Darüber sprechen statt darunter leiden

Ingrid Zauner, Kontinenz- und Stomaberaterin im Rieder Krankenhaus, hilft Patienten weiter.
  • Ingrid Zauner, Kontinenz- und Stomaberaterin im Rieder Krankenhaus, hilft Patienten weiter.
  • Foto: KH BHS Ried/Harrer
  • hochgeladen von Katrin Stockhammer

RIED. Inkontinenz, Entleerungsstörungen oder ein Seitenausgang (Stoma) werden in unserer Gesellschaft oft verschwiegen. Eine Betreuung erfahren Betroffene im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried. Dort wurde am 1. Juli 1999 die Ambulanz für Kontinenz- und Stomaberatung eröffnet, womit das Krankenhaus Ried eine Vorreiterrolle einnahm. Und auch heute noch, 15 Jahre später, ist die Ambulanz eine Besonderheit im Innviertel. Hier finden Betroffene an einer Stelle ein breites Angebot an Abklärung, Therapie und Schulung. Dies habe auch den Vorteil, dass ein gutes Vertrauensverhältnis aufgebaut werden könne, was bei diesem Thema sehr wichtig sei, erklärt Ingrid Zauner, Kontinenz- und Stomaberaterin der ersten Stunde: „Zu uns kommen Menschen, die sonst nirgends über ihr Leiden sprechen können, weil Krankheiten von Blase und Darm immer noch ein Tabu-Thema in der Gesellschaft sind. Ihnen durch Beratung und Therapie wieder zu einer guten Lebensqualität zu verhelfen, ist eine schöne und bereichernde Aufgabe."

7000 Patienten in 15 Jahren

Die Kontinenz- und Stomaberatung ist die Drehscheibe des zertifizierten Beckenbodenzentrums des Rieder Spitals, in dem Fachleute verschiedener Abteilungen eng zusammenarbeiten. Mehr als 7000 Patienten kamen in den vergangenen 15 Jahren in die Ambulanz, wo sie von mittlerweile zwei Beraterinnen – Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwestern mit spezieller Weiterbildung – betreut werden. Das Krankenhaus Ried will ermutigen: "Darüber sprechen, statt darunter leiden."

Bericht einer Betroffenen
Wie es Betroffenen geht, berichtet eine Patientin: „Ich wollte nicht mehr aus dem Haus gehen, weil ich ständig Harndrang hatte. Und oft ging es auf dem Weg zum Klo schon in die Hose. Jedes WC in der Stadt kannte ich. Und sogar meine Freundinnen vernachlässigte ich, weil ich mich so schämte“, berichtet Marianne S. „Doch dann machte mich eine Broschüre auf die Kontinenz-Ambulanz aufmerksam. Dort lernte ich Blasen- und Beckenbodentraining. Durch diese einfachen Übungen habe ich heute keine Probleme mehr und kann mich wieder frei bewegen, ohne Angst und ohne ständig ans Klo denken zu müssen.“

Kontakt
Menschen, bei denen beim Husten oder auf dem Weg zur Toilette ungewollt Harn in die Unterhose geht, Winde oder Stuhl ungewollt abgehen, die verstopft sind, andauernd Harndrang haben, häufig an einer Blasenentzündung leiden oder Probleme mit der Stomaversorgung haben, können im Beckenbodenzentrum des Rieder Krankenhauses unter 07752/602-2500 einen Termin vereinbaren.

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