20.03.2017, 13:18 Uhr

Neuer Hightech-OP-Saal an Kepler Uniklinik eröffnet

Von links: Elgin Drda, Brigitte Povysil, Simone Pollhammer, Heinz Brock, Klaus Luger, Clemens Steinwender und Walter Aichinger. (Foto: Kepler Uniklinik)

Hyprid-Operationssaal ermöglicht Herzoperationen mit roboterbasierter Bildgebung.

Über einen neuen, zukunftsweisenden High-Tech-Operationssaal verfügt das Kepler Universitätsklinikum seit vergangener Woche. Der Hyprid-OP ist österreichweit einer der modernsten seiner Art. "Der Hybrid-OP wird sowohl für Patientenversorgung als auch für Lehre und Forschung am Kepler Uniklinikum wertvolle Dienste leisten", ist Landtagsabgeordneter Walter Aichinger sicher.

Große Herausforderung

Der Bau des Hybrid-OPs war eine außergewöhnlich große planerische und logistische Herausforderung. Er befindet sich am Standort Med Campus III. des Kepler Universitätsklinikums. Im Bereich des bestehenden Zentral-OPs entstand ein zweigeschossiger Zubau. Im Untergeschoß wurden 935 Quadratmeter für eine zusätzliche OP-Nutzung geschaffen. Der neue Hybrid-OP, der von einem interdisziplinären Ärzte- und Pflegeteam genützt werden wird, ist durch die hochmoderne Geräteausstattung mit 84 Quadratmeter beinahe doppelt so groß wie ein herkömmlicher OP. Bei Aufrechterhaltung des Vollbetriebs musste eine direkte Anbindung des Hybrid-OPs an den bestehenden Zentral-OP ermöglicht werden. Durch den Zubau werden neue Lagerflächen u.a. für kardiotechnisches Geräte geschaffen, welche die bisher sehr beengte räumliche Situation optimieren. Eine besondere statische Herausforderung war die Feuerwehrzufahrt oberhalb des neuen OPs, da aufgrund der tonnenschweren Feuerwehrfahrzeuge die Übertragung von Schwingungen in den OP zur Gänze vermieden werden muss.

In Betrieb

Die Gesamtinvestition für das Projekt beläuft sich auf 8,6 Millionen Euro. "Unsere Patienten werden vom Zusammenwirken der Spezialisten unterschiedlicher Fächer in einem Operationssaal sehr profitieren. Darüber hinaus ist es auch gelungen, die Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter im OP-Bereich zu verbessern", sagt Elgin Drda, kaufmännische Geschäftsführerin der Kepler Uniklinik. Nach Abschluss aller Arbeiten kann der Hybrid-OP nun voll funktionsfähig in Betrieb genommen werden.

Komplizierte Eingriffe möglich

Der Name "Hybrid-OP" bedeutet, dass durch die Kombination eines voll ausgerüsteten Herz-Operationssaals mit einer modernen Hochleistungs-Röntgen-Anlage Angiographien und Eingriffe bei allen wichtigen Blutgefäßen möglich sind. Der robotergestützte Röntgenarm liefert während der Operation dreidimensionale Bilder der Patienten. „Der Hybrid-OP ist daher eine einzigartige Möglichkeit, besonders schwere und komplizierte Eingriffe durchzuführen“, weiß Kardiologe Clemens Steinwender. Zu diesen Eingriffen zählt das Operieren am offenen Herzen. Dazu der neue Vorstand der Universitätsklinik für Herz-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Andreas F. Zierer: „Im Hybrid-OP kann die Operation am schlagenden Herzen und mit geschlossenem Brustkorb durchgeführt werden. Es wird nur ein ganz kleiner Zugang über die seitliche Brustwand oder die Leiste gemacht, wodurch die Patienten einer deutlich geringeren Belastung ausgesetzt sind.“ Studien zeigen, dass das Risiko für einen Schlaganfall während einem Eingriff in einem Hybrid-OP wesentlich geringer ist. Darüber hinaus verlieren die Patienten weniger Blut und erholen sich schneller.

Interdisziplinäre Arbeit

„Der Hybrid-OP ermöglicht es auch, in einer Sitzung mehrere Problemfelder zu behandeln und das verkürzt den Krankenhausaufenthalt für die Patienten zumindest um einen Tag. Mit dem Roboterarm lassen sich Organe, Gefäße oder Knochen von verschiedenen Seiten betrachten. Ein Monitor zeigt den Chirurgen während der Operation digitale Bilder des Patienten in Echtzeit“, erklärt Radiologe Franz Fellner. „Konzeptionell ist der Hybrid-OP darauf ausgelegt, dass nicht nur mehrere Disziplinen wie Herzchirurgie, Kardiologie, Radiologie und Anästhesiologie nacheinander oder nebeneinander arbeiten können, sondern von Anfang an miteinander“, betont Steinwender. „Die große Stärke dieser Innovation ist die Nutzung von Synergien wie auch der Aspekt, dass immer dasselbe Team in diesem OP arbeitet und auf diese fest installierten Geräte eingespielt ist“, fügt der Anästhesiologe und Intensivmediziner Jens Meier hinzu.
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