01.06.2017, 00:00 Uhr

"Professionelle Shows sind harte Arbeit"

Markus Aschauer ist Gründer von "Style in Motion". Bei der ersten Performance Night in Linz will er regionale Talente vor den Vorhang holen. (Foto: Theresa Überreiter)

Von Linz in die Welt: Choreograf Markus Aschauer hat in Städten wie London und New York und mit Stars wie Ricky Martin und Kesha gearbeitet. Er war in Erfolgs-Musicals wie "Jesus Christ Superstar" und "Evita" zu sehen und hat den Wiener Life-Ball choreografiert. In Linz leitet der den Verein "Style in Motion Dance & Art", der junge Tänzer und Künstler fördert. Am 15. Juni ab 18 Uhr findet die erste "Style in Motion Performance Night" mit einem völlig neuartigen Showkonzept im Neuen Rathaus statt. Im Interview mit der StadtRundschau spricht er über falsche Vorstellungen vom Tanz, Herausforderungen seiner Arbeit und Zukunftspläne.

STADTRUNDSCHAU: "Das Tanzen ist Ihre große Leidenschaft. Wie sind Sie dazu gekommen?"
MARKUS ASCHAUER: Zum Tanzen bin ich durch eine meiner besten Freundinnen gekommen, die auch Tänzerin ist. Sie hat mit uns in der Pfarrjugend Einlagen für den Ball gemacht, und das fand ich damals schon ziemlich interessant. Ziemlich zeitgleich kam die erste Popstars-Staffel ins Fernsehen. Von da weg hat mich das Tanz-Fieber gepackt, ich habe mit normalen Kursen begonnen, unzählige Workshops besucht und dann im Ausland trainiert.

Sie waren schon vor der Gründung von "Style in Motion" ein gefragter Tänzer und Choreograf. Welche waren Ihren wichtigsten Stationen?
Ich habe einige Jahre lang Musicals gespielt, unter anderem in der Rocky Horror Show, in Evita, Hair und Jesus Christ Superstar. Daneben habe ich immer wieder Shows gemacht für Gala-Events, Modeschauen und den Life-Ball.

Heuer wird es wieder einen Life-Ball geben, am 10. Juni in Wien. Sind Sie ebenfalls wieder beteiligt und wie laufen die Vorbereitungen?
Aus organisatorischen Gründen steht noch nicht hundertprozentig fest, ob ich mittanze, aber die Anfrage ist auf jeden Fall da. Die Stimmung unter den Tänzern ist immer gut, es ist ein toller Event und es hat bis jetzt immer großen Spaß gemacht.

Warum haben Sie sich entschieden, in Linz den Verein "Style in Motion Dance & Art" zu gründen?
Der Verein wurde vor fünf Jahren gegründet. Jetzt in der dritten Saison sind wir auch als Tanzschule tätig, und die Company an sich für Shows gibt es schon länger. Bei uns findet man alles, was das Tänzerherz begehrt – von regulären Tanzklassen über Workshops, Choreographien für Projekte und School Dance Tour Workshops für Schulklassen im Turnunterricht bis zu Tanzshows aller Art für Events und Veranstaltungen. International gibt es viele solcher Angebote, in Linz gab es das vorher nicht. Ich unterrichte schon lange in Linz, kenne hier viele Schüler und Tänzer. Linz entwickelt sich in alle Richtungen, und es ist schön, ein Teil dieser Entwicklung zu sein. Außerdem habe ich hier meine Freunde und Familie.

Ist es schwer, den Tanz in Linz oder generell in Oberösterreich zu etablieren?
Es ist nicht so einfach, weil der Tanz und das gesamte Drumherum als Berufsstand nicht wirklich anerkannt ist. Wenn man sagt, man ist Tänzer und Choreograph, wird man meist gefragt: "Und, was arbeitest du wirklich?". Die Wenigsten wissen, was für eine harte Arbeit es ist, professionelle Shows und Produktionen zu entwickeln, zu choreografieren und zu tanzen. Jeder, der sich Konzerte mit Background-Tänzern oder Musical-Produktionen ansieht, denkt, dass alles sehr leicht aussieht. Als Tänzer muss man sich für eine zweistündige Show jedoch dutzende Positionen, Formationswechsel, Choreografien, Musik-Rhythmen und Cues für Einsätze, Texte, Töne, Auf- und Abgänge, Outfits usw. merken.

Eine Show ist also harte Arbeit?
Natürlich, und zwar nicht nur, was die körperliche Fitness anbelangt. Auch die Proben für solche Shows sind wirklich anstrengend. Und alles, was geprobt und unterrichtet wird, muss ja auch akribisch vorbereitet werden. In den vergangenen Jahren ist es schon viel besser geworden, aber wir haben noch viel Aufklärungs- und Etablierungsarbeit vor uns. Auch die Professionalität gehört wieder mehr in den Vordergrund gerückt. Ich will vor allem mit oberösterreichischen Künstlern und tollen Partnern wie dem Theater in der Innenstadt zeigen, was alles möglich ist, und heimische Talent vor den Vorhang holen und fördern.

