Lokale Herausforderung
Mehr Grün statt Beton – "fast" überall im Bezirk Ried möglich
- In Pattigham wurde ein Parkplatz zum Pausenhof umfunktioniert.
- Foto: Gemeinde Pattigham
- hochgeladen von Raphael Mayr
Große Asphaltflächen sind angesichts der heißen Sommer nicht sonderlich beliebt. Versickerungsfähige Lösungen sind allerdings nicht günstig. Das wurde der Gemeinde Andrichsfurt beim Parkplatzkonzept für das neue Feuerwehrhaus zum Verhängnis.
BEZIRK RIED. "Mehr Grün statt Beton" wollte kürzlich auch die Gemeinde Andrichsfurt bei der Planung rund um das neue Feuerwehrgebäude. "Wir hatten vor, anstatt eines Asphaltparkplatzes die Flächen mit Rasengittersteinen zu gestalten. Leider wurde dieser Vorschlag im Kostendämpfungsverfahren gestrichen, da die Steine teurer sind als der konventionelle Belag", berichtet Bürgermeister Johann Brandstetter. Mangels Budget wird nun also asphaltiert. "Schade", findet der Ortschef, denn für Lösungen wie das Rasengitter gäbe es unter Umständen eine Förderung vom Land OÖ: "Wir bekommen den Zuschuss aber nicht, da es sich um eine neu bebaute Fläche handelt." Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) lobt auf MeinBezirk-Nachfrage den Vorstoß der Gemeinde, direkt auf alternative Oberflächen zu setzen: "Die derzeit bestehende Entsiegelungsförderung soll Gemeinden helfen, bereits betonierte Flächen zu ersetzen. Wenn nachhaltige Lösungen wie das Rasengitter im Kostendämpfungsverfahren zurückgestellt werden, ist das eine Frage der Gemeindefinanzierung." Geht es nach dem Landesrat, sollten die Kommunen für diese Lösungen mit den notwendigen Mitteln ausgestattet werden.
- In Pattigham wurde ein Parkplatz zum Pausenhof umfunktioniert.
- Foto: Gemeinde Pattigham
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Entsiegelungen im Bezirk
Was die Entsiegelungsförderung bewirken kann, zeigt ein Blick auf bereits fertige Projekte im Bezirk: In Pattigham entstand auf einem zuvor 170 Quadratmeter großen Parkplatz vor der Volksschule eine Wiese, welche nun als Pausenareal dient. Die Gemeinde St. Martin setzte bei der Neugestaltung des Ortsplatzes auf das "Schwammstadt-Prinzip": Hier fließt das Regenwasser nicht in die Kanalisation, sondern wird wie ein Schwamm gespeichert. "Dieses Konzept kühlt den Boden und versorgt die gepflanzten Bäume mit Feuchtigkeit", berichtet das Land OÖ. Auch der Architekt Fritz Matzinger plant, im Zuge der Umbauten am "Stiftsmeierhofs" in Reichersberg den Asphaltparkplatz aufzubrechen. Laut dem Land OÖ geht es um eine Fläche von 1.600 Quadratmetern.
- Auch der Parkplatz vor dem Stiftsmeierhof in Reichersberg soll teilweise entsiegelt werden.
- Foto: D.fokus
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In der Stadt Ried setzt man ebenso auf eine nachhaltige Bebauung und das Entfernen unnötiger Betonflächen: "In der Molkereistraße und am Voglweg wurden Grünflächen geschaffen, die Oberflächenwasser aufnehmen und so zur natürlichen Versickerung beitragen. Hier arbeiten wir mit dem Schwammstadtprinzip." Zudem versucht die Stadt, die neuen Verkehrsinseln ebenso nach diesem Konzept zu planen. Pop-Up-Parks und mobile Pflanzenelemente tragen ebenso zu einer nachhaltigen und budgetfreundlichen Innenstadtbegrünung bei.
- So sieht der Pop-Up-Garten aus, der durch die Stadt Ried "tourt".
- Foto: Stadtmarketing Ried
- hochgeladen von Raphael Mayr
Seit dem Jahr 2022 fördert die Umweltabteilung des Landes OÖ die Voll- oder Teilentsiegelung von Asphaltflächen oder verfugte Bepflasterungen ab 100 Quadratmetern. Gemeinden und Vereine bekommen dafür bis zu 100 Euro pro Quadratmeter, maximal sind es 100.000 Euro. Auch Privatpersonen und Unternehmen können auf einen Zuschuss von 30 Euro pro Quadratmeter, maximal 45.000 Euro, hoffen.
Warum entsiegeln?
- Asphalt- und Betonflächen heizen sich bei Sonneneinstrahlung stark auf und speichern die Hitze
- Aufgrund der warmen Oberfläche kühlt sich die Luft rundherum nachts nur wenig ab
- Starke Versiegelung verhindert, dass Regenwasser versickert und durch Verdunstung die Umgebungsluft abkühlt
- Nahe gelegene, intakte Böden müssen vermehrt Wasser aufnehmen und sind dadurch zusätzlich belastet
- "Bereits ein einzelner Baum senkt die Umgebungstemperatur um mehrere Grad. Eine mit Grüninseln und Bäumen ausgestattete Straße kühlt das Kleinklima grundlegend", erklärt das Land OÖ.
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