Nachruf auf Walter Höllhuber
Ein grenzenloser Netzwerker ist verstorben
- Walter Höllhuber verstarb im 84. Lebensjahr.
- Foto: Höllhuber
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„Seine Schritte sind verstummt, doch seine Spuren bleiben“ – dieser Spruch steht auf der Parte von Walter Höllhuber. Der Schwarzenberger verstarb im 84. Lebensjahr.
SCHWARZENBERG. Die Infrastruktur in der Dreiländerregion zu verbessern, war immer der Antrieb von DI Walter Höllhuber. Schon als Obmann des Vereins ProWest setzte er sich der gebürtige Welser für den Bau der Welser Westspange ein. Nach seinem bewegten Leben verwurzelte er persönlich immer fester in Schwarzenberg und warf sich seitdem für das Dreiländereck sprichwörtlich auf Schiene. Gespräche mit ihm dauerten stets lange, denn Walter Höllhuber war beseelt von der Mission, den Menschen in der Dreiländereck-Region eine vernünftige Infrastruktur zu hinterlassen.
Langjähriger Obmann
Als Obmann des Dreiländer-Infrastrukturvereins Schwarzenberg, der er länger als 25 Jahre war, kämpfte er für die Verbesserung der Infrastruktur, sei es auf der Straße oder der Schiene. 1999 wurde der Verein gegründet – von fünf österreichischen und sechs bayerischen Gemeinden als „Skiliftverein“ – um den Liftbau in Schwarzenberg zu forcieren. Als die Ziele umgesetzt waren, führte man den Verein unter neuem Namen fort. 32 Gemeinden, zwölf Vereine und mehr als 80 Einzelpersonen aus Niederbayern, Südböhmen und Oberösterreich, zählte er zum Verein. Bei der jährlichen Vollversammlung brachte Höllhuber viele Themen aufs Tablett und berichtete von seinen Aktionen.
Gutes Gesprächsklima gesucht
Höllhuber war immer ein gutes Klima zwischen Bayern, Südböhmen und den Mühlviertlern wichtig. So trat der Verein – wenngleich noch erfolglos – für die Verlängerung der Gondelbahn vom Reischlberg bis zum Bahnhof Nova Pec in Tschechien ein. Damit verfolgte er die Idee einer touristischen Eisenbahnanbindung von tschechischer Seite. Er wollte die Wiederherstellung der Strecke Passau-Waldkirchen-Haidmühle sowie den Regelbetrieb der Ilztalbahn und sprach von der "Böhmerwaldrundbahn".
"Die Mühlkreisbahn ist eine wichtige Drehscheibe im Dreiländereck. Sie ist eine optimale Diagonale in der Verbindung Passau-Budweis-Linz", sagte Walter Höllhuber.
Die Mühlkreisbahn sah er als wichtige Drehscheibe im Dreiländereck. „Sie ist eine optimale Diagonale in der Verbindung Passau-Budweis-Linz“, sagte Höllhuber einst und freute sich über die Pläne der Verlängerung von Urfahr zum Linzer Hauptbahnhof. "Die Verkehrsentwicklung in Oberösterreich hat in den letzten Jahren so drastisch zugenommen, dass eine Entlastung nur über die Schiene erfolgen kann", meinte Höllhuber. Er trachtete in seinem Einflussbereich danach, die Bahn stärker zu betonen und sie wieder zu einem zukunftsfähigen Transportmittel zu machen.
- Walter Höllhuber hat sich immer für ein gutes Miteinander in der Dreiländer-Region eingesetzt.
- Foto: ProWest
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Auch scharfe Kritik geäußert
So setzte er sich für den Bau der vierten Donaubrücke ein, zeigte als Vereinsobmann aber auch klar auf, was er für die Region nicht befürwortete: Zum Beispiel die Idee von Windrädern am bayerischen Ruhmannsberg oder am Böhmerwaldkamm. Ebenfalls trat er gegen die Idee des „Grünen Bandes“ auf. Alles, was sich nachteilig auf die Infrastruktur im Dreiländereck auszuwirken drohte, kritisierte er scharf – dazu gehörte auch schon mal der Naturschutz.
Ein Netzwerker durch und durch
Höllhuber agierte als der klassische Netzwerker, als Lobbyist, und reagierte heikel auf alles, was die Harmonie zwischen den Ländern stören könnte. Er verurteilte zum Beispiel die Grenzblockaden der Anti-Temelin-Aktivisten. Das brachte ihm nicht nur den Ärger der Anti-Atom-Bewegung ein, sondern auch zwei Klagen. Walter Höllhuber war geschichtlich sehr versiert und wartete immer wieder mit historischen Fakten auf. Seine Leidenschaft galt dem Dreiländereck und seiner Historie. Höllhuber besaß eine Privatbibliothek mit 6.000 Büchern, wie er dem Magazin „MeinPassau“ 2019 verriet.
Das Bohren dicker Bretter
Das Bohren dicker Bretter war sein Spezialgebiet bei vielen Gesprächen mit Politikern. Dabei war sich Höllhuber auch nicht zu schade, immer und immer wieder mit seinen Anliegen bei den Entscheidungsträgern in Wien, Prag, Passau oder München vorstellig zu werden. „Sie sehen, ich bin und bleibe lästig“, mit diesen Worten und schmunzelnd kommentierte er immer wieder seine Netzwerker-Aktivitäten in Tschechien, Österreich und Deutschland, von denen er in der Redaktion ausgiebig zu berichten wusste. Zuletzt waren seine Besuche seltener geworden, auch die Leserbriefe weniger. Am 23. Jänner ist Walter Höllhuber im Alter von 83 Jahren friedlich eingeschlafen.
Zur Sache:
Für DI Walter „Wolfi“ Höllhuber wird am Mittwoch, 29. Jänner, 17 Uhr, in der Pfarrkirche Schwarzenberg gebetet. Der Trauergottesdienst findet am 30. Jänner um 10 Uhr in der Pfarrkirche Schwarzenberg statt.
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