13.08.2016, 00:00 Uhr

Auf Du und Du mit jungen Flüchtlingen

Ein kleines Dankeschön für Lukas Pacher (re)., der mit den Jugendlichen den Ofen gebaut hat.

"Offenes Haus" in der Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Dölsach.

DÖLSACH. Im Dezember 2015 startete SOS-Kinderdorf in der Gemeinde Dölsach eine Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Zur Verfügung gestellt wurde das Gebäude von Andrea und Harald Miglar, die auch die notwendigen Adaptierungsarbeiten auf eigene Kosten durchgeführt hben. Aktuell leben in der WG 14 Burschen zwischen 14 und 16 Jahren. Zehn von ihnen kommen aus Afghanistan, drei aus Somalia und einer aus Albanien.
Am 11. Juli haben die Hauseigentümer und SOS-Kinderdorf als Träger und Betreiber der WG die Türen für die Dölsacher Bevölkerung geöffnet und Interessierte eingeladen, sich bei Gesprächen und Begegnungen mit den jungen Hausbewohnern in gemütlicher Atmosphäre persönlich ein Bild über die Arbeit und Entwicklung in der Wohngemeinschaft zu machen.

Breite Unterstützung

"Ich bin fast ein bisschen erschlagen, dass so viele Menschen heute gekommen sind", freute sich der SOS-Kinderdorf-Leiter von Osttirol, Guido Fuß, über die zahlreichen Besucher. Zusammen mit Egon Wibmer, dem Leiter der Dölsacher Wohngemeinschaft gab er einen kurzen Rückblick über die vergangenen Monate. Sie sprachen dabei über Herausforderungen, wie zum Beispiel den Jugendlichen die örtlichen Gepflogenheiten beizubringen oder die sprachlichen Barrieren und daraus hervorgehende Missverständnisse, aber auch über die breite Unterstützung, die von Seiten der Gemeinde, den Sport- und Bildungsinstitutionen sowie von Firmen und Privatpersonen entgegengebracht wird.

Ein Kunstwerk im Garten

Einer von diesen Privatpersonen ist der Pensionierte Maurer Lukas Pacher. Er hat in über 250 ehrenamtlichen Stunden zusammen mit den Jugendlichen im Garten des Wohnhauses einen kunstvollen Fladenbrot-Ofen aufgemauert und ihnen dabei Einblick in das Handwerk gegeben. "Die Jungs haben brav mitgeholfen und wir haben uns gut verstanden", berichtet Pacher. Das Kunstwerk wurde im Rahmen des "Offenen Hauses" eingeweiht und die Besucher hatten gleich Gelegenheit die köstlichen Fladen zu verkosten. Zum Abschluss waren noch einmal die jungen Hausbewohner am Wort und erzählten von ihrer Herkunft und wie es ihnen nach mehr als einem halben Jahr in Dölsach gefällt und so mancher Besucher staunte nicht schlecht, wie gut die Jungs nach dieser kurzen Zeit schon die Deutsche Sprache beherrschen.
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