Sterntaler
- hochgeladen von Siegfried F. Kerle
Gratulation! Auch ich habe mir das Theaterstück “Sterntaler für die Zugspitze” in Ehrwald angesehen und es hat mir vom Anspruch und der Umsetzung her sehr gut gefallen. Was das „versöhnliche Ende“ betrifft, so war ich erst überrascht und zweifelnd, doch es gefiel mir dann sehr schnell. Nicht weil ich ein „happy end“ benötigt hätte, sondern weil es eine großartige Funktion hatte, die vielleicht nicht jeder erkannte. Sie erinnerte an den Film „Das größte Geschenk“.
In einem Theaterstück, im Spielfilm, in der Malerei, gibt es eine künstlerische Freiheit, die es erlaubt, mehr zu transportieren, als nur ein naturalistisches, dokumentarisches Abbild. Wer das ablehnt, sollte sich keine expressionistischen und impressionistischen Bilder ansehen und sich mit reinen Dokumentarfilmen begnügen. Dort, wie auch in Geschichtsbüchern und Nachrichten, dürfen und sollten wir hingegen stets die Wahrheit einfordern.
Die Handlung in „Sterntaler“ reichte von der Verurteilung der wirklich schrecklichen Taten jener Personen, die dem NS-Regime blind folgten, bis zur Aufdeckung der Motive der gehorsamen Diener. Sie glaubten in diesen düsteren Zeiten tatsächlich, mit der autoritären Bewegung etwas Gutes für sich und das Land zu erwirken, und übersahen dabei, wie menschenfeindlich sie agierten.
Nicht nur damals, auch heute leben wir in Zeiten, in denen noch viele darauf warten, rehabilitiert zu werden. Der deutsche Gesundheitsminister aus der Corona-Zeit sprach es mit den Worten aus: „Es wird noch viel zu entschuldigen geben.“ Geschätzte 20% der Bevölkerung wurden beschimpft, verspottet, ausgegrenzt, abgewiesen, bestraft, verurteilt, degradiert, entlassen, obwohl sie kerngesund waren. Sie ließen sich die Menschen- und Freiheitsrechte über sich, im besonderen über ihren Körper, nicht aberkennen. Auch ich könnte ein Buch darüber schreiben, was man als Gesunder ohne Maske, Test und Genspritze hören und erleben konnte: Ausschluss von allen gesellschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen, Abweisung vor Geschäften, Strafen wegen Maske und Abstand im Freien bis hin zu Exekution, Denunzierung und Kindesentzug, Besuche der Exekutive, verbale und schriftliche Angriffe auf die eigene Person.
Damals wie heute sind die Täter eifrige, systemnützliche Lakaien, die unbedacht und gehorsam jeden Unsinn und Wahnsinn nachplappern und umsetzen, ob als Privat- oder Geschäftsperson, als Beamter im öffentlichen oder sozialen Dienst, mit oder ohne Studienabschluss. Ihnen sollte langsam bewusst werden, dass sie in kleinerem oder größerem Stil ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben, insbesondere gegen die Kinder und alten Leute. Eine Entschuldigung und Rückzahlung aller Strafen wäre sehr angebracht. Der Faschismus kommt längst im Kleid des Anti-Faschismus daher. Eine Besserung für die Zukunft kann jedoch nicht durch ewige Dämonisierung erreicht werden. Sie wird nur durch das Reichen der Hände erwirkt.
Und genau das wurde im Theater so grandios dargestellt.
SiegFried von AußerderFerne
20.08.2026
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