Dramatische Trockenheit
Klimawandel setzt dem Wienerwald zu – jetzt wird "umgebaut"
- Der Wienerwald leidet unter hohen Temperaturen und den langen Trockenphasen.
- Foto: oebf/Frank Helmrich
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Unser Wienerwald ist zu trocken. Das zeigt sich bereits in der Tier- und Pflanzenwelt. MeinBezirk fragt bei den Experten nach, was dagegen getan wird.
WIENERWALD. Ein bis zwei Wochen müsste es konstant regnen, damit sich der Wienerwald von dem trockenen Frühjahr erholt. Dieser wäre "dringend notwendig, damit sich die Böden nachhaltig durchfeuchten und die Bäume während der Wachstumsphase gut versorgt werden", weiß Andrea Kaltenegger von den Österreichischen Bundesforsten. Starkregen kann der trockene Boden nicht aufnehmen und perlt quasi ab.
- Buchen, wie diese, vertragen die Trockenheit besonders schlecht.
- Foto: oebf/Franz Kovács
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Für die Vegetation ist die Trockenheit gerade im Frühjahr kritisch, wenn Wasser und Nährstoffe fehlen, wachsen die Jungpflanzen schlechter. Das trifft grundsätzlich auf alle Baumarten zu. Arten, wie Eiche oder Tanne, die besonders tief wurzeln, kommen noch besser mit der Trockenheit zurecht, schwer haben es etwa Fichte und Buche. Sie geraten unter sogenannten "Trockenstress", was dazu führt, dass sie anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer sind. Der fehlende Niederschlag führt auch dazu, dass kleine Bäche, Feuchtstellen und Waldböden schneller austrocknen, doch das sind die Laichplätze für Amphibien.
Waldbrandgefahr
Auch wenn der aktuelle Regen ein leichtes Aufatmen gebracht hat, bleibt die Waldbrandgefahr aufrecht. Daher ist die Bevölkerung dazu angehalten, folgende Punkte zu beachten:
- Im Wald nicht rauchen
- Kein Feuer im Wald entzünden
- Vorsicht beim Umgang mit Brauchtumsfeuern und Feuerwerk in der Nähe von Wäldern
- Waldbrände sofort der Feuerwehr melden
Was vielen vielleicht nicht bewusst ist, auch Müll fördert die Gefahr für einen Waldbrand. Besonders Glas- und Plastikflaschen, Scherben, weggeworfene Zigaretten, Grillreste oder andere brennbare Verpackungen sind brandgefährlich. Mit Schildern und Aufklärungsarbeit probieren Naturparks und Bundesforste, die Waldbesucher darauf aufmerksam zu machen.
Generationenprojekt Waldumbau
Um den Wienerwald "klimafit" zu machen, laufen in der Region mehrere Projekte. Die Österreichischen Bundesforste fördern und pflanzen etwa Bäume, die auch unter den Klimabedingungen im Jahr 2100 bestehen können. Das dauert aber mehrere Jahrzehnte bis hin zu einem Jahrhundert. Ziel ist ein vielfältiger, stabiler Mischwald, der aus trockenheitsresistenteren Baumarten besteht, wie eben Eiche oder Tanne. Punktuell können auch Douglasien (Kiefernart) geeignete Alternativen sein.
- Trockenheitsresistentere Baumarten wie die Eiche werden vermehrt angepflanzt.
- Foto: oebf/Frank Helmrich
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Im Naturpark Purkersdorf setzt man neben der Förderung des Mischwaldes auf Totholz. Denn abgestorbene Bäume und Äste am Waldboden agieren wie ein Schwamm. Das Totholz gibt das gespeicherte Wasser langsam wieder ab und hilft Pflanzen etwa beim Ankeimen. Auch Tiere und Pilze profitieren davon.
- Eine Maßnahme, um sich an die Klimabedingungen anzupassen, ist die Naturverjüngung des Waldes.
- Foto: oebf/Frank Helmrich
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Die LEADER Region Elsbeere Wienerwald fördert mit dem Projekt "RE:ELS" (steht für Resilience for Elsbeer Region) einen widerstandsfähigen Wienerwald. Es ist Teil des EU-Förderprogramms "Pathways2Resilience (P2R)", bei dem regionsspezifische und langfristige Strategien zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt werden (MeinBezirk berichtete).
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