Schulgarten Diesterweggasse: Vom Verschwinden einer Oase

Der Garten der Volksschule Diesterwegggasse wird zu einem großen Teil verbaut.
  • Der Garten der Volksschule Diesterwegggasse wird zu einem großen Teil verbaut.
  • hochgeladen von Elisabeth Schwenter

PENZING. Ein Paradies war der Garten der Volksschule Diesterweggasse. Kaum eine andere Schule in der Umgebung durfte eine ähnlich grüne und vielfältige Oase ihr Eigen nennen. Doch das ist nun vorbei, denn das Grün wird immer mehr zu einem Braun und Grau. Ein großer Teil der Gartenanlage wird zurzeit verbaut. Mehr Klassen sollen hier in Zukunft untergebracht werden können.

"Vor zehn Jahren wurde schon einmal ein Container auf dem Gelände der Schule aufgestellt", erzählt Susanne Jerusalem, ehemalige Grünen-Bezirksrätin und Mitbegründerin der ersten Freien Schule Wiens. "Damals hieß es, das sei nur vorübergehend." Doch der Container steht noch immer da. Nun kommen neue Holzbauten dazu. "Die Volksschule Diesterweggasse hatte einen schönen, großen Garten und einen Fußballplatz. Eine Ganztagsschule braucht das auch. Meiner Meinung nach ist das eine deutliche Beschränkung der Qualität", zeigt sich Jerusalem besorgt.

Was bleibt vom Garten?

Beim Lesen des Schulprofils der Volksschule kann man schon ins Träumen kommen: "Die Schule beherbergt 15 Klassen. Auf dem Schulgelände befindet sich ein großer Garten mit teilweise altem Baumbestand. Die Schüler und Schülerinnen finden dort Gelegenheit zum Ballspielen, Klettern und Schaukeln. Der Garten mit Sitzgelegenheiten lädt dazu ein, den Unterricht bei geeignetem Wetter im Freien abzuhalten. Ein Teil des Gartens ist als Schul- und Lehrgarten mit Beeten ausgestattet", steht da. Die Vermutung liegt nahe, dass für vieles davon in Zukunft kein Platz mehr sein wird.

Der Direktor der Schule, Erich Schillerwein, verweist auf Nachfrage an die MA 56 (Wiener Schulen) der Stadt Wien. In Zukunft sollen an dem Standort 21 Klassen in Form einer Ganztagsvolksschule unterrichtet werden, erfährt man hier. "Als Kompensation für die entfallende Freifläche wird auf dem Dach der Schulerweiterung ein großer Hartplatz samt angeschlossener Terrasse errichtet", erklärt Patrick Timmelmayer von der MA 56. Zudem soll der Spielhügel auf dem Schulareal wiederhergestellt werden. "Weiters wird durch die Errichtung eines Gymnastiksaals im Schulerweiterungsbau eine zusätzliche, witterungsunabhängig nutzbare Bewegungsfläche geschaffen." Ein Gymnastiksaal soll demnach also einen Teil der Freifläche ersetzen. Außerdem, so Timmelmayer, werden die Mobilklassen bis auf Weiteres am Standort verbleiben.

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