Tag der Zahngesundheit
Richtige Ernährung und Pflege für gesunde Zähne

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Gesunde Zähne sind nicht nur schön, sondern auch wichtig für die Gesundheit des Menschen allgemein. Der "Tag der Zahngesundheit" am 25. September soll dies in Erinnerung rufen.

OÖ. Wie man seine Zähne optimal pflegt, weiß Roland Bühler von der Zahnärztekammer Oberösterreich: "Mindestens zwei Mal täglich Zähne putzen: Die Plaque, das ist ein Bakterienfilm, muss entfernt werden. Fertig ist man übrigens dann, wenn die Zähne sauber sind und alle geputzt sind, das kann eventuell nach zwei Minuten sein, aber auch länger dauern. Hilfreich sind elektrische Zahnbürsten mit einer Druckkontrolle. Das Zahnfleisch sollte ebenfalls geputzt werden. Ganz wichtig: Zahnseide benutzen. Der Großteil der Karies entsteht zwischen den Zähnen wo die Zahnbürste nicht hinkommt. Dieser Teil sollte mit Zahnseide gereinigt werden." Eine professionelle Zahnreinigung sollte zwei Mal im Jahr erfolgen: "Bei dieser sogenannten Prophylaxe werden Beläge und Verfärbungen entfernt, die Zähne fluoridiert und poliert. Das hat sich sehr bewährt. Zu guter Letzt, Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt machen, die sind gratis in Österreich, nur einen Termin machen und gehen muss man schon selber!"

Ernährung spielt große Rolle

Neben der Pflege hat auch die Ernährung einen großen Einfluss auf die Zahngesundheit.
"Softdrinks, Smoothies und Energydrinks sind voll von Zucker. Haben Sie Durst, trinken Sie Wasser. Auch in Lebensmitteln ist mehr Zucker als man erwartet, hier muss man auf die Kennzeichnung achten", sagt Bühler, der außerdem zu längeren Pausen zwischen den Mahlzeiten rät, da dies den Säurespiegel senkt. Für zwischendurch sind auch zuckerfreie Kaugummis geeignet.
"Kaugummi kauen wirkt auch speichelanregend. Der Speichel ist gut, um die Zahnoberfläche intakt zu halten. Eine Reinigung durch den Kaugummi bzw. dessen klebrige Konsistenz kommt noch dazu. Bakterienbeläge und Speisereste werden entfernt. Keineswegs aber wird das Zähneputzen ersetzt. Xylithältige Kaugummis neutralisieren die Säure die durch Bakterien gebildet wird, hemmen sogar die Bildung der Säure in den Bakterien", sagt der Experte.

Moderne Behandlungsmethoden

"Der Zugang ist heute ein anderer als in den 1980ern. Vorbeugende Maßnahmen rücken immer mehr in den Vordergrund. Zahnprophylaxe beispielsweise. Wahrscheinlich wird auch zahnerhaltender gearbeitet als in den 80ern. Am Bohren selber hat sich wenig verändert. Die Materialien sind hochwertiger und genauer geworden. Die Möglichkeiten der Versorgungen mit Implantaten und Knochenaufbauten sind gegeben. Moderne Arten der Wurzelbehandlung erhöhen die Erfolgsquote und senken den Leidensdruck des Patienten. Der Laser wird in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Lachgas und Hypnose haben ihren Weg in die Zahnheilkunde gefunden. Auch Vollnarkosen sind ein Weg um das Ziel zu erreichen. Wichtiger erscheint mir allerdings eine gute Vertrauensbasis zwischen Patient und Zahnarzt", meint Roland Bühler.

Warum auf die Zähne achten?

"Der Mund und somit die Zähne sind der Beginn des Verdauungsapparates. Ein ausreichendes Zerkleinern der Nahrung ist wünschenswert und hat einen positiven Effekt. Die Sprache bzw. Lautbildung ist auch eine Aufgabe an der Zähne wesentlich beteiligt sind. Auch eine soziale Komponente darf man nicht vernachlässigen, als persönliche Visitenkarte sozusagen. Die Zähne müssen nicht unbedingt strahlend weiß und in Reih und Glied stehen wie Fliesen in einem Badezimmer. Schwarz und braun mit Lücken sollten sie aber auch nicht sein", erklärt der Fachmann der Zahnärztekammer.
"Ruinen im Mund stellen auch noch ein gesundheitliches Risiko dar. Geschwollene Backen sind antibiotisch meist noch in den Griff zu bekommen, aber spätestens, wenn sie einen Patienten mit einem Hirnabszess wegen eines verrotteten Zahns auf der Intensivstation gesehen haben, wird Ihnen bewusst, wie unangenehm sowas ausgehen kann", warnt Bühler.

Tipps für Eltern

Roland Bühler rät:

"Gehen Sie früh genug zum Zahnarzt!!!
Wann ist das? Mit dem ersten Zahn, aber weniger des ersten Zahnes wegen sondern um die Verhaltensmuster der Eltern abzuklären! Das wäre wünschenswert. Ist mir aber noch NIE passiert!

Führen Sie Ihre Kinder an den Zahnarzt heran. Wenn der Mund beim ersten Mal nicht aufgemacht wird, beim dritten Mal klappt es meist. Nehmen Sie Ihre Kleinen mit, wenn Sie selber eine Kontrolle haben, gegebenenfalls machen Sie einen extra Termin, wenn Sie selber nicht so gerne gehen. Sagen Sie niemals, dass sie Angst haben vor dem Zahnarzt. Was soll ihr Kind denken? Warum sollte es freiwillig zu einem Menschen gehen, vor dem Sie selber Angst haben?

Wenn der erste Zahnarztbesuch als Schmerzpatient erfolgt, weil die Zähen in vermeintlich gesundem Fruchtsaft oder ähnlichem gebadet wurden und das über lange Zeit, dann wird es schon sehr mühsam, für das Kind und auch für den Zahnarzt.
Nicht einschlafen mit einem Flascherl, außer es ist Wasser oder ungesüßter Tee drinnen.

Erfinden sie keine Ausreden für Ihr Kind. „Mein Kind trinkt kein Wasser!“, „Mein Kind will nicht Zähne putzen!“ usw. SIE sind für die Kinder verantwortlich. Gewöhnen Sie den Kleinen an, Wasser zu trinken, das ist ganz einfach, es gibt nämlich nichts anderes mehr. Und ein paar Mal gegen den Willen des Kindes die Zähne geputzt erspart Ihnen wahrscheinlich viele Besuche beim Zahnarzt.
Gesunde Ernährung, Süßigkeiten in überschaubaren Mengen und ein gutes Vorbild sein."

Autor:

Ulrike Plank aus Perg

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