Welche Ziele hat der Verein?
Wir wollen uns in den nächsten Jahren als neue moderne Linzer Tanzschule mit möglichst internationalem Flair positionieren, mit tollen professionellen Coaches im Background, die auch Bühnenerfahrung vermitteln, das ist mir extrem wichtig. Zudem wollen wir auch die Vielseitigkeit des Tanzes zeigen. Man muss sich nicht nur auf einen Stil versteifen. Jeder Tänzer sollte vielseitig sein – das macht einen Künstler aus. Mein persönliches Special ist Style Jazz Funk | Commercial, und das will ich natürlich auch verstärkt etablieren, mein persönliches Special. ;) Es gibt so viele schöne Arten zu tanzen, wieso nur einen davon auswählen?

Welche Herausforderungen erleben Sie bei der Arbeit mit jungen Talenten?
Da kommen immer wieder große Herausforderungen auf einen zu. Man muss von Anfang an klare Regeln aufstellen, dann funktioniert es eigentlich ganz gut. Anfangs sind viele überfordert, weil ich in meinen Stunden sehr viel verlange – von Nichts kommt schließlich nichts. Eine gewisse Disziplin ist nötig. Auch wenn es nur ein Hobby ist, will man sich doch weiterentwickeln, wie in jedem Sport. Viele sehen sich Tanzvideos und Filme an und denken, sie können innerhalb von einer Woche so tanzen. Diese Illusion ist meist ziemlich schnell weg.

Am 15. Juni 2017 findet die erste "Style in Motion Performance Night" im Neuen Rathaus statt. Wie kamen Sie auf die Idee für die Show?
Ich wollte schon lange eine Show produzieren mit verschiedenen Themen und Blöcken, damit für jeden Zuseher etwas dabei ist. Und da wir heuer sowieso einen Abschluss für unsere Schüler gebraucht hätten, haben wir das einfach verbunden. Ich habe ein Konzept zusammengestellt, das so ziemlich alles im tänzerischen und künstlerischen Showbereich abdeckt. Mit dabei sind tolle Freunde und Kollegen aus der Szene,die von der Idee sofort begeistert waren, wie Nik Raspotnik und das Theater in der Innenstadt, Martin Ackerman und Birgit Lehner als Sänger, Roman Lang in der Projektleitung und mein Dance Captain Carina Mager. So lässt sich dieses Projekt auch super umsetzen.

Was haben Sie für diese Premiere geplant?
Es wird eine zweistündige Live-Show mit HipHop, Jazz Dance, Fazz Funk, Ballett, Contemporary und Musical. Das Wichtigste: 90 Prozent wird live gesungen. Wir bieten unseren Schülern damit die Möglichkeit, bei einem großen Show-Konzert-Event zu performen und professionelle Bühnenluft zu schnuppern. Das ist genau das, was wir wollen – diese einzigartige Atmosphäre und dieses Feeling einer kompletten Show zu vermitteln. Die Verknüpfung aller Sparten war der Plan und ich habe zum Glück tolle Freunde und Tänzer im Background, die mit mir an einem Strang ziehen und dieses neue Produkt für Linz realisieren.

Was wird das Publikum an diesem Abend erwarten?
Wir bieten tolle Tanzschows und tolle Sänger – das alles kombiniert mit verschiedenen Themen und Showblöcken. Unsere Schüler performen gemeinsam mit unserer einzigartigen "Style in Motion Company" und einem professionellen Cast eine zweistündige Show. Da ist schon ganz schön viel Kondition und Durchhaltevermögen gefragt. Das Ganze wird in eine tolle Lichtshow eingehüllt, für die Ingo Kelp von Kelp Medientechnik, ein wahrer Meister seines Faches, zuständig ist. Moderiert wird die Show von Gerold Rachlinger, dem Hallensprecher der Black Wings. Das Publikum darf sich auf einen abwechslungsreichen und schönen Showabend freuen.

Was steht für Sie in der Zukunft an? Gibt es schon neue Projekte oder Pläne?
Ich habe schon wieder sehr viel geplant. Bis Juni 2018 ist mein Terminkalender schon wieder ziemlich voll. Im Juli veranstalten wir unseren jährlichen Summer Groove – offene Sommertanzklassen – und erstmals wird es auch Workshops mit nationalen und internationalen Tänzern geben. Ab August fangen die Proben für das neue Musical des Theaters in der Innenstadt an, eine tolle Produktion mit den Hits der EAV. Die Premiere findet im September statt. Auch einige Bälle und Galaevents stehen schon auf dem Plan, sowie eine weitere Zusammenarbeit mit dem oberösterreichischen Haute Couture-Designer Emanuel Burger, für den ich die Runway-Coachings und Shows inszeniere. Auch die Tanzschule wollen wir erweitern, mit neuen Lehrern und mehr Stundenangebot. Unsere "Style in Motion Company" ist natürlich auch sehr gefragt für Shows auf Bällen und Galas, da ist immer viel zu tun. Und wer weiß, vielleicht entwickeln wir schon ein Konzept für die nächste Performance Night im Jahr 2018.

Karten für die erste "Style in Motion Performance Night" gibt es auf styleinmotion.at
Die Show findet am 15. Juni ab 18 Uhr im Neuen Rathaus statt.
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