Rabensburg steht vor dem Verfall

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RABENSBURG (ks). Einst trotzte sie als Wehrburg den Feinden. Einst war sie der Stolz der Region. Heute bedrohen herabfallende Mauerstücke die Anrainer. Schloss Rabensburg verfällt zusehends.
Der Kamin südseitig ist zur Hälfte eingestürzt. An der Ostseite des Schlosses fehlen zahlreiche Dachschindeln. Die Grünfläche direkt darunter wird vom Sportverein als Parkfläche genutzt. Die örtliche Dorfjungend trifft sich gerne unterhalb des Schlosshügels. So mancher Anrainer sieht hier Gefahr für Leib und Leben, vor allem wenn es stürmt.
Im Bundesdenkmalamt ist der schlechte Zustand der Dächer des ehemaligen Liechtenstein-Schlosses bekannt. "Die gesetzlich möglichen Veranlassungen zu einer Notsicherung wurden vom Bundesdenkmalamt schon vor Jahren getroffen und nun neuerlich in die Wege geleitet. Im Rahmen der mittelbaren Bundesverwaltung liegt der Vollzug eines Sicherungsauftrages im Bereich der Behörden des Bezirks", spielt Margit Kohlert von der für Niederösterreich zuständigen Abteilung den Ball weiter an die Bezirkshauptmannschaft.
Dort nahm man Ermittlungen auf, erklärt Bezirkshauptfrau Verena Sonnleitner: "Eine Unterstützung des Schlossbesitzers ist dann sehr gut möglich, wenn Ergebnisse vorliegen."

BH am Zug

Das österreichische Denkmalschutzgesetz sieht keinen aktiven Denkmalschutz vor. Sämtliche Sicherungs- und Instandsetzungsmaßnahmen an Denkmalen können vom Bundesdenkmalamt finanziell unterstützt werden, wenn ein Antrag auf Förderung gestellt wird. Dem stimmt auch die Bezirkshauptmannschaft zu.

Seniorenresidenz

1991 kaufte der Lasseer Schottergrubenbesitzer Günter Kucharovits die Schlossanlage. Von einem Verfall hat er nichts bemerkt: "Wir gehen das Areal zwei- bis dreimal im Jahr durch und setzen alles instand. Die Bausubstanz ist sehr gut." Derzeit steht das Schloss Rabensburg leer und wird immer wieder Ziel von Einbrüchen.
Kucharovits kann sich aber gut vorstellen, aus dem Schloss eine Seniorenresidenz zu machen: "Dafür braucht es eine Zusammenarbeit mit dem Land."

Zur Geschichte des Schlosses

Die ersten Spuren, der damals vermutlich aus Holz gebauten Rabensburg gehen auf 1045 zurück. Um 1200 wurde sie in Stein gebaut. Die erste urkundliche Erwähnung findet die Wasserburg 1255 in Zusammenhang mit Hertwicus de Rebensburch. 1385 kauft Johann II. von Liechtenstein die Burg samt der etwa umliegenden 25 Dörfer.
Zwischen 1540 und 1550 lässt Georg Hartmann von Liechtenstein die Burg umbauen. Die Außenfassaden wurden unter Johann Septimus von Liechtenstein gegen Ende des 16. Jahrhunderts mit Malereien und Sgraffitis verziert. Für Maximilian von Liechtenstein wurde die Burg der Hauptwohnsitz.
Unter ihm wurde die Anlage wesentlich erweitert und zu einem Schloss umgebaut. Während des Dreißigjährigen Krieges nimmt der schwedische General Lennart Torstensson 1645 das Schloss ein. Die Kuruzen verwüsteten das Haus 1704 und 1706.
Das Schloss blieb bis 1991 in Besitz der Familie Liechtenstein, dann wurde es an den Schottergrubenbesitzer Günter Kucharovits verkauft.

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