Mit Brettern in den Tiefschnee rauschen

Perfekte Vorbereitung und optimale Ausrüstung sind Voraussetzungen für Tiefschnee-Abenteuer mit dem Powderboard.
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  • Perfekte Vorbereitung und optimale Ausrüstung sind Voraussetzungen für Tiefschnee-Abenteuer mit dem Powderboard.
  • Foto: Matthias Leinich
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WERFENWENG (aho). Matthias Leinich aus Werfenweng ist schon sein Leben lang begeisterter Powderboarder. Mit sechs Jahren hat er mit dem Snowboarden angefangen, mit zehn den ersten Lawinenkurs gemacht. "Ich war kein guter Skifahrer, die langen Ski ohne Taillierung haben mir nie getaugt", erzählt der 37-Jährige, der mit dem Tiefschneebrett glücklich wurde. "Waldwegerl, Schanzenbauen – bei mir galt immer: Hauptsache nicht auf der Piste."
Das Powderboard unterscheidet sich vom herkömmlichen Snowboard durch mehrere Details: Es ist länger und meist auch breiter, die weiter hinten montierte Bindung sorgt für besseren Auftrieb (setback) und das Brett hat meist einen Schwalbenschwanz. Die Splitboards, die in der Mitte geteilt werden können, sind eine Ergänzung zum Tourengehen: "Damit kannst du mit Fellen bergauf gehen, oben angekommen baust du die beiden Teile in zwei Minuten ohne Werkzeug zusammen und fährst mit dem Brett hinunter", erklärt Leinich.
Was ihn am Powderboarding fasziniert, ist der Einklang mit der Natur. "Ich bin gern im Gelände, weil ich ohne Zeitdruck in die Natur hinaus will. Du musst dich nach den Gegebenheiten der Natur richten. Da muss man eben auch in Kauf nehmen, dass man eine Stunde gehen muss, wenn man in einen Graben fährt."

Vorbereitung ist am wichtigsten

Dass der Sport sehr viel Vorbereitung braucht, würden viele Menschen nicht sehen. Diese beginnt schon am Vortag: "Lawinenberichte lesen, Routen raussuchen – es ist nicht nur das Runterfahren, sondern das ganze Drumherum. Für eine Tour muss immer das Gesamtpaket aus Schneebedingungen, Witterung und Hangneigungen passen", sagt Leinich, der seit mehr als acht Jahren bei der Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel ist. Er weiß: "Wenn es nur schneit und kalt bleibt, ist die Gefahr sehr gering, weil die Schneedecke eine kompakte Schicht bleibt. Bei Tauwetter bricht die Kristallstruktur auf und es bilden sich Kugerl wie in einem Kugellager."
Er selbst sieht sich das Gelände oft im Sommer an, um Gefahren auszuloten. "Bei gutem Schneedeckenaufbau kann man auch schwierige Hänge fahren. Aber die Schneedecke ist ein Langzeitprodukt – da darf's nie reinregnen."

Bergführer mitnehmen

Freeriden ist zwar heute kein Extremsport mehr, aber trotzdem mit einem Restrisiko verbunden. Der erfahrene Hobbysportler rät, in unbekanntem Gelände immer einen Bergführer mitzunehmen. "Die kennen nicht nur die besten Plätze, sondern auch die Gefahren, weil sie die Bedingungen über einen längeren Zeitraum beachten." Sonde, Schaufel, Lawinenpiepser, ABS-Rucksack und Helm erachtet Leinich als unbedingt notwendig. Im Gelände gäbe es immer noch zu viele, die "auf gut Glück" fahren, teilweise sogar ohne Ausrüstung unterwegs sind. "Man muss nicht nur einen Piepser kaufen, sondern auch den Umgang damit lernen und dauerhaft üben, damit im Ernstfall die Handhabung der Geräte funktioniert. Dafür gibt es auch kostenlose Kurse."

Geheimtipp Arthurhaus

Was es zum Powderboarden braucht? "Man sollte auf der Piste schon gut Snowboarden können und sein Gerät ordentlich beherrschen. Dann folgt 'Learning by Doing' auf kurzen Etappen im Tiefschnee, bevor man sich in entlegeneres Gelände wagt. Und man muss immer bereit sein, weitere Strecken zu Fuß zu gehen." Wahre Freeride-Klassiker sind für Leinich die Skigebiete Zauchensee und Obertauern. Als Geheimtipp für Einsteiger nennt er das Skigebiet Arthurhaus: "Hier kann man den Sport kennenlernen, das Gesamtkonzept im "Livingroom" ist überzeugend, mit Peter Radacher steht auch ein Experte zur Verfügung und es gibt genug Powderhänge, die lange unverspurt bleiben."

Perfekte Vorbereitung und optimale Ausrüstung sind Voraussetzungen für Tiefschnee-Abenteuer mit dem Powderboard.
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