24.07.2017, 11:58 Uhr

2. August Roma Gedenktag - Feier am Ceija-Stojka-Platz

2014 wurde der Platz nach der Malerin, Musikerin und Dichterin Ceija Stojka benannt. (Foto: Unger)

Am 2. August wird den von den Nazis ermordeten Roma und Sinti gedacht - am Ceija-Stojka-Platz auf der Lerchenfelder Straße gibt es ab 18 Uhr eine Gedenkfeier.

NEUBAU. Dass die Veranstaltung zum Roma-Gedenktag am Ceija-Stojka-Platz in der Lerchenfelder Straße stattfindet, ist kein Zufall. Die Künstlerin und Zeitzeugin, nach der der Platz 2014 benannt wurde, hat eine wesentliche Rolle gespielt, was die Aufarbeitung der Gräuel, die Roma und Sinti in Österreich von den Nazis angetan wurden, betrifft. Sie selbst überlebte die Konzentrationslager Auschwitz, Ravensbrück und Bergen-Belsen. Hunderten Schülerinnen und Schülern hat sie davon erzählt und war in den 1980er-Jahren eine der Ersten, die den Schritt aus dem Verborgenen wagten, die vom Erlebten berichteten. Stojka berichtete aber nicht nur, sie malte, schrieb Gedichte und Lieder – in Romanes und Deutsch.

Sie war eine unfassbar offenherzige Frau, die nicht davor zurückschreckte, zum Interview zu sich nach Hause in ihre Wohnung in Wien einzuladen, und keine Widerrede akzeptierte, wenn sie ein dickes Brot mit Schinken servierte und den Gästen von den grauenhaften Erfahrungen und dem Leben der Roma erzählte. Und trotz des unvorstellbaren Leids, das ihr und ihrer Familie – die zum Großteil ermordet wurde – von den Nazis angetan wurde, riss sie einen mit ihrer Lebenskraft mit.
Am 28. Jänner 2013 ist Ceija Stojka gestorben, die Erinnerung an diese großartige Frau bleibt. Nicht zuletzt durch Gedenkveranstaltungen wie jene am Mittwoch, den 2. August, bei der der ermordeten Roma und Sinti gedacht wird.

Veranstaltung am Neubau

Vom Romano Centro und der Edition Exil organisiert, startet die Veranstaltung um 18 Uhr. Nach Grußworten von Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) werden unter anderem Simona Anozie, die Enkelin von Ceija Stojka, und Nuna Stojka, ihre Schwiegertochter, sprechen. Hintergrund des Gedenktages am 2. August ist die Ermordung der letzten 2.900 in Auschwitz verbliebenen Roma und Sinti – es waren überwiegend Frauen, Kinder und alte Menschen, die am 2. August 1944 ermordet wurden. Die SS brachte sie in der Nacht vom 2. auf den 3. August in die Gaskammern und verbrannte die Leichen in einer Grube neben dem Krematorium. In Europa wurden in etwa 500.000 Roma und Sinti Opfer des Holocaust.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.