10 Jahre Frauenwahlrecht
Als Frauen erstmals die Wahl hatten

Das Sujet zur aktuellen Ausstellung.
  • Das Sujet zur aktuellen Ausstellung.
  • Foto: Archiv der Stadt Linz
  • hochgeladen von Christian Diabl

Anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht wird am 9. Mai im Foyer des Alten Rathauses eine Wanderausstellung eröffnet, die bis September an verschiedenen Standorten in Linz gezeigt wird.

LINZ. Vor 100 Jahren durften Frauen in Österreich das erste Mal wählen. Mit der Wanderausstellung „Die Wahlzelle“ wird jetzt an diese Zeit erinnert. Zu sehen sind mutige, selbstbewusste und kritische Frauen, die das Recht auf politische Mitbestimmung erkämpft haben. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 wurde das Frauenwahlrecht festgelegt. Zuvor hatten sich vor allem sozialdemokratische Frauenorganisationen für das Frauenwahlrecht stark gemacht. Als am 16. November 1918 der provisorische Linzer Gemeinderat zusammentrat, waren mit Marie Beutlmayr und Juliane Hudetschek zwei Frauen vertreten. Am 18. Mai 1919 fanden dann die ersten Wahlen für den oberösterreichischen Landtag statt, bei denen erstmals das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Verhältniswahlrecht für Männer und Frauen galt. Das Ergebnis galt auch für den Linzer Gemeinderat. Sieben von 60 Mandataren waren weiblich. Das entspricht einer Frauenquote von mehr als elf Prozent, die noch lange weder im Nationalrat noch im oberösterreichischen Landtag erreicht wurde.  

"Gibt noch viel zu tun"

Frauenstadträtin Eva Schobesberger erinnert aus diesem Anlass daran, dass frauenpolitische Errungenschaften heute wieder in Gefahr sind. Sie meint damit die aktuelle Debatte um Verschärfungen beim Recht auf Abtreibung oder die steigende Gewalt gegen Frauen.

„Die Einführung des Frauenwahlrechtes wurde von Frauen vor uns hart erkämpft. Wie die aktuelle Situation von Frauen zeigt, gibt es bis zur tatsächlichen Gleichstellung von Männern und Frauen noch viel zu tun“, so Schobesberger.

Ein Fest für die Wahlzelle

Zum Jubiläum wurde eigens eine Wanderausstellung  in Form einer Wahlzelle gestaltet. Sie erzählt von den historischen Zusammenhängen zwischen der Republikgründung 1918 und der Einführung des Frauenwahlrechts. Die Wahlzelle wird vom städtischen Archiv mit Linzer Beiträgen ergänzt. Die Ausstellung wird am 9. Mai um 18 Uhr im Foyer des Alten Rathauses eröffnet.

Unter anderem lesen die Autorinnen und Herausgeberinnen Bettina Balàka, Marlene Gölz, Eva Schörkhuber und Petra Sturm aus ihrer Publikation „WARUM FEIERN“ – Beiträge zu 100 Jahren Frauenwahlrecht. Weiters referieren zudem Stadträtin Schobesberger, Cornelia Daurer vom Archiv der Stadt Linz und Gabriella Hauch, Professorin für Geschichte der Neuzeit/Frauen- und Geschlechtergeschichte an der Universität Wien.

Stadtführungen zu 100 Jahre Frauenwahlrecht

Das Frauenbüro der Stadt Linz bietet zudem eigene Stadtrundgänge an, die an die Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen in Linz im 19. und 20. Jahrhundert, die Gründung der ersten Linzer Frauenvereine und den Kampf um das Frauenwahlrecht erinnern. Austrian Guide Eleonore Gillinger führt dazu etwa eineinhalb Stunden durch die Innenstadt. Die Teilnahme kostet drei Euro, Anmeldungen nimmt das Linzer Frauenbüro entgegen.

Termine sind am Donnerstag, 9. Mai, ab 16.30 Uhr, Montag, 13. Mai, ab 17.30 Uhr, Donnerstag, 16. Mai, ab 17.30 Uhr (diese Führung ist auch für gehbeeinträchtigte Personen geeignet) sowie Montag, 20. Mai, ab 17.30 Uhr. Treffpunkt ist jeweils am Hauptplatz vor dem Alten Rathaus.

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