Verkehr
Das Wiental als schwieriges Nadelöhr

Und täglich grüßt das Murmeltier: morgens an der B1 in Purkersdorf.
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REGION PURKERSDORF (ae). Hauptärgernis Nr. 1 bei den Autofahrern in unserer Region: der tägliche Stau im Pendelverkehr. Gezählte 7500 Autos rollen täglich über die B1 durch Gablitz. In Purkersdorf treffen sie auf die Einpendler der B44 und spätestens an der Wiener Stadtgrenze ist Schluss mit dem fließenden Verkehr: seit einigen Monaten verengt sich hier die Fahrspur von zwei auf eine. Wobei sich der Stau damit nur verlagert, denn die eigentliche Engstelle ist die Wiener Westeinfahrt beim Pulverstampftor. „Purkersdorf liegt, so wie die umliegenden Gemeinden auch, in einem Tal“, steht Stadtplaner Viktor Weinzinger vor einer unlösbaren Aufgabe, „Ich sehe keine realistischen Umfahrungsmöglichkeiten“. Großräumige Ausweichstrecken sind also nicht zu erwarten, in keinem der betroffenen Orte, auch wenn der Autoverkehr immer mehr wird. Der Umstieg auf Öffis wäre die erste Wahl – welche Wege die Gemeinden hier gehen wollen, lesen Sie in einer der nächsten Ausgaben.

Null Disziplin
Auf Bundesstraßen haben die Gemeinden sowieso nur indirekten Einfluss. Wie aber sieht es innerörtlich aus? Im Großen und Ganzen ist man in den Siedlungsgebieten zufrieden, in den meisten gilt bereits Tempo 30, teilweise begleitet von baulichen Maßnahmen wie Schwellen oder Blumentrögen. So auch im Purkersdorfer Süßfeld, dessen Anrainer trotzdem Grund zur Klage haben: nach wie vor gibt es gar nicht so wenige gestresste Wien-Einpendler, die bei Stau über die Siedlung auszuweichen versuchen. Verkehrsstadträtin Christiane Maringer: „Wir haben hier hohe Schwellen. Doch solange wir keine Bewilligung von der Bezirkshauptmannschaft für ein Fahrverbot außer für Anrainer und Einsatzfahrzeuge bekommen, wird dieser Schleichweg weiterhin benutzt werden“.

Kiss & Go
Ein großes Sicherheitsproblem sind auch die Schulzufahrten. Viele Eltern sind einfach nicht davon abzubringen, ihre Kinder vors Schultürl zu chauffieren. In Purkersdorf wird daher die Straße vor der Volksschule demnächst zur autofreien Zone erklärt, zudem sollen speziell gekennzeichnete Bereiche in bequemer Gehdistanz zu den Schulen wie etwa am Park & Ride den Kindern das Aussteigen und Weitergehen gefahrlos möglich machen.

Langfristig geplant
Analog dazu sucht man in Pressbaum nach einer Lösung für die Sacré-Coeur-Auffahrt, die jeden Tag in der Früh einen langen Stau produziert. „Denkbar ist eine Abbiegespur oder aber auch ein definierter Platz zum Aussteigen“, sagt dazu Daniel Brühl, der gerade an einem Verkehrskonzept im Rahmen der NÖ Stadterneuerung für Pressbaum tüftelt, „Wir suchen allerdings keine Insellösungen, es soll ein stimmiges Gesamtkonzept für den ganzen Ort werden, wo auch Öffis, Rad- und Fußwege eine Rolle spielen“. Momentan ist man beim Analysieren der Verkehrsströme – „30 bis 40 Prozent sind hausgemachter Lokalverkehr“, weiß Brühl schon jetzt – im Herbst will man dann unter Einbeziehung von Bürgern daran gehen, anstehende Probleme zu lösen. Ein großes Thema dabei wird die Gestaltung des Pressbaumer Zentrums sein, das derzeit ja bloß eine Durchzugsstraße ist. Wir dürfen gespannt sein!

Und täglich grüßt das Murmeltier: morgens an der B1 in Purkersdorf.
Schön sind sie zwar nicht, aber sie erfüllen ihre Funktion: die Blumentröge als Hindernisse gegen Raser.
Autor:

Anita Ericson aus Purkersdorf

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