Viertes Menschrechte - Symposium digital
Humanitäre Werte trotz(en) Terror und Lockdown

Tolle hochengagierte Arbeit unter harten Corona-Einschränkungen: Das Kernteam des Menschrechte-Symposiums im Haus der Erinnerung.
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  • Tolle hochengagierte Arbeit unter harten Corona-Einschränkungen: Das Kernteam des Menschrechte-Symposiums im Haus der Erinnerung.
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Menschrechte sind unendlich viel wert und jeder Einsatz dafür lohnt sich. Trotz dramatischer Ereignisse im Umfeld und Corona-Lockdown schafften es die Initiatoren des vierten Internationalen Menschrechte-Symposiums, vom 5. bis 9. November ein beeindruckendes, überwiegend online präsentiertes Programm durchzuführen. 
ST.GEORGEN-LANGENSTEIN-MAUTHAUSEN. Genau drei Organisationstermine waren unter halbwegs "normalen" Bedingungen möglich. Der große Rest des Programms entstand, teils sogar in Quarantäne,  im Homeoffice und bei Videomeetings, geprägt von belastendenden Schlagzeilen.
Angst und Verunsicherung gepaart mit zunehmender gesellschaftlicher Spaltung und der Suche nach Schuldigen für die angesichts eskalierender Fallzahlen strikten Corona-Einschränkungen. Drei Tage vor Eröffnung der Lockdown, alle Publikumsveranstaltungen vor Ort mussten abgesagt werden. Dazu der für viele Menschen erschreckende Werteverfall im US-Wahlkampf und die beklemmenden Eindrücke der Terrornacht in Wien: Menschenrechte daheim und weltweit in akuter Bedrängnis.

Symposium als bewusster Kontrapunkt 

Viele hätten wohl resigniert eine Veranstaltung mit dem Leitmotiv "Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person. (Artikel 3, Allgemeine Erklärung der Menschrechte)" abgesagt. "Wir nicht! Im Gegenteil - gerade jetzt und gerade deswegen haben wir diese Herausforderung positiv angenommen", sind sich Geschäftsführerin Andrea Wahl und das bunt gemixte Team der Bewussstseinsregion einig. "Wir haben unter Zeitdruck wertvolles Know-how für künftige digitale Wissensvermittlung erworben. Inhaltlich sind die aktuellen Negativereignisse beste Motivation für einen aktiven Kontrapunkt. Der Schutz und die Entwicklung von Menschenrechten brauchen weite Blickwinkel, breites Hintergrundwissen und positive gelebte Diskussionskultur. Ebenso kritisches Hinterfragen, was die Informationsflut auf allen Kanälen mit uns macht, und wie uns eigene Vorurteile und Stereotypen unbewusst manipulieren. Wir wollen nicht mit dem Finger auf jemanden zeigen, aber zum Nachdenken und Reflektieren anregen. Dafür ist unser Programm maßgeschneidert, dafür haben wir gemeinsam durchgehalten!" 

Professionelle Online-Übertragung 

Die Organisatoren haben es zusammen mit den Vortragenden, Künstlern, Workshopleitern und allen Teilnehmern geschafft, innerhalb weniger Tage das gesamte Programm ins Internet zu verlegen und im "Haus der Erinnerung" als Schaltzentrale professionell abzuwickeln. Nur fürs Foto der Bezirksrundschau gruppierte sich das Symposiums-Kernteam für eine Minute im Sicherheitsabstand und mit - wegen kurz abgenommener Maske - angehaltenem Atem. Dann teilte man sich sofort wieder in mehrere Räume auf. Künstler, Akteure und Diskutanten zeigten sich an allen Symposiumstagen besonders motiviert, ihren persönlichen Anteil beizutragen. Egal ob die Lesung "Alles gleich Mensch" von Michale Köhlmeier mit Konzert von Cynthia Nickschas und Free Willy,  ob Poetry Slam, Kasperltheater zu Kinderrechten oder engagierte Diskussionen in den vielfältigen Workshops - das Thema Menschrechte ist vielfältig und oft kontrovers. Ausgesprochen beeindruckend war auch das "Internationale Literaturfrühstück" am Sonntagvormittag.

Literaturfrühstück zu Hass im Netz.

Autor und Kabarettist Klaus Oppitz - er verfasst unter anderem Gags für "Wir sind Kaiser"- beschrieb in einer Lesung aus seinem neuen Buch eindringlich, wie rasch aus einem zornigen Hassposting eines biederen aber frustrierten Bürgers harte eskalierende  Realität bis hin zum Mordauftrag gegen Belohnung wird. Zur fiktiven Erzählung dann die realen Erlebnisse im Netz, welche eine junge österreichische Muslima sichtlich emotional beschreibt. Erschütternd, wieviel Beleidigungen und Gewaltandrohungen alleine das simple Tragen eines Kopftuchs auslöst. Der Mensch dahinter verschwindet als Person, wird zum hilflosen Feindbild eines anonymen, verhetzten Pöbels.  Unterscheiden wir uns in der Anonymität des Internets wirklich so sehr vom geifernden Publikum einst im Kolosseum, vom Volk, dass sich an Hexenverbrennungen ergötzte oder der hysterisch - verblendeten Masse, die damals wie heute ihren "Führern" zujubelt?

Alle Inhalte online abrufbar

Es würde den Inhalt des Beitrags sprengen, auf die vielen weiteren lesens- und hörenswerten Symposiumsbeiträge einzugehen. Sie alle sind auf der Homepage der Bewusstseinregion abrufbar. Reinschauen und -hören zahlt sich definitiv aus!
Link:
www.bewusstseinsregion.at/menschenrechtesymposium/menschenrechtesymposium-2020/

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