Leider Geschlossen
Zweiklassengesellschaft in Salzburger Thermen

Ruhetherme ist alkuell das richtige Wort für die Themenlandschaft in Salzburg.
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Kurz vor der Wiedereröffnung kam für die Thermen ein Schlag ins Gesicht: Eine 100-prozentige Verschärfung der Auflagen macht aus Thermenlust schnell Entspannungsfrust.

SALZBURG / GASTEIN (rok). Die Freude auf eine Wiederöffnung am 19. Mai war bei den Salzburger Thermen riesengroß. Mitarbeiter wie Gäste sehnen sich nach dieser belastenden und entbehrungsreichen Zeit mehr denn je nach Wohlbefinden und Entspannung. Alle waren zuversichtlich, denn bereits 2020 haben die Thermen die schwierige Gradwanderung zwischen dem höchsten Maß an Sicherheit und Hygiene und gleichzeitig einem Optimum an Entspannung und Erholung erfolgreich gemeistert. Nun kam mit verschärften Maßnahmen aber wieder ein Schlag ins Gesicht. 

In der Praxis nicht realisierbar

Mit der Verordnung zur Wiedereröffnung sind neben der „3G“ Zutrittskontrolle und Registrierungen der Gäste zusätzlich 20 Quadratmeter pro Gast (zehn Quadratmeter im letzten Sommer) vorgesehen. Damit ist für den Großteil der Standorte klar: „Die Entspannung, nach der sich Einheimische wie Gäste schon so dringend sehnen, ist in der Praxis unter diesen Auflagen nicht realisierbar! Weder für große Thermen, wie die Therme Amadé in Altenmarkt, noch für kleinere Thermen wie die Aqua Salza in Golling, die Heiltherme Bad Vigaun oder die Felsentherme Bad Gastein“, erläutert Petra Leiminger, Sprecherin der ARGE Salzburger Thermen frustriert.

Keine Zweiklassengesellschaft schüren

„Unter diesen Auflagen können wir keine Entspannung für unsere Gäste garantieren. Es wäre unseriös, die Thermen zu bewerben und gleichzeitig zu wissen, dass wir täglich viele Gäste vor der Türe stehen lassen müssten. Wir wollen erst dann wieder öffnen, wenn wir Entspannung für Jedermann garantieren können und keine Zweiklassengesellschaft schüren.“

„Wir hätten gerne unseren Beitrag zurück zur Normalität geleistet – doch wollen wir weder unseren Gästen noch unseren Mitarbeitern diese neue Auffassung von Normalität zumuten", sagt Petra Leiminger, Sprecherin der ARGE Salzburger Thermen und Geschäftsführerin der Felsentherme Bad Gastein.
  • „Wir hätten gerne unseren Beitrag zurück zur Normalität geleistet – doch wollen wir weder unseren Gästen noch unseren Mitarbeitern diese neue Auffassung von Normalität zumuten", sagt Petra Leiminger, Sprecherin der ARGE Salzburger Thermen und Geschäftsführerin der Felsentherme Bad Gastein.
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Dass einige Thermenstandorte geschlossen bleiben, hat natürlich auch Auswirkungen auf die Regionen – die Thermen gelten als wichtige Säulen der touristischen Infrastruktur.
Durch die Kapazitätsverringerung von über 75% wird es nicht möglich sein jeden Gast, der sich nach Erholung und Entspannung sehnt, einzulassen. Ohne Reservierung heißt es nämlich Schlange stehen und hoffen, ob es heute überhaupt klappt mit dem Thermenbesuch. Mit Kind und Kegel im Gepäck kann das schnell zur Geduldsprobe werden. Gehört man zu den Glücklichen, die ein Thermenticket ergattert haben, ist der Ablauf indoor wiederum an Kapazitätsgrenzen gebunden. Zwar gibt es ausreichend Platz für alle (einer vierköpfigen Familie stehen 80m² zur Verfügung!), doch leider ist das kleine Kinderbecken stundenlang besetzt, da max. 1-2 Kinder darin plantschen dürfen.

1 Gast pro Saunakammer

Gleiches gilt für den Saunabereich - bei durchschnittlichen Kabinengrößen von 20 m² dürfte 1 Gast pro Saunakammer Platz nehmen. Selbst wenn man die Verordnung noch etwas „liberaler“ betrachtet und anhand von 2 Meter Abstand agiert, finden maximal 2-3 Gäste Platz. Und all das, obwohl jeder Gast nachweislich geimpft, genesen oder getestet ist.

„Das widerspricht unserer Philosophie von Servicequalität“, ist sich die Geschäftsführerin der Felsentherme Bad Gastein, Petra Leiminger sicher.

Neben all diesen Aspekten ist vor allem auch der organisatorische Aufwand beachtlich: ein Reservierungssystem ist unumgänglich, limitierte Kontingente für jede einzelne Kundengruppe, neue Tarifsysteme (keine Tageskarten mehr), zusätzliches Personal für die Kontrollen, 100% Energieaufwand. „Der zusätzliche wirtschaftliche Schaden bei einer Öffnung unter diesen Bedingungen ist das Sahnehäubchen noch oben drauf“, beteuert die Sprecherin der Salzburger Thermen, die Arbeitgeber von über 320 Mitarbeitern sind.

„Wir hätten gerne unseren Beitrag zurück zur Normalität geleistet – doch wollen wir weder unseren Gästen noch unseren Mitarbeitern diese neue Auffassung von Normalität zumuten", ist die Geschäftsführerin frustriert.

Die Salzburger Thermen begrüßen jährlich rund 1,6 Mio. Gäste, die auch in der neuen Normalität ein Recht auf Erholung und Entspannung mit Qualität haben sollten.

Mit erhöhten wirtschaftlichen Risiko konfrontiert

Unter den aktuellen Rahmenbedingungen werden nur die TauernSpa Kaprun und die Alpentherme Bad Hofgastein öffnen. Aufgrund direkter Hotelanbindungen und der zur Verfügung stehenden großen Gesamtflächen ist hier die Lenkung der Gästeströme einigermaßen machbar. Doch auch hier sehen sich die Betreiber mit einem enormen organisatorischen Aufwand und einem stark erhöhten wirtschaftlichen Risiko konfrontiert, da die Zielgruppe der Tagesgäste massiv eingeschränkt werden muss.
Alle anderen Tagesthermen hoffen auf eine Lockerung der Verordnung im Laufe des Juni und bleiben bis dahin geschlossen.

1,6 Millionen Besucher jährlich werden ausgesperrt

Die ARGE Salzburger Thermenland wurde im Sommer 2017 ins Leben gerufen und ist ein Zusammenschluss der sechs Salzburger Thermen und Thermenresorts um das abwechslungsreiche Angebot der einzelnen Partner gemeinsam noch stärker in den Fokus zu stellen. Jährlich begrüßen die Salzburger Thermen rund 1,6 Millionen Besucher, an Spitzentagen bis zu 11.000 und sind somit ein wichtiger Wirtschaftstreiber und Tourismusfaktor. Aktuell sind die Salzburger Thermen Arbeitgeber für rund 320 Mitarbeiter in Jahresanstellung.
Mitglieder der ARGE Salzburger Thermenland
Alpentherme Gastein / Aqua Salza Golling / Erlebnistherme Amadé / Felsentherme Bad Gastein / Heiltherme Bad Vigaun / TauernSpa Kaprun

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