08.09.2016, 11:52 Uhr

Café Leopold im Museumsquartier schließt mit Ende des Jahres

Das Museumsquartier ist ein beliebter Treffpunkt. Auch das Café Leopold ist stets gut besucht. (Foto: Hertha Hurnaus)

Das "Café Leopold" gibt auf Facebook seine Schließung bekannt. Der Verpächter - das Leopoldmuseum - gibt sich überrascht.

NEUBAU. Eine Schocknachricht erreichte gestern die Wiener Nachtschwärmer: Via Facebook gab das Team des "Café Leopold" im Museumsquartier seine Schließung bekannt. "Wir sagen adieu. Nicht sofort, aber schon bald. Mit diesem September sind es nun genau 15 Jahre, in denen jeder von uns seine kleinen oder auch großen Geschichten an diesem besonderen Ort erlebt hat," ist wehmütig auf der Facebook-Seite des Lokals zu lesen. Auch der Grund für die Schließung wird genannt: "Nun läuft der Pachtvertrag mit dem Museum aus und es gibt keine Einigung für eine Verlängerung."

Überraschend kam diese Mitteilung nicht nur für die Stammkunden des Cafés, das sich vor allem mit seinen nächtlichen Veranstaltungen als Club einen Namen gemacht hat, sondern auch für den Verpächter, die Leopold Museum Privatstiftung. "Ich bin überrascht, in dieser Form war das nicht akkordiert", so der Pressesprecher des Leopoldmuseums, Klaus Pokorny. "Mit dem Café Leopold arbeiten wir seit Jahren zusammen. Der Pachtvertrag wurde immer verlängert und mit Ende September läuft er wieder einmal aus. Um andere Interessenten zu motivieren, haben wir jetzt andere Angebote und mehrere Konzepte eingeholt. Die Karten werden neu gemischt", so Pokorny.

Gastronomie bleibt am Museumsplatz erhalten

Mit einer Entscheidung, wer der nächste Pächer der Liegenschaft wird, darf laut Pokorny bereits im Herbst gerechnet werden. Eine Differenz mit dem Pächter möchte er nicht bestätigen, eine Verlängerung des Vertrages mit dem "Café Leopold" wäre theoretisch möglich. "Manchmal muss man Dingen eine neue Richtung geben. Auch ein Pächter muss bereit sein, sich mit Wille und Drive einzubringen", hält sich Pokorny bedeckt.

Fix hingegen ist, dass wieder ein Gastronomiebetrieb einzieht. "Es sollte etwas mehr für das Tagesgeschäft getan werden. Die Nachtschiene wird künftig auch nicht vernachlässigt, also auch für die Jugend am Abend soll das Konzept passen." Bevor "das neue Konzept" im Leopoldmuseum startet, muss aber erst noch saniert werden. Wer für die Renovierung der Küche und der Sanitärräume zuständig ist, muss noch geklärt werden. Der Pachtvertrag des "Café Leopold" endet zwar mit Ende September, bis Jänner 2017 kann das Lokal von Seiten des Museums jedoch noch in seinen Räumlichkeiten bleiben.

Auch das Team des Cafés hat in seinem Posting den letzten Öffnungstag mit Jahresende ins Auge gefasst. "Wir machen weiter. Bis Ende des Jahres. Lasst uns bis dahin noch gemeinsam am letzten Kapitel schreiben."
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