02.10.2017, 10:10 Uhr

Zu teuer: Verlängerung der Buslinie 57A bleibt aus

Verlängerung bis zum Dr.-Karl-Renner-Ring? Geht es nach den Wiener Linien, bringt diese kaum Vorteile für Fahrgäste. (Foto: Helmer Manfred)

Großen Zuspruch fand der Vorschlag im Bezirk sowie bei zahlreichen Fahrgästen, eine Verlängerung bis zum Dr.-Karl-Renner-Ring wird es künftig dennoch nicht geben

MARIAHILF. Selten ist man sich über die Parteigrenzen hinweg so einig, wie über die Verlängerung der Buslinie 57A. Dieser solle nicht wie bisher am Burgring, sondern stattdessen am Dr.-Karl-Renner-Ring halten. Aus Gründen der Barrierefreiheit, sowie der besseren Anknüpfung an weitere Linien, sei dies eine sinnvolle Maßnahme, hieß es bereits im Juni von allen Mariahilfer Parteien. Und auch über die Bezirksgrenze in die Innere Stadt konnte man mit diesem Vorschlag durchaus begeistern. Eine Verlängerung der Linie jedoch wurde seitens der Umweltstadträtin Ulli Sima - nach Rücksprache mit den Wiener Linien - abgelehnt. Der Grund: Die Mehrkosten rechtfertigen den Nutzen nicht.

Auf Unmut stieß diese Entscheidung bei zahlreichen Fahrgästen und bz-Lesern. Im Bezirk sei diese Maßnahme auf zahlreiche positive Rückmeldungen gestoßen, heißt es von Michi Reichelt, stellvertretender Bezirksvorsteher Mariahilf. Auch die bz-Redaktion erreichten zahlreiche Zuschriften, die die Entscheidung begrüßten.

Bim statt Bus?

Dass eine Verlängerung der Linie nun doch ausbleibt, rechtfertigt Wiener Linien Sprecher Michael Unger mit dem damit verbunden finanziellen Aufwand. Die Kosten würden den Nutzen deutlich übersteigen, erklärt Unger. Die diskutierte Maßnahme sei "wenig sinnvoll", da der 57A "ohnehin am Ring angedockt ist". Von dort aus könne man problemlos eine Station zum Dr.-Karl-Renner-Ring mit der Straßenbahn fahren - schneller als das ein 57A vermeintlich tun könnte, so Unger. Dieser würde nämlich auf der ohnehin schon stark befahrenen Museumsstraße - insbesondere zu Stoßzeiten - nur äußerst schleppend voran kommen. Eine Station mit der Straßenbahn zu fahren, liege hierbei durchaus im Bereich des Zumutbaren.

"Die Verlängerung macht in unseren Augen keinen Sinn", so der Pressesprecher. Zum einen sei diese mit deutlichen Mehrkosten verbunden - eine zusätzliche Busgarnitur und zusätzliches Personal - zum anderen reiche das vorhandene Angebot ohnehin aus. Zudem gehe man nicht davon aus, dass das "Umsteigerpotential" zwischen 57A, U3 und der Linie 49 besonders groß sei. Diese würden ohnehin parallel zueinander fahren. Auf den Punkt gebracht, rechtfertige der Nutzen einer Verlängerung deren Kosten nicht, so Unger.

"Meines Erachtens ist die Kostennutzenrechnung recht hoch"

Anders sieht man das bei den Grünen Mariahilf, die den Antrag im Juni einbrachten. Da die Distanz zwischen U2 und U3 gerade für Menschen mit Behinderung und ältere Menschen eine Herausforderung sei, hält man eine Verlängerung des 57ers für durchaus angebracht. Auch eine unmittelbare Anknüpfung an die Straßenbahnlinie 46 und 49 sowie an den 48 A wäre hiermit gegeben. "Meines Erachtens ist die Kostennutzenrechnung recht hoch", so Reichelt. Dass der Antrag nun so deutlich abgelehnt wurde, sei "enttäuschend". Zumindest hätte man gerne noch einmal darüber geredet, einzelne Argumente ausgetauscht - für eine Verlängerung gebe es laut Reichelt nämlich genug. Durch die klare Ablehnung des Antrags sei eine Verlängerung nun "auf absehbare Zeit gestorben".

Von Seiten der zuständigen SP-Umweltstadträtin Ulli Sima beharrte man auf der Argumentation der Wiener Linien, eine Verlängerung der Linie 57A lehnte man somit ab. Trotz mehrmaliger Nachfrage konnte das Büro Sima leider für keine Stellungnahme gewonnen werden.
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