BEZIRKSBAUERNRATSKONFERENZEN
„WIR SIND BOTSCHAFTER – ON- UND OFFLINE“
- Foto Aspang: Bezirksbauernratsobmann Thomas Handler, Landeskammerrätin Annette Glatzl, LAbg. Waltraud Ungersböck, Bezirksbäuerin Karoline Ofenböck, Landjugendleiter Christoph Hessler (v.l.).
- Foto: Waltraud Ungersböck
- hochgeladen von Waltraud Ungersböck
Teilbezirk Aspang
Nachdem die Bezirksbauernratskonferenzen 2020 ausgefallen waren und 2021 in Online-Ausführung stattfanden, gingen sie dieser Tage in Aspang und Gloggnitz wieder live über die Bühne. Mit „Wir freuen uns sehr, dass wir die Konferenz wieder in Präsenz durchführen können. Eine qualitative Diskussion und den persönlichen Austausch kann keine Videokonferenz ersetzen“, eröffnete Bezirksbauernrats-Obmann Thomas Handler die Veranstaltung der Aspanger Bauern im Gasthaus Grüner Baum in Edlitz und zugleich auch die Interviewrunde mit Bezirksbäuerin Karoline Ofenböck und Landjugendleiter Christoph Hessler. Nebst aktuellen Themen aus dem Bezirk – wie etwa die extreme Trockenheit mit einhergehenden Trinkwasserproblemen und die Teuerung der Betriebsmittel – wurde auch Rückschau auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres gehalten. „Wir haben heuer einen großartigen Bundesbäuerinnentag im Industrieviertel erlebt und freuen uns, dass uns auch während der Pandemie der stetige Austausch mit unseren Mitgliedern gelungen ist und es auch betreffend Digitalisierung im Bildungsmanagement der Bäuerinnen so große Fortschritte gab“, so Bezirksbäuerin Ofenböck.
Landjugendleiter Christoph Hessler hob das enorme Engagement der Vereine im abgelaufenen Jahr hervor, betonte dabei aber die Bedeutung der Politik: „Engagement ist ein Tun ohne Gegenleistung und ein starker Beitrag für die Entwicklung im ländlichen Raum. Die Interessen der Vereine brauchen eine starke politische Vertretung.“
Teilbezirk Gloggnitz
In Gloggnitz waren zahlreiche Landwirte der Einladung von Michael Diewald zur Bezirksbauernratskonferenz in die hiesige Raiffeisenbank gefolgt. Er fasste in seinen Eröffnungsworten die Krisenzeit rückblickend als Chance für die Landwirtschaft zusammen.
Die Gebietsbäuerin Daniela Ofner nutzte die Veranstaltung, um sich beim Bäuerinnennetzwerk für die hervorragende Zusammenarbeit zu bedanken: „So einen Zusammenhalt zu haben, ist keine Selbstverständlichkeit“ und sprach damit etwa die spontane Mehlspeisen-Versorgung der Einsatzkräfte beim Waldbrand in Hirschwang an. Gefördert wird dieser Zusammenhalt durch zahlreiche Aktivitäten, wie Stoffdruck- und Kochkurse sowie Theaterfahrten und den Besuch eines Schneckenzuchtbetriebs in Wien.
Oliver Seit und Jakob Haselbacher von der Landjugend Gloggnitz präsentierten bei der Bezirksbauernratskonferenz in Gloggnitz ihre gemeinnützigen Aktivitäten – wie den Sandkisten-Bau, die Beteiligung beim Ö3 Weihnachtswunder oder die Sammlung für Ukraine-Kriegsopfer. Stolz zeigten sie sich auch über ihre Teilnahme beim Quizmaster, wo sie den ersten Platz im Industrieviertel belegten. Mit einem Cocktailkurs, einer Festmeterparty, Exkursionen und einem Projektmarathon haben sie für Aktivität in ihrem Vereinsleben gesorgt.
Landeskammerrätin Annette Glatzl bedankte sich für das Engagement bei den diesjährigen Hofgesprächen: „Diese Veranstaltungsreihe werden wir unbedingt beibehalten, da sie maximalen Informationsaustausch vor Ort bei den Mitgliedern bringt.“ So waren diesen Sommer die Teuerungsmaßnahmen von Bund und Land, aber auch die neue GAP-Reform die bestimmenden Themen.
