Seltener Gartengast
Prächtiger Besucher: Hirschkäfer könnte vom Klimawandel profitieren.

Wehrhaft und ungenießbar - Kater Jimmy zog gegen den Hirschkäfer den kürzeren, seinem Frauchen Livia war das Rieseninsekt zu unheimlich.
5Bilder
  • Wehrhaft und ungenießbar - Kater Jimmy zog gegen den Hirschkäfer den kürzeren, seinem Frauchen Livia war das Rieseninsekt zu unheimlich.
  • hochgeladen von Eckhart Herbe

St. Georgen/G. Die Drohgeste des tierischen Besuchers war eindeutig: Sein Entdecker, der Hauskater Jimmy, trat lieber den Rückzug an und machte dadurch seine menschliche Regionautenfamilie auf einen Sensationsgast auf der Gartenterrasse aufmerksam, den fast jeder kennt, aber kaum jemand schon in natura gesehen hat: einen prächtigen, über acht Zentimeter großen Hirschkäfermann.  
Möglicherweise war eine alte Eiche, gleich hinter dem Haus seine Kinderstube. Der Hirschkäfer ist der größte Käfer Europas. Männchen werden bis 90mm, Weibchen mit deutlich kleineren Zangen bis 50mm groß. Die Tiere entwickeln sich in altem Eichenholz, selten auch in Rotbuchen und brauchen dazu fünf bis acht Jahre. Sie schwärmen von Mitte Juni bis Ende Juli an lauen Abenden mit lautem Brummen in Laubwäldern herum und lieben besonders Eichen. Die Larven erreichen 100mm Länge, im Puppenstadium sogar Faustgröße. Die Käfer ernähren sich von Baumsäften, welche Eichen nach kleineren Rindenverletzungen jahrelang absondern und ohne die sich die Käfer auch nicht vermehren können. Mit den riesigen, 30mm langen Oberkiefern nehmen die Männchen übrigens keine Nahrung auf, sie werden bei Rivalenkämpfen und zum Festhalten der Weibchen während der Paarung gebraucht.

Großer Brummer mit kleiner Population

Auf das für Insekten ungeheuer lange Leben von über acht Jahren und ihre Schönheit, aber auch ihre Bedrohung wurde mit der internationalen Wahl zum Insekt des Jahres 2012 hingewiesen. Hirschkäfer  stehen in vielen Ländern auf der Roten Liste. Die Experten des Nationalparkzentrums Donauauen und des Österreichischen Naturschutzbundes haben eine interessante Beobachtung gemacht: Die Rodung alter Flurbäume und intensive Waldwirtschaft ohne Totholzstämme haben den Hirschkäfer über Jahrzehnte zurückgedrängt und zum Auftreten zwergiger Exemplare – auch „Rehkäfer“ genannt - ohne die großen geweihförmigen Mundwerkzeuge geführt. Tiere, die während ihrer Larvenzeit weniger Futter vorfanden, sind als Erwachsene kleiner und haben ein kleineres Geweih.

Klimawandel bietet Comeback-Chance 

"Möglicherweise begünstigt nun ausgerechnet der Klimawandel ihre Rückkehr. Mit den wärmetoleranteren Eichen, die immer öfter in neu angelegten Mischwäldern anstatt Fichtenmonokulturen wachsen, wird neuer Lebensraum für die schönen und für die Bäume völlig unschädlichen Käfer geschaffen", hoffen die Experten. Effekte wird man allerdings frühestens in 10 bis 15 Jahren merken, denn mit bis zu acht Jahren Entwicklungszeit verbringen Hirschkäfer 95% ihres Lebens unsichtbar als Larven. Umso wichtiger wäre es, alte Bäume und Totholz wo vertretbar als ihre Kinderstube zu belassen.

Naturschutz mit wenig Aufwand

Viel können auch naturverbundene Gartenbesitzer beitragen, wie auch der Garten des St. Georgener Regionauten zeigt:  Einige "wilde" Ecken reichten und faszinierende Hirschkäfer und Moschusböcke, die riesige blaue Holzbiene und der prächtige Segelfalter - allesamt unter Naturschutz stehend - haben sich seit dem Frühling bereits ein Stelldichein gegeben.

Newsletter Anmeldung!

Du willst Infos, Veranstaltungen und Gewinnspiele aus deiner Umgebung?

Dann melde dich jetzt für den kostenlosen Newsletter aus deiner Region an!

ANMELDEN

Newsletter Anmeldung!


Anzeige
Die Arbeiterkammer Oberösterreich präsentiert das Home-Office-Test-Tool.
1

H.O.T.T.
Die Arbeiterkammer: eine starke Partnerin und Hilfe in allen Lebenslagen

Was muss ich im Home-Office alles beachten? Wie richte ich meinen Arbeitsplatz ein? Ist mein WLAN leistungsstark genug? Wer von Zuhause aus arbeitet, stellt sich diese und viele andere Fragen. Die Arbeiterkammer hilft – mit dem neuen interaktiven Home-Office-Test-Tool H.O.T.T., bei dem alle Unklarheiten aus dem Weg geräumt werden. Vor Beginn der Corona-Pandemie haben nur rund fünf Prozent der Arbeitnehmer/-innen in Österreich Home-Office genutzt. Das hat sich während der Lockdowns geändert....

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Aktuell

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!




Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen