FAB ProWork Ried
"Unsere Mitarbeiter sind Experten in ihrem Gebiet"

Elisabeth Edtmaier baut Steckdosen für eine bekannte Innviertler Firma zusammen.
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  • Elisabeth Edtmaier baut Steckdosen für eine bekannte Innviertler Firma zusammen.
  • Foto: Nagl/BRS
  • hochgeladen von Lisa Nagl

1998 wurde aus einer Tischlerei am Oberbrunnerweg 7 eine Werkstätte des Vereins zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung. Kurz: FAB ProWork.

RIED (nagl). "Für Menschen mit Beeinträchtigung ist es oft schwer, eine Arbeitsstelle zu finden. Unser Ziel ist es, dass sich diese Menschen beruflich behaupten können und ein Stück Unabhängigkeit erlangen", erklären die beiden Werksleiter Johann Schrattenecker und Maria Folie. ProWork bietet den Mitarbeitern mit Beeinträchtigung zwei Beschäftigungsverhältnisse: als Mitarbeiter in der eigenen Werkstätte oder das Angebot der begleiteten Arbeitskräfteüberlassung. Dabei haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, direkt in regionalen Unternehmen unterschiedlicher Branchen zu arbeiten. "Kriterium für die Auswahl der Arbeitsplätze ist, dass die Arbeit den persönlichen Fähigkeiten und Interessen der Mitarbeiter entspricht", so Folie.

Größter Anbieter Geschützter Arbeit

In der begleiteten Arbeitskräfteüberlassung im Innviertel arbeiten derzeit etwa 65 Menschen mit Beeinträchtigung, in der ProWork Werkstätte in Ried sind es 26. "Uns ist es wichtig, dass die Mitarbeiter Spaß an dem haben, was sie tun. Wir produzieren in unserer Werkstätte Serienteile aller Art – von Elektroteilen über Metallbearbeitung und Verpackung bis hin zu Teilen von Rohrpost- oder Luftbefeuchtungsanlagen", erklärt Schrattenecker. Zum Kundenkreis zählen viele namhafte Firmen in der Umgebung. Im Auftrag des Landes OÖ ist ProWork der größte Anbieter Geschützter Arbeit in OÖ nach dem oö. Chancengleichheitsgesetz. "Das heißt, die Mitarbeiter erhalten einen fixen Lohn, mit dem sie sich, wenn sie wollen, eine eigene Wohnung leisten, ins Kino gehen oder anders am Leben teilhaben können", so Folie. "Für sie ist eine Chance, sich zu beweisen. In der Werkstätte wissen sie genau, was sie machen und für welche Firma sie es machen. Alle sind Experten in ihrem Gebiet."

Produktion läuft wieder

Der Tagesablauf hat sich aufgrund der Corona-Pandemie allerdings etwas verändert. War die Werkstätte anfangs komplett geschlossen, nahmen die Mitarbeiter nach knapp einem halben Monat die Produktion wieder auf. "Die Beschäftigten tragen den ganzen Tag über Maske oder Gesichtsschild. Zur Desinfektion von Händen, Werkzeug und Arbeitsplatz wurden Mittel aufgestellt oder aufgehängt. Zweimal täglich werden Lichtschalter, Türgriffe und Automaten desinfiziert und die Pausenregelung wurde gestaffelt, dass wir mit dem Abstand keine Probleme haben", berichtet Folie. Für eine Person der Risikogruppe wurde ein extra Arbeitsplatz eingerichtet. Einmal in der Woche und im Anlassfall sprechen die Werksleiter mit den Mitarbeitern über die Maßnahmen sowie die Corona-Ampel und versuchen, ihnen den Ernst der Lage näherzubringen ohne aber Angst zu verbreiten.

Für wen gibt es geschützte Arbeit?

Das Angebot von ProWork richtet sich an Menschen, die aufgrund einer Beeinträchtigung Unterstützung benötigen, um am Arbeitsmarkt bestehen zu können. "Auch Menschen, die nach einem Schicksalsschlag oder Unfall nicht mehr in der Lage sind, ohne Unterstützung arbeiten zu gehen, finden bei uns einen Platz", so die Werksleiter. Wenn Bedarf besteht, informiert man sich am besten beim Bedarfskoordinator der Bezirkshauptmannschaft. Dieser stellt dann den Kontakt her. Aktuell sind bei der begleiteten Arbeitskräfteüberlassung von ProWork Ried noch Plätze frei. Aber nicht nur Mitarbeiter werden gesucht, die Werksleiter laden auch Unternehmen ein, sich ein Bild von der Werkstätte in Ried zu machen. "Aufgrund der Pandemie sind uns einige Aufträge weggebrochen. Wir haben also noch Kapazitäten. Unsere Mitarbeiter freuen sich immer über neue Aufträge. Sie können dann zeigen, was in ihnen steckt!"

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