21.11.2017, 09:29 Uhr

Leidenschaft, Ehrgeiz und Nerven aus Stahl

Der 24-jährige Pascal Rauchenecker blickt auf ein erfolgreiches WM-Jahr zurück.

(kw) Sie haben ein sehr erfolgreiches Sportjahr mit zahlreichen Höhepunkten hinter sich – erstmal Glückwunsch dazu. Sind Sie zufrieden mit der Saison?
Dieses Jahr verlief wirklich gut für mich. Mit dem Podium beim Start in Finnland hat das Jahr bereits sehr gut begonnen. Mit dem Laufsieg in England, weiteren Podiumsplätzen und dem Top-4-Endergebnis in der Enduro-Weltmeisterschaft der Klasse E2 hab ich mein Jahresziel mehr als erreicht. Das fühlt sich natürlich gut an. (lacht)

Gibt es ein besonderes Highlight, das Ihnen im Gedächtnis bleiben wird?
Auf jeden Fall das Rennen in England Ende September. Dort konnte ich meinen ersten Laufsieg in der Weltmeisterschaft feiern. Das war sehr überraschend und ein tolles Gefühl. Diesen Moment werde ich so schnell nicht vergessen.

Unvergesslich war sicher auch der Sieg bei der GNCC in Amerika. Wie ist es dazu gekommen?

Das stimmt. Nach dem Sieg in England habe ich das Angebot bekommen, bei GNCC, der größten Enduro-Serie Amerikas, zu starten. Diese Chance habe ich direkt genutzt und mir den Profilaufsieg in der 250ccm Klasse gesichert. Das war eine große Überraschung – auch für mich. (lacht)

Planen Sie nun weitere Rennen in Amerika?
Für nächstes Jahr habe ich ein wirklich gutes Angebot bekommen. Damit habe ich nicht gerechnet, ich fühle mich sehr geehrt. Noch laufen aber die Verhandlungen. Vor allem muss ich mir das Ganze noch durch den Kopf gehen lassen. Denn wenn ich unterschreibe, dann würde ich in Summe ungefähr ein halbes Jahr in den Staaten verbringen.

In dieser Zeit wären Sie von Ihrer Freundin getrennt.

Genau. Aber ich weiß, dass sie mich unterstützt, egal wie ich mich entscheide. Sie steht immer hinter mir – das ist ein gutes Gefühl.

Apropos Unterstützung: Die bekommen Sie auch von Ihrer Familie?

Mein Vater ist bei vielen Rennen dabei. Er schaut sich die Konkurrenz an und gibt mir Tipps. Beim Fahren selbst bin ich zwar auf mich alleine gestellt, aber es ist schön zu wissen, dass jemand da ist – vor allem vor und nach den Rennen.

2012 mussten Sie verletzungsbedingt einige Monate pausieren, sicher keine einfache Zeit?
Das ist richtig. Ich war bei einem Rennen in Frankreich: Bei einem Sprung hat es mich überschlagen, ich bin unglücklich auf dem Kopf gelandet und habe mir den ersten Halswirbel gebrochen. Zirka fünf Monate durfte ich nicht mehr Motorrad fahren. Das war definitiv eine harte Zeit. Aber mir is klar, ich hatte großes Glück. Ein Halswirbelbruch kann ganz anders ausgehen.

Trotz dieses Unfalls geben Sie nach wie vor alles und gehen immer wieder das ein oder andere Risiko ein?

Ein gewisses Risiko bleibt bei jedem Rennen, das ist einfach so. Bei derartigen Geschwindigkeiten hat schon ein kleiner Fehler große Auswirkungen. Da spielt auch das Glück eine gewisse Rolle. Neben viel Ehrgeiz sind dann Nerven aus Stahl gefragt – und die habe ich, sagt zumindest meine Freundin. (lacht)
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