Ältester KZ-Überlebender Österreichs an der HLW Perg

Engleitner und Rammerstorfer mit Karl Hackl und Schülern der HLW Perg
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PERG (ulo). Wenige Wochen vor Vollendung seines 107. Lebensjahres besuchte Leopold Engleitner gemeinsam mit seinem Biografen Bernhard Rammerstorfer die Schüler und Lehrer der HLW Perg.
Die 165 Schüler und Lehrer, darunter auch Gastschüler aus Florida, waren vom ältesten Holocaust-Vortragenden weltweit äußerst beeindruckt und lauschten gespannt seinen Erfahrungen, die mehr als 100 Jahre zurückreichen. Engleitner hob die Bedeutung von Menschlichkeit und Toleranz hervor und bat die Jugendlichen, ihr Leben nach gerechten Grundsätzen auszurichten, denn das sei eine Grundvoraussetzung für den Frieden. Die Schüler waren außerordentlich interessiert, stellten viele persönliche Fragen und werden diesen einzigartigen Geschichtsunterricht ihr Leben lang nicht vergessen.

Leopold Engleitner traf in seiner Jugend in Bad Ischl, wo er aufgewachsen ist, noch Kaiser Franz Josef und musste die Schrecken des Ersten Weltkrieges als Schuljunge erleben.
Während des Nazi-Regimes verweigerte er als einfacher Bauernknecht aufgrund seiner religiösen Überzeugung als Zeuge Jehovas den Dienst in der Deutschen Wehrmacht. Die Nazis quälten ihn deshalb in den Konzentrationslagern Buchenwald, Niederhagen und Ravensbrück. Nach jahrelanger KZ-Zwangsarbeit und schwersten Misshandlungen wurde er im Juli 1943 mit nur 28 Kilogramm aus dem KZ entlassen. Die Bedingung war: „Lebenslange Zwangsarbeit in der Landwirtschaft“. In der Heimat arbeitete er dann auf einem Bauernhof als Zwangsarbeiter, bis er kurz vor Kriegsende noch den Einberufungsbefehl erhielt. Daraufhin flüchtete er ins Gebirge des Salzkammerguts. Wochenlang wurde er von den Nazis gejagt, aber nicht aufgespürt.

Nach dem Krieg war sein Leben als ehemaliger KZ-Häftling jahrzehntelang von Ausgrenzung und Unverständnis geprägt. Mit unerschütterlichem Gottvertrauen bewältigte er ein Leben voller Ablehnung und ließ sich die Lebensfreude nicht rauben. Erst eine zufällige Bekanntschaft mit dem Mühlviertler Autor und Filmproduzenten Bernhard Rammerstorfer, die zur Veröffentlichung seiner Biografie in Form des Buches und Dokumentarfilms „Ungebrochener Wille“ führte, verhalf ihm zu einer unerwarteten Rehabilitierung.

Im hohen Alter begann Engleitner mit Rammerstorfer eine außergewöhnliche Tätigkeit als Zeitzeuge gegen das Vergessen und reiste von 1999 bis 2012 mehr als 130.000 Kilometer durch Europa und die USA. Tausenden von jungen Menschen führte er an Schulen und Universitäten, darunter an der Stanford und Harvard University, die schrecklichen Auswirkungen totalitärer Regime und Gruppenzwang vor Augen.

Engleitner wirkte auch an Rammerstorfers neuem Buch-DVD-Interviewprojekt „Im Zeugenstand“ mit, bei dem der Autor neun Holocaust-Überlebende auf Basis von Schüler- und Studentenfragen von der ganzen Welt interviewt hat. Dieses 2012 veröffentlichte Projekt wurden Schulen und Bildungseinrichtungen vom BMUKK sehr empfohlen.

Da sich Engleitners Gesundheitszustand verschlechtert hat und er nicht mehr alleine wohnen kann, wird er seit Februar 2011 von seinem Biografen und dessen Familie im Mühlviertel betreut. Auch wenn es ihn Anstrengungen kostet, ist es ihm nach wie vor ein Anliegen und eine Freude, Schulen zu besuchen und die Jugend an seinen Erfahrungen teilhaben zu lassen.

Engleitner und Rammerstorfer mit Karl Hackl und Schülern der HLW Perg
Leopold Engleitner berichtete in der HLW Perg über seine Gefangenschaft in Konzentrationslagern.
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