26.01.2018, 10:14 Uhr

Geteilte Meinungen zu "verpflichtende Deutschklassen" ab neuem Schuljahr

An der Volksschule in Mattersburg wird bereits seit längerem in eigenen Sprachgruppen Deutsch unterrichtet. (Foto: Archiv)

Verpflichtende Deutschklassen für Kinder mit mangelhaften Sprachkenntnissen ab neuem Schuljahr.

MATTERSBURG. Schüler, die nicht ausreichend Deutsch sprechen, müssen ab kommendem Schuljahr eine Deutschförderklasse besuchen. Denn die bisherige Regelung mit der freiwilligen Förderung funktioniert laut Bildungsministerium einfach nicht.

15 bis 20 Stunden pro Woche

Der neue ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann stellte kürzlich sein Konzept zu den bereits im Regierungsprogramm angekündigten Deutschklassen vor. Erstmals soll die Sprachförderung in den Schulen verpflichtend sein, und zwar zwischen 15 (Volksschule) bzw. 20 (Neue Mittelschule/AHS-Unterstufe) Stunden pro Woche. Wer daran teilnehmen muss, wird mittels Test festgestellt.

Verpflichtende Teilnahme

Für die betroffenen Schüler wird es einen eigenen Lehrplan geben. Sobald sie die Sprache ausreichend beherrschen, sollen sie in den Regelunterricht einsteigen. Das bisherige System die nicht verpflichtend sind, habe nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Volksschule bis Gymnasium

Geplant ist das neue Modell, das es von der Volksschule bis zum Gymnasium in allen Schultypen geben soll, ab dem kommenden Schuljahr. Noch sind dafür aber nicht alle Details geklärt. Etwa wie die Tests aussehen und wie hoch die Kosten sein werden. Klar ist nur, dass die Schulen wesentlich mehr Ressourcen benötigen.

„Keine Details bekannt“

„Bei uns erhalten die Kinder bereits seit einiger Zeit Unterstützung in eigenen Sprachgruppen, was sehr gut funktioniert. Der beste sprachliche Lernerfolg ist jedoch zu verzeichnen, wenn die Schülerinnen und Schüler gut in die Klassengemeinschaft integriert sind und soziale Kontakte unter den Mitschülern pflegen“, so Rafalea Strauß, Direktorin an der Volksschule Mattersburg, für die „verpflichtenden Deutschklassen“ derzeit nur eine Überschrift ist, denn: „Mir sind bis dato keinerlei Details zu diesem Vorhaben bekannt und daher kann ich keine näher Auskunft dazu geben.“

Sprachförderung wichtig

„Prinzipell habe ich nichts gegen diese Vorhaben, es macht jedoch aus meiner Sicht eher Sinn in Volksschulen, wobei die Kinder in den Klassen integriert bleiben sollten und eine intensive Sprachförderung erhalten“, so Dir. Karl Pinter vom Gymnasium in Matterburg, der an seiner Schule keinen Bedarf dafür sieht: „Wir nehmen nur Schüler mit sehr guten Deutschkenntnissen auf, da dies die Grundvoraussetzung ist um im Unterricht auch mitzukommen.“

Deutschunterricht sinnvoll

„Ich habe noch zu wenig Informationen und kenne auch noch keine Rahmenbedingungen. Zusätzlicher Deutschunterricht macht allerdings immer Sinn, speziell bei Schülern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist“, so Dir. Johanna Schwarz, Schulleiterin an der NMS Mattersburg.
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