Teilbezirk Neunkirchen
Am Montag-Abend lud Teilbezirksbauernratsobmann Peter Rottensteiner zur diesjährigen Bezirksbauernratskonferenz Neunkirchen ins Steinfeldzentrum Breitenau. In seinem Bericht blickte er auf die Herausforderungen des abgelaufenen Jahres - wie etwa die anhaltende Trockenheit, aber auch die kontinuierlichen Forst-Pflegemaßnahmen und die Teuerungen - zurück. „Die Preise für unsere Produkte wurden zwar angehoben, aber durch die gestiegenen Betriebsmittelpreise blieb dabei nichts übrig“, so Rottensteiner. Nichtsdestotrotz zeigte er seinen Einsatz, dass die Lebensmittelproduktion keinesfalls in andere Länder mit schlechteren sozialen Standards sowie schlechteren Herstellungs-methoden ausgelagert werden sollte.
Direktor Dipl.-Ing. Franz Aichinger von der Landwirtschaftlichen Fachschule Warth freute sich bei der Veranstaltung über die ansteigenden Schülerzahlen sowie die neuesten Vorhaben in Form von Versuchen mit Bioackerflächen und Feldgemüseanbau. Zudem sollen zukünftig mehr Rinderrassen und auch Kleinwiederkäuer im Stall Einzug halten. Mit der eindringlichen Bitte “Wir wollen den Blick in die Zukunft nicht aus den Augen verlieren, wir nehmen das Positive aus der Vergangenheit mit“ schloss er seine Rede ab.
Motiviert wurden die Anwesenden dann von Gebietsbäuerin Waltraud Woltron, die dazu aufrief, wieder ins Tun zu kommen. Gleichzeitig blickte sie auf eine von den Bäuerinnen gut genutzte Pandemiezeit zurück. Neben Wissenserwerb und Austausch bei Webinaren und Online-Veranstaltungen in den vergangenen Monaten konnten im Herbst wieder alle 20 Volksschulen des Bezirks im Rahmen der Schulaktionstage von den Bäuerinnen besucht werden. 630 Schüler:innen wurden somit von den landwirtschaftlichen Botschafterinnen erreicht.
Ungersböck: „Wir müssen die Wahrheit wahren“
Bei allen Bezirksbauernratskonferenzen war Landtagsabgeordnete Waltraud Ungersböck zu einem Impulsvortrag eingeladen. Sie fasst im Nachgang zusammen: „Wie diese Vielfalt an Aktivitäten und Veranstaltungen der Landwirte in den Bezirken Aspang und Gloggnitz zeigen, treten wir stetig in Kontakt und Austausch zueinander, aber auch mit der breiten Öffentlichkeit. Wir sind somit seit jeher Botschafter. In den vergangenen Jahren auch immer stärker im Online-Bereich, wie in den sozialen Netzwerken. Umso wichtiger ist die Verantwortung des Bauernbundes geworden, die Wahrheit zu wahren und Fake Mails sowie Fake News keine Chance zu geben. Wir müssen die Botschaften so vermitteln, dass sie verstanden werden.“ Begreifbar machte sie das Thema an den Rindern, die oft im Zusammenhang mit dem Treibhausgas-Emissionen genannt werden. „Rinder sind in der Vergangenheit immer mehr zu den Sündenböcken des Klimawandels geworden. Fakt ist, dass der Treibhausgas-Rucksack der österreichischen Wiederkäuer im EU-Vergleich um vierzig Prozent geringer ist, wenn es um die Produktion von ein Kilogramm Milch geht.“ Abschließend versichert sie: „Der NÖ Bauernbund steht seit Jahrzehnten hinter uns Bäuerinnen und Bauern und diesen Weg wollen wir auch in Zukunft weitergehen. Die Themen Tierwohl, Schutz unseres Eigentums, die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit und der Weg in die Digitalisierung sind nur wenige Beispiele, welche wir konsequent im Interesse der Bäuerinnen und Bauern weiterverfolgen werden.“
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