Erinnerungen an vergangene Zeiten: Aus Josef Engleders Notizen entstand ein Buch

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AUBERG (anh). Wie war das früher? Mit dem Hopfenanbau? Mit den Dienstboten? Oder mit dem Krieg? Einer, der darauf nach wie vor ausführliche Antworten geben kann, als wäre dies alles gerade erst gestern gewesen, ist der 90-jährige Josef Engleder aus Auberg. Beeindruckt von seiner detailgetreuen Erinnerungsgabe und um dieses Wissen vor dem Vergessen zu schützen, schlugen ihm seine vier verbliebenen Kinder eines Tages vor, seine Geschichte doch zu dokumentieren. Sie waren es also, die den Stein ins Rollen – oder besser gesagt den Stift ins Schreiben – brachten. Voller Enthusiasmus machte sich der Hopfenbauer und Viehhändler gleich darauf ans Werk. Auf 125 Seiten erinnerte er sich so an das Leben auf dem Saxenhof zurück, an die Gegebenheiten zwischen 1928 und 2018 rund um Auberg, Haslach und Rohrbach, an Kinderstreiche und das Zusammenleben mit den Dienstboten, an die Verletzung, die er sich mit elf Jahren am Arm zuzog und die bleibende Schäden hinterließ, an seine Anfänge als Viehhändler – ein Beruf, den er von seinem Vater geerbt hatte, an den Krieg, an das Kennenlernen seiner Frau und die Gründung seiner eigenen Familie und natürlich auch an den Hopfenanbau – eine Arbeit, die in seinem Leben, nicht zuletzt auch als Obmann der Hopfenbaugenossenschaft, eine essentielle Rolle spielte. "Er hat sich immer schon gerne mit Politik und Wirtschaft beschäftigt, war belesen, und hat seine Verletzung nie als Einschränkung gesehen. Er war immer vorwärtsstrebend", beschreibt Tochter Gertraud Engleder ihren Vater. Egal, ob Landwirtschaft oder Straßen- und Brückenbau – mit diesem Engagement hat er auch die Entwicklung der Region nachhaltig geprägt. Stets nach Wissen ringend, erinnert er sich gerne auch an jene Zeit, als ein pensioniertes Lehrerpaar aus Wien auf den Hof kam, ihn mit Büchern versorgte und er zum ersten Mal mit einem Radio in Berührung kam. Wie aus einer Apparatur, in der kein Mensch Platz hatte, dennoch eine Stimme kommen konnte, war für ihn damals rätselhaft und faszinierend zugleich.

Pur und absolut authentisch

"Eigentlich war das Ganze nur für uns, also für die Familie, gedacht", berichtet die Tochter. Noch während die vier Nachkommen aber die handschriftlichen Notizen auf den Computer übertrugen, in alten Fotos wühlten und das Geschriebene strukturierten, reifte die Idee, die Erinnerungen des Vaters als richtiges Buch auch für die breite Öffentlichkeit herauszubringen. Das Ergebnis ist das Werk "Eine Zeitreise im Mühlviertel – Erinnerungen aus dem Leben von Josef Engleder", das nach zwei Jahren gemeinschaftlicher Arbeit im Bayer-Verlag erschienen ist. Es ist in der Buchhandlung Frick in Rohrbach-Berg, sowie bei den Sparkassen in Rohrbach-Berg und Haslach erhältlich. "Wir haben die Aufzeichnungen absichtlich im Original gelassen und nichts beschönigt", verrät die Tochter. An mancher Stelle muss man wahrlich schmunzeln, an anderer staunt man über die damaligen Gegebenheiten. Pur, und ohne Schnörkel, dafür absolut authentisch präsentiert sich daher dieses zeitgeschichtliche Buch.

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