04.07.2017, 11:17 Uhr

Wolf zieht durch Baumgartens Wälder

Mitte Juni wurde der Wolf in Baumgartens Wälder gesichtet (Foto: Eigenjagd Baumgarten)
BAUMGARTEN. Mitte Juni fing eine Kamera der Eigenjagd Baumgarten das Bild eines Wolfes ein. Nicht die einzige Sichtung. Bereits im Frühling dieses Jahres wurden Spuren des Raubtiers entdeckt. In St. Margarethen wurde von einem Wolf ein Rotwildkalb gerissen, auch in St. Georgen wurde er gesichtet.

Könnten mehrere Wölfe sein

Ob es sich dabei um ein und dasselbe Tier handelt, kann noch nicht nachgewiesen werden. Mattersburgs Bezirksjägermeister Roland Jakob vermutet jedenfalls, dass es sich aufgrund der Häufigkeit der Sichtungen um mehrere Tiere handeln könnte. „Auch anderorts deuten verschiedene Spuren auf einen Wolf hin. In Pöttelsdorf hat ein Jäger einen großen, schäferähnlichen Hund gesichtet – auch das könnte ein Wolf gewesen sein.“

Bezirkswälder als Revier

Es wäre jedoch auch möglich, dass es sich um ein einzelnes Tier handelt. „Eine Reviergröße des Bezirks Mattersburg wäre für einen Wolf nicht ungewöhnlich“, erklärt der Jägermeister, der auch für die Herkunft des Tieres eine Erklärung hat: „Wenn ein junger Wolf von einem älteren, der sein Revier verteidigt, verdrängt wird, zieht er weiter. Auf der Suche nach einem neuen Revier könnte er auch hundert Kilometer gewandert sein.“

Wild hat keine Chance

In Österreich ist der Wolf geschützt, darf nicht geschossen werden, auch wenn er noch so sehr wildert. „Futterbeschaffung ist für den Wolf ein Leichtes. Er ist zwar natürliches Feindbild des Wildes, aber das Wild kennt die Jagdstrategie des Wolfes nicht und hat somit kaum eine Chance“, erklärt Jakob.

Momentan keine Gefahr

Momentan sieht der Jäger keine große Gefahr. „Sollte sich ein Rudel bilden, sieht dies jedoch anders aus. Ein Wolf isst pro Woche rund 20 Kilogramm Fleisch. Da kann man sich ausrechnen, wie viel Nahrung zehn Wölfe pro Jahr brauchen. Das könnte andere Arten hier gefährden. Kommt es soweit, muss man sich etwas überlegen und Möglichkeiten suchen, um einen Ausgleich zu schaffen“, so Jakob.

Goldschakale kommen in Rudeln

Größere Probleme ortet der Jäger anderorts: „Der Goldschakal kommt in Rudeln über die ungarische Grenze zu uns. Er vermehrt sich schneller und ist ein effizienterer Jäger als der Wolf. Goldschakale wurden schon etliche Male gesichtet. Durch sie könnte das Rotwild sehr in Bedrängnis kommen“, sieht Jakob im Wolf derzeit nicht das große Problem.

Kein mutwilliger Angreifer

Dem Menschen geht der Wolf eher aus dem Weg. „Ein Wolf ist grundsätzlich kein Tier, das mutwillig angreift. Aber wenn er sich in Bedrängnis fühlt oder einen fremden Hund als Rivalen ansieht, ist Gefahr gegeben“, ratet Jakob zur Vorsicht.

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Tom Schulze-Helmke aus Eisenstadt | 04.07.2017 | 15:07   Melden
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