MS Ottakring
Schülerinnen verfassten ein Buch über ihre Probleme

Hala Altahan hat in dem Buch: "I got 99 Problems, let me tell you about one" von der Mittelschule Kopp 2 Ottakring ihre Geschichte erzählt. | Foto: Philipp Scheiber
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Schülerinnen aus Ottakring haben ein Buch verfasst, mit dem sie auf ihre Sorgen und Nöte aufmerksam machen. Erzählt wird von Gewalt, Flucht aus den Heimatländern oder Probleme in der Familie.

WIEN/OTTAKRING. Jeder hat Probleme, mit denen man irgendwie zurechtkommen muss. Um diese zu verarbeiten, soll man am besten darüber reden. Neun Schülerinnen aus der Mittelschule Kopp 2 Ottakring wählten einen anderen Ansatz. Sie schrieben ein ganzes Buch mit dem passenden Titel: "I got 99 Problems, let me tell you about one".

Nichts ahnend machte sich MeinBezirk auf in die Jugendzone 16 in der Ottakringerstraße 200, um den Worten der Schülerinnen zu lauschen. Dass die Geschichten, vorgetragenen von Burgschauspielerin Zeynep Buyraç, einen jedoch dermaßen in den Bann ziehen, hatte wohl keiner erwartet. Erzählt wurde über Gewalt in der Familie, Drogenkonsum, falschen Freunden und vermehrt über Rassismus. Man war von den Erzählungen derart gefesselt, dass man nie wusste, wo die Realität aufhört und die Freiheit der Künstlerinnen beginnt.

Burgschauspielerin Zeynep Buyraç war überwältigt von den Geschichten der Mädchen. | Foto: Philipp Scheiber
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Auch die Vortragende der Geschichten ist überwältigt von den Mädchen. "Ich finde das Konzept einmalig, einzigartig und großartig. Ich mache viele Lesungen von Jugendlichen und dieses Projekt ist wirklich etwas Besonderes. Es geht um Geschichten, die nicht leicht zu erzählen sind. Und so viel Privates in der literarischen Form von sich gegeben, sehr bewundernswert. Diese Geschichten gehören in der ganzen Stadt und im ganzen Land gehört."

Monate an Vorbereitung

Dass man von den Geschichten regelrecht verschluckt wird, lag mit Sicherheit auch an den monatelangen Vorbereitungen. Über das ganze Schuljahr 2023/24 arbeiteten Schülerinnen und die Lehrkörper Barbara Antal und Wolfgang Irbinger im Rahmen des Projekts "TEXTE.Werkstatt" an dem Buch. Besonders ist, dass die emotionalen Geschichten sowohl in Deutsch als auch in Englisch verfasst wurden. 

Manche trugen ihre emotionalen Geschichten sogar selbst vor. | Foto: Philipp Scheiber
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Irbinger konnte in einem kurzen Interview nicht verbergen, wie stolz er auf seine Schülerinnen ist. "Sie habens' noch besser gemacht als ich es mir vorstellen konnte. Ich bin mega stolz auf alle Kinder, die entgegen den Vorurteilen bewiesen haben, was ich bereits wusste. Sie haben nachgedacht, was sie sagen wollen, hart daran gearbeitet, viele Male die Texte überarbeitet und einen Fleiß gezeigt, den man Ottakringer Schülern oft nicht zutraut. Diese Schüler haben so eine Power, die können Diamanten mit ihren bloßen Händen erschaffen. Sie haben einfach unendlich viel Kraft", so der Lehrer.

Die jungen Schriftstellerinnen

Nun wollte MeinBezirk aber auch aus erster Hand erfahren, wie es so war, ein Buch zu verfassen und über die Schicksale zu schreiben. Hala Altahan ist seit fünf Jahren in Österreich und schreib in ihrem Bericht "2 in 1" über ihre Reise: "Ich schrieb, wie sich mein Leben verändert hat, über die vielen Reisen von einem Ort zum anderen und wie ich mich selbst verändert habe." Auf die Frage, ob sie sich schwergetan hat, ihre Reise in Worte zu fassen, meinte Altahan, dass das Gegenteil der Fall war. Sie habe einfach ihre Gefühle niedergeschrieben. 

Abschließend erklärt uns die 15-Jährige, dass es ein unbeschreiblich gutes Gefühl sei, selbst ein Buch geschrieben zu haben und sie sei auf sich und die anderen Mädchen wirklich stolz.

Inas Hamat fasste ihre Reise von Syrien nach Wien zusammen. | Foto: Philipp Scheiber
  • Inas Hamat fasste ihre Reise von Syrien nach Wien zusammen.
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Inas Hamat fasste ihre Flucht von Syrien nach Wien in Worte. Sie meint: "Im Gegenteil dazu, was alle dachten, fiel es mir leicht, den Artikel zu schreiben. Ich war glücklich durch das Schreiben die Reise loszulassen, denn ich hatte davor nie die Chance meine Erfahrungen in Worte zu fassen." Darüber hinaus möchte sie den Mädchen, die eine ähnliche Reise vor sich haben mitgeben, dass es eine schwere Zeit sein wird, aber wenn man stark genug ist, wird man es definitiv überstehen.

Zeynep Buyraç will abschließend den Mädchen noch etwas Mut machen: "Man soll sich nie einreden lassen, dass wir nicht in diese Stadt gehören, denn wir sind Wien, wir sind Österreich und die Mädchen sollen darauf bestehen, auf Augenhöhe behandelt zu werden."

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