04.10.2017, 19:00 Uhr

"Radio FRECH" gibt Schülern eine Stimme

Radio FRECH im Gespräch mit Josef Haderer. (Foto: Radio FRECH)

Bereits 1998 wurde das "Radio FRECH" am Fadinger Gymnasium ins Leben gerufen. Nun ist das Projekt für den Preis "Lernen fürs Leben" der BezirksRundschau nominiert.

1998 gründete das Fadingergymnasium, bislang nur BRG, einen eigenen Medienzweig (MRG) mit den Schwerpunkten Radio und Cabaret. Da die Schüler auch tatsächlich sehen sollten, was sich hinter den Kulissen eines Senders oder einer kulturellen Einrichtung abspielt, war es notwendig, ein eigenes Programm auf die Beine zu stellen. Bei der Suche nach Verbündeten und Sponsoren wurden zwei bis heute unerlässliche Partner gefunden: Der freie Sender Radio Fro 105.0 und das Kulturzentrum Hof. Hier starteten die Moderationscastings, bevor die erste 
Fadinger Radio Education Cooperation Hof (FRECH)-Sendung on air ging.

Verschiedenste Kooperationen

Im Lauf der Jahre haben sich die Kooperationen ausgedehnt. Zusammengearbeitet wird etwa mit dem OK, dem Ars Electronica Center, dem Medienkulturhaus Wels mit dem Youki Festival oder dem Landestheater Linz mit dem Schäxpir Festival. "Dieses Festival ist für unseren Zweig eine besondere Herausforderung, seit wir hier als Jugend-Medienpartner neben der Erstellung von Radio- und Videoberichterstattung auch mit der Erstellung des offiziellen Festivaltrailers betraut wurden. Radio Frech hat sich also im Laufe der zwei Jahrzehnte vom reinen Radiosender mit Kulturberichterstattung zu einem Allrounder weiterentwickelt. Neue Medien werden dabei immer wichtiger, unser Kernstück ist und bleibt allerdings das Radio", erklärt Helene Siebermair, Leiterin des Medienzweigs.

Spannende Sendungen

Gesendet wird jeweils am Mittwoch um 16 Uhr eine ganze Stunde lang, und zwar Kulturberichterstattung und Themensendungen. Dabei sind aufs Jahr verteilt bis zu 100 Kinder und Jugendliche im Einsatz. "Manche sind dabei nur für einen Sendeschnipsel, etwa ein Interview, verantwortlich. Andere sind richtige Chefinnen und Chefs vom Dienst und machen von der Programmentwicklung, dem Verfassen von Texten, dem Audioschnitt bis zur Moderation einfach alles", so Siebermair. Sogar einige Absolventen arbeiten nach wie vor mit großer Begeisterung mit.

Wie Profis

Am Fadingergymnasium werden in der Unterstufe und in der Oberstufe Sendungen gemacht. "In der Unterstufe werden im Fach Medienpraxis Themensendungen gestaltet, so zum Beispiel eine Sendung über das Smartphone. Die Jugendlichen bringen hier ihre Expertise ein und machen eine spannende Informationssendung", sagt Siebermair. In der Oberstufe wird viel Kulturberichterstattung von den tatsächlichen Schauplätzen gemacht. "Da eine Pressekonferenz üblicherweise Vormittags stattfindet, bekommen die Chefreporterinnen und Reporter auch ab und an einmal ein paar Stunden schulfrei", lacht die Pädagogin. Von den Gastgebern wird zumeist kein Unterschied zwischen ihnen und allen anderen anwesenden Journalisten gemacht und die Schüler wie professionelle Reporter behandelt.

Selbstständig arbeiten

Im Kulturzentrum Hof erhalten die Schüler der zweiten Klasse am Anfang des Schuljahres immer eine Einführung in die Studiotechnik und die Audioschnitt-Software. Darüber hinaus sorgt Peter Mayrhofer vom KuHof für den letzten Schliff der Beiträge, bevor sie tatsächlich auf Sendung gehen. "An unserer Schule arbeiten wir mit der freien Schnittsoftware Audacity und dabei sehe ich, dass mehr und mehr jüngere Schülerinnen und Schüler dieses Programm intuitiv und mit Leichtigkeit erlernen, sodass schon im ersten Radio Frech Jahr viele selbständig schneiden können", sagt Siebermair.

Kulturelle Verantwortung leben

Die Pädagogin hofft, "dass die Schülerinnen und Schüler durch diese persönlichen Treffen mit PolitikerInnen, Kulturschaffenden oder auch immer wieder unbekannten Menschen mit einer interessanten Geschichte das Gefühl bekommen, dass sie ein Mitspracherecht haben. Und ich hoffe, dass sie aktiv an der Gesellschaft teilnehmen und so kulturelle Verantwortung leben. Außerdem lernen sie durch die praktische Arbeit viel Projekt-Management Skills sozusagen im Vorbeigehen. Diese können sie für ihr Berufsleben nutzen, ob nun konkret im Medien-Bereich oder in einer anderen Branche. In jedem Fall bin ich davon überzeugt, dass die Schülerinnen und Schüler durch dieses Projekt sehr spannende Erfahrungen machen, an die sie sich noch gerne erinnern, wenn die Schulzeit längst vorbei ist."


Jetzt einreichen

Alle Schulprojekte aus allen Schulstufen, die im Unterricht entstanden sind, können eingereicht werden:
• Projekt per Anmeldeformular einreichen auf meinbezirk.at/lernen
• oder per Mail an lernen@bezirksrundschau.com
• oder per Post an die BezirksRundschau, Kennwort „Lernen fürs Leben“, Hafenstraße 1-3, 4020 Linz.
Die Projekte können bis 22. Oktober eingereicht werden. Die Abschlussgala findet am 28. November im Raiffeisen-Forum in Linz statt.
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