Biber im Machland
"Die Bäume fallen der Reihe nach um"

Christian Lang zeigt auf angenagte Bäume auf eigenem Grund in der Saxner Ortschaft Eizendorf, nahe dem Donauradweg.
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  • Christian Lang zeigt auf angenagte Bäume auf eigenem Grund in der Saxner Ortschaft Eizendorf, nahe dem Donauradweg.
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"Die Bäume fallen nach der Reihe um", sagt Landwirt Christian Lang und fordert jetzt Lösungen.

MACHLAND. Christian Lang aus Baumgartenberg spricht von "massiver Überpopulation", "massiven Schäden in der Forstwirtschaft" und einem "massiven Sicherheitsproblem". Es gebe für Biber geeignete Reviere, aufgrund der wachsenden Population würden sich die Tiere aber an nicht geeigneten Orten niederlassen. "Man bringt entlang von Gewässern kaum mehr einen Baum in die Höhe. Durch die Stautätigkeit werden Flächen überflutet und stehen zum Teil das ganze Jahr unter Wasser."

"Bis etwas passiert"

Sorge bereitet ihm die Sicherheit. Es gebe am Donauradweg Hunderte angenagte Bäume. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis etwas passiert." Er kritisiert, dass der Grundeigentümer – neben wirtschaftlichen Einbußen – für Biber-Schäder haftet. Immer wieder komme es auch vor, dass Bauern mit Geräten in Biberbauten einsinken.

Gefahr für den Damm

Beim Lokalaugenschein in Mettensdorf sagt Lang: "Die Bäume fallen nach der Reihe um." Der ursprünglich drei, vier Meter breite Fluss hat sich durch die Biber-Stautätigkeit stark verbreitert. Hier ist auch die Nähe zum Machlanddamm Thema. Der Biber verrichtet nicht einmal 30 Meter vom Ringdamm entfernt seine Dinge. Baumgartenbergs Bürgermeister Gerhard Fornwagner hat "Sorgen um die Sicherheit, dass der Damm seinen Schutz halten kann". Biberschutz-Maßnahmen seien ja nicht eingebaut worden. "Es ist ein leidiges und mühsames Thema. Wir werden aber nicht aufhören, darauf hinzuweisen."

"Brauchen Lösungen"

Grundeigentümer aus der Region haben sich zur "Interessensgemeinschaft Biberschäden" zusammengeschlossen. "Der Punkt ist erreicht, an dem wir Lösungen brauchen", so Lang. "Es braucht klar regulierende Eingriffe." Der Biber gehöre in Naturgebiete und entnommen, wenn er das Gebiet verlässt. Auch hinsichtlich Versicherungsschutz für Grundbesitzer und Entschädigungen fordert er Lösungen. Zusätzlich brauche es klare Regeln, weil das Gebiet in Kürze zum "Natura-2000-Gebiet" werden soll.

So sieht's der Landesrat

Landeshauptmann-Vize und Naturschutz-Landesrat Manfred Haimbuchner (FP) verweist auf die bestehende Sachlage: "Der Biber ist aufgrund von EU-Vorgaben strengstens geschützt." Bei vorschnellem Handeln würde es zu einem Vertragsverletzungsverfahren der EU kommen. Man arbeite daher an einer genauen Untersuchung der Population. Haimbuchner erklärt: "Nur wenn der Biber einen günstigen Erhaltungszustand erreicht hat, kann man eingreifen." Der Biber bleibe aber geschützt. "Wir leben mit dem Biber und werden mit ihm leben müssen. Ich bin dagegen, ihn auszurotten." Zu höheren Entschädigungen sagt er: "Ich verwehre mich der Diskussion nicht. An Entschädigungen arbeiten wir und diese haben wir auch schon verbessert."

"Revier ist territorial"

Vor gut einem Jahr gab die Bezirkshauptmannschaft (BH) Perg aus Gründen der Damm-Sicherheit befristet den Abschuss von zehn Bibern in Mettensdorf frei. Gefangen und entnommen wurde aber nur ein Biber. Johannes Moser von der BH sieht darin ohnehin keine Dauer-Lösung: "Das Revier ist territorial. Es dauert nur wenige Wochen bis ein neues Tier oder Sippe das übernimmt. Ohne technische Schutzmaßnahmen wird man der Situation nicht dauerhaft Herr." Es hätte auch schon Entnahme-Anträge wegen landwirtschaftlicher Schäden gegeben: "Die Schäden sind aber bei Weitem nicht so hoch, dass nach jetziger Rechtslage an eine Entnahme zu denken ist."


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