Baustart 2027
Erneut Diskussionen um Kirchenneubau in Bruckneudorf
- Nach Abschluss der Planungs- und Einreichphase ist für die Errichtung eine Bauzeit von rund 18 bis 20 Monaten vorgesehen.
- Foto: Landesmedienservice
- hochgeladen von Stefan Schneider
Der Kirchenneubau in Bruckneudorf stößt bei der FPÖ weiterhin auf Kritik. Die Diözese sieht das Thema zunehmend politisiert und vergleicht den Neubau mit dem Petersdom.
BRUCKNEUDORF. Die neue Kirche wird als Herzstück des neu gestalteten Ortszentrums errichtet und bewusst als architektonischer Mittelpunkt des Hauptplatzes konzipiert. Ziel ist ein sakraler Raum, der spirituelle Tiefe mit Offenheit für die Bevölkerung verbindet. Der Entwurf setzt auf eine klare, zeitlose Architektursprache und verbindet traditionelle Sakralarchitektur mit moderner Gestaltung. Elementare geometrische Formen wie Kreis und Rechteck prägen das Gebäude und symbolisieren Einheit, Ordnung und Spiritualität. Eine zentrale Kuppel bildet das räumliche und symbolische Herzstück.
Erneute Kritik der FPÖ
Dieser "modernen Ausrichtung eines christlich sakralen Raumes" kann FPÖ-Landtagsabgeordneter und Bruckneudorfer Gemeinderat Mario Jaksch wenig abgewinnen. Bereits beim Spatenstich Ende Februar wurde Kritik am Neubau laut. Die Bruckneudorfer Gemeindebürger hätten ein Recht zu erfahren, wie es zu dieser "architektonischen Fehlentscheidungen" kommen konnte. "Viele Bruckneudorfer erkennen in diesem hypermodernen Entwurf keine Kirche unserer mitteleuropäischen Tradition. Gerade bei einem Bauwerk für Generationen braucht es Offenheit, Identität und Akzeptanz vor Ort", gibt sich der FPÖ-Mandatar als Sprachrohr der Gemeinde.
Neubau werde politisiert
Die Aussagen der FPÖ weist die Diözese Eisenstadt entschieden zurück und spricht von einer "bewussten Desinformation", die darauf abzielt, ein religiöses Bauprojekt politisch zu instrumentalisieren und die Bevölkerung zu spalten. Wer aus einer öffentlich einsehbaren Bautafel ein Geheimnis konstruiert und aus einer klassischen Kuppel ein Bedrohungsszenario macht, betreibe keine Politik, sondern bewusste Täuschung der Bürgerinnen und Bürger, wird betont.
Vergleich mit Petersdom
Der Entwurf orientiere sich an einer klaren, zeitlosen Formensprache und greife mit einer Kuppel bewusst eine lange christliche Bautradition auf. Kuppelbauten seien seit Jahrhunderten ein Symbol für das Göttliche und in zahlreichen Kirchen – etwa dem Petersdom – verbreitet. Auch Verbindungen zu Ostkirchen seien im Sinne der Ökumene Teil des Konzepts. Ähnliche Argumente findet Bruckneudorfs Bürgermeister Gerhard Dreiszker (SPÖ) der den Neubau etwa mit der Karls Kirche in Wien vergleicht. "Egal welchen Bau man hinstellt, es wird immer umstritten sein. Die Kirche wird unseren Hauptplatz dennoch komplettieren", so Dreiszker.
Rätselraten zu den Kosten
Kritik übt Jaksch auch an der fehlenden Transparenz zu den Kosten für den Neubau. Hierzu wurde bereits beim Spatenstich eine "enge Partnerschaft" zwischen Land, Gemeinde und Diözese betont. Davon merke man nun wenig. "Wenn 28 konkrete Fragen zu Steuergeldern, Kosten, Planung und Transparenz gestellt werden und am Ende nur ‚keine Bedarfszuweisungen‘ plus ein langer Vortrag zum Kulturförderungsgesetz übrigbleibt, dann ist das keine Antwort, das ist politisches Ausweichen auf höchstem Niveau", ärgert sich Jaksch.
Die Abwicklung des Projekts erfolge laut Diözese aber vollkommen offen: "Dass der Bau durch die Expertise der PEB (Projektentwicklung Burgenland) begleitet wird, ist kein Geheimnis, sondern eine öffentlich bekannte Tatsache. Diese Information ist für jedermann transparent auf den Bautafeln vor Ort in Bruckneudorf abzulesen." Bei den Kosten werde derzeit noch am Feinschliff gearbeitet, anschließend erfolge die Ausschreibung. Laut Bürgermeister Gerhard Dreiszker dürfte der Baustart aber ohnehin erst mit Anfang 2027 erfolgen.
Zum Thema:
MeinBezirk auf
MeinBezirk als
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.