BirdLife veröffentlicht Gutachten
Kaiseradler Rega in Wallern angeschossen

Der streng geschützte Greifvogel wurde aus geringer Entfernung angeschossen
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  • Der streng geschützte Greifvogel wurde aus geringer Entfernung angeschossen
  • Foto: Matthias Schmidt
  • hochgeladen von Kathrin Haider

BirdLife Österreich veröffentlicht Details zum Sachverständigengutachten zum Kaiseradler-Weibchen Rega, welches im November letzten Jahres verletzt in Wallern aufgefunden wurde.

WALLERN. Laut dem Gutachten steht nun fest: Der am 21.11.2020 in Wallern verletzt aufgefundene Kaiseradler Rega wurde nachweislich im Flug mit Schrot angeschossen. Zwanzig Projektile waren über den gesamten Vogelkörper verteilt. Der streng geschützte Greifvogel wurde aus geringer Entfernung (rund 40 Meter) zwei Mal getroffen, der linke Flügel splitterte und der Vogel stürzte mit einer „Bruchlandung“ unmittelbar und unkontrolliert ab. BirdLife erstattete Anzeige.

Markierungsaktion

Wie für Kaiseradler üblich, dürfte Rega in ihren Jugendjahren Mitteleuropa großflächig bereist haben, bis sie sich etwa ab 2016 im Grenzgebiet von Österreich und Ungarn ansiedelte und dort mehrfach erfolgreich brütete. „Rega ist eine der ersten österreichischen Kaiseradler, die wir 2009 in den March-Thaya Auen beringt haben“, berichtet Matthias Schmidt, Greifvogelexperte von BirdLife Österreich. „Das war der Beginn der individuellen Markierung von Kaiseradlern in Österreich, daher hat sie für uns eine ganz besondere Bedeutung!“

Verbrechen aufklären

„Das Sachverständigengutachten zeigt, dass Rega aus nächster Nähe angeschossen und anschließend hilflos und schwer verletzt liegen gelassen wurde. Das ist schlichtweg ein Verbrechen!“, so Schmidt und folgert: „Wäre sie nicht vom örtlichen Jagdleiter und Mitarbeitern des Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel geborgen worden, wäre sie jämmerlich zu Grunde gegangen!“ So wurde der Greifvogel erfolgreich an der Veterinärmedizinischen Universität Wien notoperiert. Seither lebt Rega in der von "Vier Pfoten" geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS). „Ihre Federn wachsen nach, die Brüche verheilen“, so Schmidt. „Doch ob sie jemals wieder fliegen kann und in die Freiheit entlassen wird, ist noch völlig offen! Für die Ausforschung des oder der Täter sind wir auf die Mithilfe couragierter Menschen aus der Bevölkerung angewiesen. Melden Sie bitte Ihre Hinweise, auch gerne anonym.“

Hinweise bitte an das Landeskriminalamt Burgenland unter 059 133 10 33 oder
LPD-B-LKA-Umweltkriminalitaet@polizei.gv.at
Anonyme Hinweise auch gerne über die Website kaiseradler.at, die APP birdcrime oder die Hotline +43 660 869 2327

Langsame Rückkehr

Der Kaiseradler (Aquila heliaca) zählt zu Österreichs herausragenden Naturgütern. In den vergangen beiden Jahrhunderten hatte der Greifvogel einen schlechten Stand in Mitteleuropa und wurde rigoros verfolgt. Ende der 1980er lebten nur noch wenige Dutzend Paare in Ungarn und der Slowakei. Erst durch intensive Schutzbemühungen erholten sich die Bestände des Kaiseradlers und Ende der 1990er kehrte der majestätische Greif als Brutvogel nach Österreich zurück, wo er knapp 200 Jahre als ausgestorben galt. Im Jahr 2020 brüteten erfreulicherweise wieder 25 Brutpaare in Österreich.

Der streng geschützte Greifvogel wurde aus geringer Entfernung angeschossen
Rega befindet sich aktuell in der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee

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