zu 2006 mit 3,8 Prozent. Knapp 18 Prozent der Oberösterreicher nehmen Alkohol in einem gesundheitsschädigenden Maß zu sich. Eine Sucht macht sich für Außenstehende vor allem durch körperliche Merkmale und auffälliges Verhalten bemerkbar. Bär beschreibt, wie diese aussehen:

"Alkoholiker nehmen oft sehr stark ab, haben kein Appetit, leiden oft an Übelkeit, schwitzen leicht und neigen zu Hautveränderungen."

Um aus der Spirale wieder auszubrechen, helfe zunächst Selbsterkenntnis. Der Betroffene müsse sich eingestehen, das er zu viel Alkohol trinkt, und könne dann das Gespräch mit einem Arzt oder Psychologen suchen, oder er nimmt Kontakt mit einer Selbsthilfegruppe oder Entzugsklinik auf. Die Behandlung reicht von einem Aufenthalt in einer stationären Einrichtung über einen Krankenhausaufenthalt im akuten Stadium bis hin zu ambulanten Programmen. Bär weiß:

"Eine professionelle Beratung und Überwachung ist unerlässlich für den langfristigen Behandlungserfolgserfolg."

Ein einfacher Weg ist das nicht, muss der Patient nach Verlassen der Klinik doch sein neu erlerntes Verhalten erst in den Alltag umsetzen. Um einen Rückfall zu vermeiden, hilft der Austausch mit anderen Betroffenen, etwa in Selbsthilfegruppen wie den AA. Vollständig geheilt werden kann die Krankheit allerdings nicht, nur zum Stillstand gebracht. Wie das funktioniert? Bär:

"Indem der Alkoholiker keinen Alkohol mehr trinkt."

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