30.09.2016, 19:32 Uhr

Jugend bewahrt Traditionen

Im Mähbewerb: Max Topf von der LJ St. Marienkirchen. (Foto: privat)

Landjugenden stehen für Gemeinsamkeit und Geselligkeit.

BEZIRK (gasc). Landjugenden sind Teil des Österreichischen Brauchtums. Und warum eigentlich? Katrin Ornetsmüller, die Leiterin der Bezirkslandjugend, hat da schnell eine Antwort parat: "Landjugenden sind wichtig, weil sie eine sinnvolle Freizeitgestaltung ermöglichen. Da wird Sport, Gesellschaft, Kultur und Brauchtum gelebt. Außerdem erfüllen sie durch ihr Bezirksbildungsprogramm auch einen Bildungsauftrag." Früher wären Landjugenden so etwas wie die Einführung in die Erwachsenengesellschaft gewesen: "Und auch jetzt noch schauen die Älteren auf die Jüngeren."
Ornetsmüllers Ziel sei es, dass Jugendliche die Landjugend als Verein sehen, in dem jeder willkommen ist. "Da ist es auch egal, ob jemand einen agrarischen Hintergrund hat oder nicht", fügt sie hinzu. Im Bezirk Ried gibt es 20 Landjugenden mit 1150 Mitgliedern. Jede davon gestaltet Projekte und Veranstaltungen, die von Maibaumstellen über Koch- und Tanzkurse bis zu Sportbewerben, wie etwa dem Sensenmähen, gehen. "Besonders das Mähen ist eine Disziplin, die in Ried regen Anklang findet", erzählt Ornetsmüller. Und am 1. Oktober um 19:30 Uhr findet beim Kirchenwirt in Hohenzell die Herbsttagung statt. "Da wird der Bezirksvorstnad gewählt und ein Rückblick auf das letzte Arbeitsjahr präsentiert", erklärt die Bezirksleiterin.

Wohltätiger Glühwein

Eine sehr aktive und zugleich alte Landjugend ist die 1952 gegründete Landjugend Schildorn. Sie veranstaltet jährlich ein Beachvolleyball-Turnier und einen Faschingsball, zu Weihnachten wird Glühwein für einen guten Zweck verkauft. Die Schildorner Leiterin Marlene Hangler sagt: "Dazu beteiligen wir uns an Veranstaltungen im Ort wie der Erntekrone oder der Fronleichnamsprozession. Auch der Besuch von den Veranstaltungen anderer Vereine dazu." Ihr gefällt vor allem das Netzwerken: "Egal ob im Ort, im Bezirk, landes- oder bundesweit – die Landjugend ist ein Geflecht aus motivierten Jugendlichen und interessanten Menschen. Man lernt Leute kennen und tauscht Erfahrungen und Ideen aus."

Zeit investieren zahlt sich aus

Die beiden jungen Frauen engagieren sich mit Begeisterung für die Jugendverbände. Doch nicht viele Jugendliche wollen eine Funktion in einem Verein übernehmen. Hangler meint: "Viele lassen sich von dem Zeitaspekt abschrecken. Ja, man 'opfert' viel Zeit. Aber das zahlt sich aus."
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