01.10.2014, 12:12 Uhr

Lungenspezialisten warnen vor seltener Krankheit

LINZ (jog). Etwa 1100 bis 1700 Menschen in Österreich leiden an einer ideopathischen Lungefibrose (IPF), einer heimtückischen Vernarbung der Lunge. Diese chronische und schnell fortschreitende Erkrankung ist unheilbar. Weil die Symptome so unspezifisch sind, wird die Erkrankung oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt. "IPF ist eine Alterskrankheit, die Atemnot und trockenen Reizhusten mit sich bringt. Die Vitalkapazität der Lunge nimmt dabei stetig ab", sagt Lungefacharzt Franz Wimberger vom Krankenhaus der Elisabethinen. "Etwa die Hälfte der Betroffenen stirbt innerhalb von zwei bis fünf Jahren." Die Ursachen für IPF sind bisher nicht bekannt. Risikofaktoren sind jedenfalls das fortgeschrittene Alter, männliches Geschlecht und Rauchen. Es kommt zur vermehrten Produktion von Bindegewebe, die zu Narben führt und den Gasautausch zwischen Lungenbläschen und Blutgefäßen verhindert.

Früherkennung ist entscheidend
Anlässlich der IPF-Weltwoche vom 28. September bis 5. Oktober, die von Patientenorganisationen veranstaltet wird, um Aufmerksam für die Krankheit zu erhöhen, möchte auch das Krankenhaus der Elisabethinen über IPF aufklären. "In unserer Lungenabteilung können wir Therapie auf dem modernsten Stand und Kontrolle des Patienten über längere Zeit leisten.", sagt Geschäftsführer Direktor Stefan Meusburger. Wichtig sei auch, dass der Verbund von Haus- und Fachärzten funktioniert. "Wenn die Lunge abhört wird ist bei Erkrankten ein Reißverschluss-Geräusch zu hören, das ist ein Hinweis, den Patienten sofort zum Facharzt zu schicken", sagt Wimberger. Zusätzlich können Müdigkeit, Muskel- und Gelenksschmerzen auftreten. Im Spätstadium steigt der Druck auf im Lungenkreislauf, der auch das Herz belasten kann. Patienten fallen auch durch Trommelschlegelfinger oder Uhrglasnägel auf. 50 Prozent der IPF-Erkrankten erkennt man allerdings erst in der Computerthomografie des Thorax am Honigwabenmuster der Lunge.

Kaum Behandlungsmöglichkeiten

"Cortision, Interferon oder Immunsuppressiva zeigen bei IPF keine Wirkung", sagt Wimberger. Mit hoch dosierten Schleimlösern könne man den Patienten etwas Erleichterung verschaffen. Seit zwei Jahren gibt es für die Therapie in frühem bis mittlerem Stadium den Wirkstoff Pirfenion zur Behandlung. Dieses teure Medikament kann allerdings nur von einem Facharzt oder Lungenzentrum verschrieben werden, umso wichtiger ist die Überstellung an Lungenexperten.
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