Bürgermeister-Neuwahlen in Linz
Potocnik will als unabhängiger Kandidat Bürgermeister "auf Probe" werden
- Linzplus-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik will für die nächsten zweieinhalb Jahre "Bürgermeister auf Probe" werden.
- Foto: Linzplus
- hochgeladen von Silvia Gschwandtner
Als "unabhängiger Kandidat" tritt auch Linzplus-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik bei der Linzer Bürgermeisterwahl an. Dass er im Gemeinderat keine große "Hausmacht" hinter sich hat, sieht er als Chance, Politik für die Linzerinnen und Linzer und keine Parteipolitik zu machen. In der kurzen Amtsperiode – knapp zweieinhalb Jahre bis zur regulären Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl – eine Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren. Im Lokal "Stadtliebe" präsentierte Potocnik heute sein Programm.
LINZ. Als "Hausmeister und Visionär" will Linzplus-Fraktionsobamm Lorenz Potocnik die nächsten zweieinhalb Jahre dazu nutzen und Linz als Bürgermeister auf Vordermann bringen. "Ich habe keine Hausmacht hinter mir und mache deshalb keine Klientel- oder Parteipolitik", betont Potocnik in einer Pressekonferenz heute, "ich bin ausschließlich den Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet." Diese Unabhängigkeit sieht Potocnik als einen großen Vorteil an. Linz brauche dringend einen Machtwechsel. Als Fraktionsobmann einer kleinen Bürgerliste ist er im Linzer Gemeinderat als kritischer Oppositionspolitiker bekannt. Als Bürgermeister würde er aber "das Miteinander pflegen".
Bürgermeister "auf Probe" für zweieinhalb Jahre
Der selbsternannte "Hausmeister" will er sich um die kleinen Dinge in der Stadt annehmen, die in der Vergangenheit vernachlässigt wurden. Dazu zählt vor allem die Sauberkeit der Straßen und Plätze. "Linz ist in den letzten Jahren versandelt", so Potocnik. Als Stadtplaner sieht er sich in der Rolle des "Visionärs" will Linz diesbezüglich "eine Richtung geben" und Linz samt dem angrenzenden Ballungsraum zur "Regiopole" entwickeln. Die kurze Amtsperiode von nur zweieinhalb Jahren bis zur nächsten regulären Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl 2027 sieht Potocnik als Möglichkeit, Neues auszuprobieren. Mit dem Slogan "Try me" geht er deshalb auch in den Wahlkampf und hat sich sieben Punkte vorgenommen, die er in den ersten hundert Tagen umsetzen würde.
Vorhaben für die ersten hundert Tage
Seine erste Tätigkeit wäre es, 30 zusätzliche Straßenkehrer anzustellen, die sich um die Stadt kümmern. Den Chauffeur-Dienst für Mitglieder der Stadtregierung würde er abschaffen. Zu Fuß, per Rad oder mit den Öffis würden die Politikerinnen und Politiker mitbekommen, was in der Stadt passiert. Den Innovationshauptplatz – ein Projekt von Klaus Luger – würde Potocnik umgehend abschaffen. Dieser habe in den letzten drei Jahren 2,5 Millionen Euro gekostet und hätte laut Potocnik zu keinen wesentlichen Verbesserungen beigetragen. Ebenso würde er mit dem Ordnungsdienst verfahren. "Hier werden täglich 6.000 Euro verspaziert, das sind 2,1 Millionen Euro im Jahr. Mit überschaubarem Nutzen", so Potocnik. Die Idee der Badebucht am Urfahraner Marktgelände würde er hingegen sofort umsetzen. "Das würde für die Stadt wirklich etwas bringen und darf auch 20 bis 30 Millionen Euro kosten", ist Potocnik überzeugt. Um ein bürgernahes Stadtoberhaupt zu sein, würde er tägliche Sprechstunden ohne Termin durchführen und die Repräsentation auf ein Minimum reduzieren. Rund sieben Millionen Euro Einsparungspotenzial wären durch eine Verschlankung der Stadtdemokratie möglich. Drei Vizebürgermeister, mehrere Ersatzgemeinderäte sowie eine Mandatar:innenförderung seien nicht notwendig.
In Linz lebende EU-Bürger:innen zur Wahl animieren
Die in Linz lebenden 20.000 wahlberechtigten EU-Bürgerinnen und -Bürger will Potocnik im Wahlkampf ebenfalls gezielt ansprechen. Von ihnen gingen allerdings nur 17 Prozent zur Wahl. Dafür hat er mit KI generierte Videos in 15 Sprachen erstellt. "Wir wollen diese Gruppe – immerhin rund zehn Prozent der Linzer Bevölkerung – mobilisieren und zur Wahl animieren", kündigt Potocnik an.
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