Mauerbach stärkt Krisenfestigkeit:
Gemeinde setzt auf Ausbildung, Teamarbeit und Bürgerbeteiligung
- Foto: Gemeinde Mauerbach
- hochgeladen von Matthias Pilter
Mit Risikoanalyse, Schulungen und einem realitätsnahen Planspiel baut die Marktgemeinde Mauerbach gemeinsam mit dem NÖ Zivilschutzverband ihre Krisenkompetenz gezielt aus. Ein wachsender Krisenstab und die aktive Einbindung der Bevölkerung bilden das Fundament für mehr Sicherheit vor Ort.
Im Zuge der Zertifizierung zur „krisensicheren Gemeinde“ hat die Marktgemeinde Mauerbach in den vergangenen Wochen zentrale Schritte zur weiteren Stärkung der lokalen Krisenfestigkeit gesetzt. Von der Risikoanalyse über gezielte Stabsschulungen bis hin zu einem realitätsnahen Planspiel wurde die Einsatzfähigkeit des Krisenstabs umfassend überprüft und gezielt weiterentwickelt.
Unter der Leitung des Vizebürgermeisters Georg Kabas arbeitete ein engagiertes Team aus Mauerbacherinnen und Mauerbachern ein vorgegebenes Szenario des NÖ Zivilschutzverbandes professionell ab. Dabei wurde einmal mehr deutlich: Sicherheit beginnt auf Gemeindeebene – und lebt vom Engagement der Bevölkerung.
Vizebürgermeister Kabas betont: „Ein funktionierendes Krisen- und Katastrophenschutzmanagement auf Gemeindeebene ist von entscheidender Bedeutung. Gemeinsam mit den Einsatzorganisationen ist der Krisenstab im Katastrophenfall im Gemeindegebiet vor Ort und stellt somit die erste Einheit dar, die auf Notfälle reagiert.“
Auch Zivilschutzgemeinderätin Birgit Kerschbaumer unterstreicht die Bedeutung dieser gemeinsamen Anstrengungen:
„Ich bin sehr stolz auf unsere Gemeinde und auf alle Bürgerinnen und Bürger, die Verantwortung übernehmen und sich aktiv in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Wir wollen bestmöglich auf Krisensituationen vorbereitet sein – und das gelingt nur gemeinsam. Mit jeder zusätzlichen Person im Krisenstab stärken wir nicht nur unser Fachwissen, sondern auch unsere Bevölkerung. Die breite Aufstellung des Krisenstabs lebt von den unterschiedlichen Kenntnissen, Erfahrungen und Lebenssituationen, und ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für ein funktionierendes Krisenmanagement.“
Mauerbacher Krisenstab wächst aus der Bevölkerung heraus
Ein zentrales Ziel war und ist die personelle Verstärkung des Krisenstabs. Innerhalb eines Jahres konnten bereits mehr als zehn neue Mitglieder gewonnen werden. Diese leisten im Ernstfall einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Einsatzorganisationen und sichern die Durchhaltefähigkeit des Stabs – eine entscheidende Lehre aus vergangenen Ereignissen wie dem Hochwasser, bei dem noch keine ausreichenden Ablösemöglichkeiten bestanden.
Gleichzeitig ist es ein wesentliches Anliegen, die Scheu vor dem Begriff „Krisenstab“ abzubauen. Was zunächst hochtrabend klingt, ist in der Praxis gut und einfach organisiert: Jede und jeder, der Interesse hat, kann einen Beitrag leisten.
GR Kerschbaumer erklärt: „Es ist ganz simpel! Wer schreiben kann und sich einbringen möchte, ist bereits eine wertvolle Unterstützung. Im Falle eines Blackouts etwa müssen gemeindeeigene Schaukästen laufend mit aktuellen Informationen bestückt werden – eine Aufgabe, die nicht zwingend von Einsatzkräften oder Gemeindemitarbeitern übernommen werden muss. Auch scheinbar kleine Tätigkeiten haben große Wirkung, da jede gewonnene Zeitressource letztlich die Sicherheit aller stärkt.“
Zivilschutzbeauftragter Bernd Schwab fungiert als Bindeglied zwischen Feuerwehr und Gemeinde. Unter seiner Mitwirkung wurde der Krisen- und Katastrophenschutzplan bereits vor einigen Jahren überarbeitet und an aktuelle Anforderungen angepasst. Die Ergebnisse aus Risikoanalyse und Planspiel fließen nun direkt in die Weiterentwicklung dieses Plans ein – mit dem Ziel, Mauerbach nachhaltig krisenfester zu machen.
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