Insolvenzzahlen steigen an
Pleitegeier kreist über vielen Linzer Unternehmen
- Vor allem energieintensive Betriebe hadern in der Landeshauptstadt mit den hohen Kosten.
- Foto: Borealis
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Linz hatte 2025 mit wachsenden Insolvenzzahlen zu kämpfen, die Zahl der Unternehmens-Neugründungen stieg allerdings ebenfalls an.
LINZ. Die wirtschaftlich bescheidene Lage in Österreich schlägt sich auf die Anzahl der Insolvenzen in der Landeshauptstadt nieder. So schlitterten gemäß Statistik des KSV1870 im Vorjahr 177 Unternehmen im Bezirk Linz-Stadt in die Insolvenz. 2024 waren es mit 159 Betrieben noch etwas weniger. Pleiten-Treiber sind laut dem Kreditschutzverband die anhaltend hohen Kosten, schwache Nachfrage sowie eine Rezessionsumgebung, die heimische Unternehmen stark belasten. Oft sei die fehlende Liquidität der entscheidende Engpass, weiß Petra Wögerbauer, Leiterin KSV1870 Region Nord.
- Petra Wögerbauer, Leiterin KSV 1870 Region Nord.
- Foto: KSV 1870
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So führten weitere 70 Insolvenzanträge mangels Kostendeckung zu abgewiesenen Verfahren. In diesen Fällen waren im insolventen Unternehmen keine 4.000 Euro mehr verfügbar, um die Gerichtskosten zu finanzieren. "Nachdem zu lange mit dem Insolvenzantrag zugewartet wurde, müssen diese Unternehmen liquidiert werden. Die Rechnung für die Konkursabweisungen begleichen Gläubiger und Steuerzahler", so Wögerbauer.
"Richtige Schritte für den Industriestaat"
Der Linzer Wirtschafts-Stadtrat Thomas Gegenhuber (SPÖ) spricht von einer schmerzhaften Entwicklung und fordert den Willen zur Zusammenarbeit, "um wieder auf einen stärkeren Wachtumspfad zu kommen." Die Bundesregierung setze richtige Schritte für den Industriestaat. "Leistbarer Strom und schnellere Verfahren sind entscheidend. Wenn wir Wachstum und Beschäftigung sichern wollen, braucht der Industriestandort Österreich jetzt klare Unterstützung und verlässliche Rahmenbedingungen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Maßnahmen auch rasch umgesetzt werden, damit die Zuversicht auf eine positive wirtschaftliche Entwicklung steigt."
- Thomas Gegenhuber (SPÖ), Stadtrat für Wirtschaft & Innovation.
- Foto: Antje Wolm
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Mehr Neugründungen 2025
Die Stadt Linz versucht mit Maßnahmen gegenzusteuern – und setzt auf regionalen und fairen Einkauf. So gingen 2024 79 Prozent aller Aufträge an regionale Klein- und Mittelbetriebe. "Damit leisten wir unseren Beitrag, dass das österreichische Steuergeld in unserem Wirtschaftskreislauf bleibt. Wir setzen auch auf Entbürokratisierung und Digitalisierung, um die Serviceorientierung zu erhöhen und die Verfahrensdauer von Genehmigungen zu reduzieren", betont Gegenhuber, der gleichzeitig die positive Entwicklung bei Neugründungen hervorhebt.
"Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Neugründungen auf 981 – ein Plus von 14,1 Prozent. Unter den Neugründungen sind sowohl Unternehmen in traditionellen Branchen als auch Start-ups in den Zukunftsbranchen. Die Stadt unterstützt innovative Zukunfts-Start-ups – damit leisten wir einen Beitrag, dass in Linz die Jobs von morgen entstehen."
- Klaus Schobesberger, Obmann der WKO Linz-Stadt.
- Foto: Röbl
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"Neue Impulse notwendig"
Die positive Entwicklung bei Firmengründungen verfolgt auch WKO-Linz-Stadt-Obmann Klaus Schobesberger genau: "Linz ist durch seine zentrale Lage, die starke Wirtschaftsstruktur und ein gutes Umfeld für Gründer attraktiv. Besonders stark wachsen Bereiche wie Dienstleistungen, Beratung und IT, aber auch die Kreativwirtschaft sowie die Güterbeförderung." Schon jetzt begleite man Unternehmen mit einem breiten Leistungsangebot. "Ob Betriebsberatung, Förder- und Finanzierungsservice oder Formaten zu Zukunftsthemen wie dem KI-Tour oder dem Handelsbrunch – wir unterstützen die Betriebe bestmöglich durch die Transformation."
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