21.10.2014, 10:00 Uhr

Projekt: Streuwiesen-Renaturierung Nesselwängle

(Foto: C. Kollnig)
Wenn man in den Tagen zwischen 08. und 10. Oktober in Nesselwängle unterwegs war, staunte man nicht schlecht: eine Pistenraupe „im Einsatz“ auf nasser Wiese!
Nein, die ersten weißen Flocken waren im Tannheimer Tal noch nicht gefallen. Und auch sonst hatte der Einsatz nichts mit den Wintermonaten zu tun. Vielmehr war das Gerät als Mulchraupe für den Landschaftspflegeverein Tannheimer Tal unterwegs.

Das Ziel des Einsatzes ist die Wiederherstellung von ökologisch wertvollen und prächtigen Streuwiesen im Gemeindegebiet von Nesselwängle. In früheren Zeiten wurde das im Herbst gemähte Pflanzenmaterial als Einstreu für Ställe genutzt. Im nahen Allgäu nehmen immer mehr Bauern die Bewirtschaftung dieser Streuwiesen wieder auf, um den wertvollen Strohersatz zu erhalten.
Auch im Tannheimer Tal wurde bereits einige Zeit über die Wiederaufnahme der Mahd solcher Flächen diskutiert. Mutig und mit viel Engagement startete Bürgermeister Klaus Hornstein (Obmann des Landschaftspflegevereines Tannheimer Tal) das Projekt zur Renaturierung von Streuwiesen in Nesselwängle. Dieser Mut wurde belohnt: die Mulchraupe wälzte sich fast 3 Tage lang über die zum Teil bereits stark mit Hochstauden (z.B. Mädesüß, Schilf) verwucherten Flächen. Stark vernässte Bereiche meisterte das Spezialgerät mit Links. Die große Auflagefläche der Raupe ermöglicht es solche mit „normalen“ Geräten nicht mehr bewirtschaftbare Flächen zu befahren und zu mulchen. Der Vorgang soll eine Erstmaßnahme bleiben. Ein Folgeprojekt zur regelmäßigen Mahd der Flächen ist geplant. Dabei sollen möglicherweise Spezialgeräte aus dem Allgäu behilflich sein.

Die Arbeit würde dem Raupenfahrer Manfred Trecksel im Tannheimer Tal nicht so schnell ausgehen. Viele Flächen warten auf die Wiederaufnahme der Bewirtschaftung um erneut in eine an Tieren und Pflanzen artenreichen Streuwiese rückgeführt zu werden. Die freie Landschaft mit den charakteristischen Streuwiesen, Mooren und anderen Feuchtwiesen könnte dem Tannheimer Tal schlussendlich wieder vermehrt zu seiner Einzigartigkeit verhelfen!
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