10.03.2017, 08:05 Uhr

Zimmerer: Ein Beruf mit Perspektiven

Zimmerer ist ein Beruf der Sparten Bauwesen und Holzverarbeitung. Der Zimmerer fertigt, errichtet und repariert Bauwerksteile wie Dachkonstruktionen, Balkone, Carports bis hin zu Ein- und Mehrfamilienhäuser.

GROßPETERSDORF. Auch ganze Bauwerke aus Holz entstehen unter seinen Händen, nämlich Block- und Fertighäuser sowie Nebengebäude, wie Carports oder Lagerhallen. Der Zimmerer fertigt Ein- und Mehrfamilienhäuser bis acht Stockwerke hoch, bis hin zu Ingenieurholzbauten. Brücken, Türme, Wasserbau, Landschaftsbau und ähnliches schließt das breite Berufsfeld des Zimmerers mit ein.
„Die Zimmererbranche erfährt im öffentlichen Ansehen leider immer noch nicht den hohen Stellenwert, der ihr aufgrund des vielfältigen Berufsfeldes und Einsatzes in technischen, ökologischen und energieeffizienten Bereichen gebühren würde“, so der Zimmerermeister Gregor Strobl von O.K. EnergieHaus in Großpetersdorf.

Beim Experten nachgefragt

Gregor Strobl und der Zimmererlehrling Manuel Fuchs aus Unterkohlstätten stellten sich dem Interview über die Vielfalt und die Berufschancen im Zimmerergewerbe.

Welchen Status hat der Zimmererberuf in unserer Region?
GREGOR STROBL: Leider nicht den, den er im Westen Österreichs hat, wo der Holzbau seit Jahrzehnten in allen Bereichen boomt. Der Zimmerer leistet auch bei uns großartige Arbeit, die Tätigkeit wächst durch den technischen Fortschritt immer mehr in die Holzbautechnik hinein und die Mitarbeiter sind körperlich, geistig aber auch kreativ gefordert. Daher sollte das Berufsbild eine höhere öffentliche Wertschätzung erfahren.

Wie vielfältig ist der Zimmererberuf?
Unser Beruf ist sehr breit angelegt, alles rund ums Holz und die Holzkonstruktion wird von uns bedient. Vom Vordach über Dachkonstruktionen bis hin zum 8-geschoßigen Wohnhaus, Hallen- und Siedlungsbau fällt alles in unseren Branchenbereich.

Welche Voraussetzungen sollte ein Lehrling mitbringen?
Neben der körperlichen Voraussetzung und handwerklichem Geschick sind technisches Verständnis, Schwindelfreiheit, Teamfähigkeit und Motivation für diesen Job erforderlich.

Wie erfolgt die Ausbildung?
Duales Ausbildungssystem im Betrieb und in der Berufsschule in Pinkafeld über 3 Jahre hindurch unter Berücksichtigung der gesetzlichen Sicherheitsvorgaben - Arbeiten an den Maschinen erst nach Maschinenkunde im 2. Lehrjahr. Ausbildung sowohl in der Produktion als auch bei der Montage auf Baustellen. Durch den Einsatz computergesteuerter Anlagen fließt der Zimmererberuf immer mehr in den technischen Bereich hinein.

Welche Aufstiegschancen bietet der Beruf?
Die Lehre wird mit der Gesellenprüfung abgeschlossen, dann folgt der Schritt zum Vorarbeiter auf der Baustelle oder in der Produktion, weiter vom Maschinenführer, bis hin zum Polier, Bauleiter, Meister, Ingenieur oder nach einem Studium zum Diplom-Ingenieur.

Wie sind die Jobaussichten und die Verdienstmöglichkeiten in unserer Region
In der Region Südburgenland sind über 300 Zimmerer beschäftigt, leider immer noch zu wenige. Daher bilden wir gerne Facharbeiter in unserem Bereich aus, die auch alle einen Arbeitsplatz bekommen. Ein Geselle verdient ca. 2000 Euro Brutto Einstiegsgehalt und wird bei entsprechender Qualifikation und Engagement über dem Kollektivvertrag entlohnt.

Was hat dich bewogen, die Zimmererlehre zu beginnen?
MANUEL FUCHS: Ich komme aus einer sehr waldreichen Gegend und habe daher die Holzarbeit schon sehr früh hautnah miterleben dürfen, dadurch ist die Liebe zur Arbeit mit Holz gewachsen.

Haben sich deine beruflichen Vorstellungen bis jetzt erfüllt?
Meine Vorstellungen wurden übertroffen, ich durfte bereits sowohl auf der Baustelle als auch in der Produktion viel Erfahrung sammeln und selbst auf Maschinen arbeiten, weil ich die Voraussetzungen dafür schon erfülle.

Was wäre in der Ausbildung zu verbessern?
Als Lehrling ist man anfangs auf Baustellen aus Sicherheitsgründen zum Zuschauen verurteilt, weil man auf keine Leiter steigen und keine Maschine bedienen darf. Mir ist aber wichtig, selbst am Entstehen beteiligt zu sein.

Welche Berufsziele schweben dir vor?
Ich möchte die Ausbildung abschließen, Erfahrung in der Produktion und auf Baustellen sammeln und mich dann über den Vorarbeiter bis zum Polier, vielleicht sogar bis zum Meister weiterbilden.

Link: Holzbauweise ist ökologisch und preisgünstig

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Ilse W. aus Bruck an der Leitha | 10.03.2017 | 08:13   Melden
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Peter Seper aus Oberwart | 10.03.2017 | 08:15   Melden
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Ilse W. aus Bruck an der Leitha | 10.03.2017 | 08:27   Melden
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Peter Seper aus Oberwart | 12.03.2017 | 18:34   Melden
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Marie O. aus Graz | 12.03.2017 | 19:46   Melden
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Peter Seper aus Oberwart | 14.03.2017 | 06:24   Melden
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Elisabeth Staudinger aus Vöcklabruck | 14.03.2017 | 07:08   Melden
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Peter Seper aus Oberwart | 14.03.2017 | 18:07   Melden
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