Menschen im Gespräch
"Jeder möchte begehrt werden"

Ulli Ullmann stellt sich die Frage nach dem Gefallen und der Überwindung von Grenzen und Normen.
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  • Ulli Ullmann stellt sich die Frage nach dem Gefallen und der Überwindung von Grenzen und Normen.
  • Foto: Fotoatelier Mirek Dworczak
  • hochgeladen von Silvia Gschwandtner

Ulli Ullmann überschreitet gerne Grenzen. Auch vor Tabu-Themen schreckt die Linzerin nicht zurück.

LINZ. Ulli Ullmann ist Tänzerin und erfüllt sich gerade einen Lebenstraum. Gemeinsam mit Choreografin Ilona Roth erarbeitete sie ein sehr persönliches Tanzstück, das nun beim sicht:wechsel-Festival Premiere feiert. Es handelt von ihr selbst, einer Frau im Rollstuhl.

Tanz und Rollstuhl wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Sie lassen sich aber davon aber nicht aufhalten?
Tanzen ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Ich habe immer getanzt, ob in Discos oder auf Partys. 2009 bin ich zum Casting für die Aidsgala „Überdosisgfühl“ im Landestheater und dort mit den Worten: „Cool, dass du da bist. Was wir da alles machen können“ empfangen worden. Seither hab ich bei den unterschiedlichsten Projekten mitgewirkt. Das Tanzstück „Ulli Ullmann“ ist mein Lebenstraum.

Bei der Klangwolke 2018 waren Sie als Statistin in 60 Metern Höhe mit dabei, als erste Person im Rollstuhl. Sie stellen sich anscheinend gern Herausforderungen?
Herausforderungen? Ich mag es gerne Neues zu versuchen, an Grenzen zu gehen oder auch Grenzen zu überschreiten, was wir ja auch im Stück „Ulli Ullmann“ machen. Ich versuche mein Leben einfach mit Aktivitäten zu füllen, die mir Spaß machen und werde dabei immer wieder überrascht vom Glücksgefühl.

Im sehr persönlichen Stück „Ulli Ullmann“ werden die Themen Begehren, Sexualität und Erotik angesprochen. Was wollten Sie damit zeigen?
Eine Tänzerin im Rollstuhl, die von der Gesellschaft üblicherweise nicht mit Erotik in Verbindung gebracht wird, nimmt Bezug zu ihrem Körper als Objekt der Begierde. Schlagworte wie Weiblichkeit, Ästhetik, Attraktivität werden dabei infrage gestellt. Das ist unglaublich spannend.

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit den anderen Tänzern empfunden?
Dieses Thema künstlerisch zu erarbeiten in dieser Konstellation, mit einer Profitänzerin, einem Profitänzer und eine Tänzerin im Rollstuhl ist schon etwas sehr Besonderes, vielleicht sogar Einzigartiges. Da geht es auch um das Verschmelzen eines sogenannten „kaputten Körpers“ mit den „perfekten Körpern“ der Profitänzer. Die Sehnsucht des Begehrtwerdens ist nicht etwas, das sich auf Menschen mit Beeinträchtigung beschränkt. Es betrifft uns alle. Es redet nur niemand darüber.

Ausschnitte davon wurden ja bereits beim TanzhafenFestival gezeigt. Wie waren die ersten Reaktionen?

Faszination, Bewunderung, Erstaunen und Begeisterung.

Wie würden Sie als Mensch, im Speziellen als Frau im Rollstuhl, gern von der Gesellschaft wahrgenommen werden?
Als eine Frau, die hier großartige künstlerische Arbeit macht.

Was würden sie Menschen raten, die durch einen Unfall oder Krankheit plötzlich mit körperlichen Einschränkungen konfrontiert sind?

Ich glaube nicht, dass es mir zusteht, jemandem etwas zu raten.
Vielleicht würde ich aus meinem Leben erzählen, das erfüllt ist mit jeder Menge tollen Begegnungen und Erlebnissen.

Was motiviert Sie persönlich?
Mein aufregendes, spannendes Leben

Termine und Tickets für "Ulli Ullmann"

Die Uraufführung des Tanzstücks "Ulli Ullmann" findet am 6. Juni um 17 Uhr und um 19 Uhr im Rahmen des sicht:wechsel Festivals im Musiktheater (BlackBox) statt. Tickets sind um 19 Euro HIER online erhältlich.

Autor:

Silvia Gschwandtner aus Linz

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