Gefährliche Grippe
Influenza: Drei Mal so viele Tote wie im Straßenverkehr

Schwere Fälle der Influenza betreffen meist Menschen über 60 Jahre, Säuglinge sowie Kleinkinder, warnt die Ärztekammer OÖ.
  • Schwere Fälle der Influenza betreffen meist Menschen über 60 Jahre, Säuglinge sowie Kleinkinder, warnt die Ärztekammer OÖ.
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Die Grippe ist auf dem Vormarsch – die ersten Patienten hüten hierzulande bereits das Bett. Und das, obwohl es eigentlich eine Impfung gegen die Virus-Erkrankung gibt. Vor allem Menschen mit Vorerkrankungen sind derzeit gefährdet.

OÖ. In der vorigen Grippesaison 2018/2019 starben laut Information der Ärztekammer OÖ an der Virusgrippe rund 1.400 Menschen in Österreich, das sind mehr als drei Mal so viele wie im Straßenverkehr. Darunter waren aber nicht nur jene Patienten, die zur Risikogruppe zählen – wie etwa chronisch Kranke und Hochbetagte – sondern auch Kinder.

„Die Influenza ist eine potenziell schwere und tödliche Erkrankung. In Europa ist es die Infektionskrankheit mit den meisten Todesfällen“, sagt Georg Palmisano, Facharzt für klinische Mikrobiologie und Hygiene und Fachgruppenvertreter in der Ärztekammer für Oberösterreich. Doch keine Panik – oftmals steckt hinter der vermeintlichen Viruserkrankung ein grippaler Infekt, der nicht zu verwechseln ist mit der echten Grippe. So unterscheidet man diesen von der echten Grippe: „Bei der Influenza hat man plötzlich Fieber, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Gliederschmerzen, Halskratzen und Reizhusten. Sie dauert bei unkompliziertem Verlauf mindestens fünf bis sieben Tage, oft braucht es aber auch zwei Wochen, bis man sich wieder halbwegs fit fühlt“, weiß Palmisano. 

Gefahr durch Komplikationen

Komplikationen bei der Influenza können grundsätzlich bei allen grippekranken Personen auftreten. Die Influenza-Viren zerstören durch ihre massive Vermehrung in den Zellen die äußerste Schicht der Atemorgane und können darüber hinaus das Immunsystem schwächen, indem sie auch die vom Körper zur Abwehr produzierten Fresszellen (Makrophagen) verringern.
Die dadurch geschädigte Atemwegsschleimhaut stellt somit einen idealen Nährboden für Bakterien dar, die nun ungehindert eindringen können. Hierdurch kommt es leicht zu bakteriellen Infektionen (Super- bzw. Sekundärinfektionen), die häufig sehr viel schwerer verlaufen als die eigentliche Influenza. Beispiele dafür sind Nasennebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung, eitrige Bronchitis sowie Lungenentzündung.

Schwere Fälle der Influenza

Wie stark die Auswirkungen der Grippe sind, hängt vom allgemeinen Gesundheitszustand des Menschen ab. Schwere Fälle der Influenza betreffen meist Menschen über 60 Jahre, Säuglinge sowie Kleinkinder. Ein erhöhtes Risiko liegt auch bei Schwangeren, Patienten mit Vorerkrankungen der Atemwege, der Nieren oder des Herzens, vor.
Daher sind Menschen mit Grunderkrankungen sowie Menschen, die im Gesundheits- und Pflegebereich arbeiten oder familiär häufig Kontakt mit älteren und chronisch kranken Menschen zu tun haben, eine wichtige Zielgruppe der Grippeimpfung. Diese schützt zwar nicht zu 100 Prozent, vermindert aber die Ansteckungsgefahr. Die Durchimpfungsrate liegt bei unter zehn Prozent, damit ist Österreich Schlusslicht in Europa.

Autor:

Ulrike Plank aus Perg

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