Drasenhofen stirbt aus

DRASENHOFEN. Während es in den Wiener Randgebieten zunehmend voller wird, leiden entferntere Gemeinden oft unter Bevölkerungsschwund. Die Bezirke Waidhofen an der Thaya, Gmünd und Lilienfeld verzeichneten im Vorjahr jeweils ein Minus von 1,2 Prozent. 
Doch während die Nachbarbezirke Zuwächse verzeichnen – Gänserndorf ist der österreichweit am stärksten wachsende Bezirk mit einem Anstieg der Einwohnerzahl von 1,41 Prozent – gibt es immer weniger Mistelbacher. 
Drasenhofen musste im im Vorjahr einen Bevölkerungsschwund von 5,5 Prozent hinnehmen. Nur Raach am Hochgebirge (Bezirk Neunkirchen) verlor mehr Bewohner. An Platz vier dieser Liste rangiert bereits Ottenthal. Minus 4,2 Prozent weist dort die Statistik für 2017 auf. Dabei weisen beide Gemeinden an der tschechischen Grenze keine besonderen Ausreißer in ihrer Altersstruktur auf. Im Gegenteil: Der Anteil der 1- bis 15-Jährigen ist mit 14,2 Prozent in Drasenhofen sogar relativ hoch. In Ottenthal nimmt die Gruppe der über Sechzigjährigen weniger als ein Drittel ein.

Hoffnung Autobahn

"Die Geburtenrate gleicht unsere Sterberate nicht aus. Wir brauchen echten Zuwachs", nennt Ottenthals Bürgermeister Erwin Cermak sein Hauptproblem. Um dieses zu lösen, renoviert die Gemeinde seit August das alte Wirtshaus, das 2019 als Gemeindezentrum der soziale Treffpunkt des kleinen Grenzortes werden soll. Die 588 Einwohner sind in 17 Vereinen organisiert, haben einen Kindergarten und eine Volksschule. Ein Nahversorger samt Poststelle wertet den Ort auf. Sogar die Raika-Filiale ist noch in Betrieb. Von der verbesserten Anbindung via Autobahn erhofft sich die Region eine Attraktivitätssteigerung, ist auch Drasenhofens Ortschef Reinhard Künzl überzeugt. Für den Bevölkerungsschwund 2017 hat er eine logische Erklärung: "Wir haben 60 Flüchtlinge in Drasenhofen beherbergt, die jetzt wieder weggezogen sind."^Karina Seidl

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