Purkersdorf
Verhalten und Schutzmaßnahmen bei Wildunfällen
- Die Warnschilder "Wildwechsel" sind unbedingt zu beachten. Im Fall von kreuzendem Wild wird von Ausweichmanövern abgeraten.
- Foto: Privat
- hochgeladen von bernhard knes
Wildunfälle passieren leider auch dort, wo man es am wenigsten hofft – in der eigenen Heimatstadt. Wie man sich bei einem Wildunfall zu verhalten hat, und welche Maßnahmen zum Schutz wirken, erfahren Sie hier.
PURKERSDORF. Es ist kurz nach sechs Uhr morgens. Der Nebel hängt noch tief über den Feldern, als plötzlich aus dem Grau eine Bewegung auftaucht – ein Reh, verunsichert, geblendet von den Scheinwerfern. Sekundenbruchteile später quietschen Reifen, ein dumpfer Schlag, Stille.
- Auf Landstraßen muss wegen Wildwechsel besonders vorsichtig gefahren werden
- Foto: Bernd Dorner
- hochgeladen von Bernd Dorner
So oder so ähnlich passiert es jedes Jahr unzählige Male – besonders jetzt im Herbst. Nebel, Dunkelheit und feuchte Straßen machen die Gefahr oft unsichtbar, bis es zu spät ist. Deshalb gilt: Vorsicht auf den Landstraßen. Langsamer fahren, Fernlicht ausschalten, wenn ein Tier am Straßenrand steht – und nie ausweichen, sondern kontrolliert bremsen. Und Fernlicht, sollte es ein sein, ausschalten. Wer einen Unfall hat, muss die Polizei kontaktieren.
Rückgang der Wildunfälle
Die Zahl der Wildunfälle konnte in Niederösterreich besonders durch die Maßnahmen der Jäger reduziert werden. In den letzten fünf Jahren wurde der Schnitt von über 30.000 Unfällen jährlich auf 27.682 gesenkt. Dabei sind im Bezirk St. Pölten 1.624 Tiere im Vorjahr aufgrund von Wildunfällen getötet worden.
- Nebel, Dunkelheit und feuchte Straßen machen die Gefahr oft unsichtbar, bis es zu spät ist.
- Foto: Tanja Handlfinger
- hochgeladen von Tanja Handlfinger
Im Zuge des Projekts 'Wild und Verkehr' bringen die Jäger entlang von Straßen und hier insbesondere an neuralgischen Stellen Wildwarnreflektoren und -geräte an, die Wild bei herannahenden Fahrzeugen am Kreuzen der Fahrbahn hindern. "Damit wurde die Zahl der Wildunfälle an Straßenabschnitten mit einer hohen Zahl an Wildunfällen deutlich gesenkt", so Johannes Schiesser, Bezirksjägermeister aus Niederösterreich. Zudem werden jagdwirtschaftliche und wildökologische Maßnahmen gesetzt, also eine Anpassung der Bejagung, Wildtier-Zäune und Lenkung des Wildtierverhaltens.
Momentan besonders gefährlich
Laut Schiesser sind das Frühjahr und der Herbst zwar immer noch die Jahreszeiten mit den meisten Wildunfällen, tendenziell entwickeln sich die Wildwechsel allerdings zu einem Ganzjahresphänomen. Dafür nennt er zwei Ursachen: "Durch den Klimawandel muss das Wild auf der Suche nach Wasser und Ästen größere Entfernungen zurücklegen und dabei durch die zunehmende Bebauung und Zersiedelung öfter die Straßenseite wechseln."
Wildwechsel im Irenental
Stefan Steinbichler, Bürgermeister von Purkersdorf, erzählt, dass bei ihm ein Fuchs mehrmals am Grundstück aufgetaucht ist: "Die meisten waren gesund, es gab aber auch schon reudige Füchse, welche natürlich ansteckende Krankheiten mit sich tragen können."
- Der Fuchs im Garten des Bürgermeisters – aus rund 35 Meter Entfernung
- Foto: Stefan Steinbichler
- hochgeladen von Bernd Dorner
Irene Schröpfer, Kontrollinspektorin bei der Dienststelle in Purkersdorf, meint, dass besonders das Irenental, die Sagbergsiedlung und das Heimbautal anfällig seien für Wildunfälle. Die meisten Unfälle passieren im Herbst und im Frühjahr.
Ein Blick auf die Statistik
In Niederösterreich gab es im vergangenen Jahr (2024) 122 verletzte Personen bei Wildunfällen. Im Bezirk St. Pölten-Land waren es sieben Personen. Dabei wurden in NÖ keine Getöteten bei Wildunfällen verzeichnet, laut Statistik Austria.
Das könnte dich auch interessieren:
Aktuelle Nachrichten aus Niederösterreich auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.