22.01.2018, 14:10 Uhr

Wirt hielt 19-Jährige gefangen

Die Polizei befreite die 19-Jährige. (Foto: fotolia/Sushi King)

Polizei bewahrte die junge Slowakin vor einer drohenden Scheinehe.

BEZIRK. Beamte des Landeskriminalamtes OÖ, Menschenhandel/Schlepperei fanden heraus, dass eine Slowakin offensichtlich Opfer einer Aufenthaltsehe im Bezirk Rohrbach geworden war. Die 19-Jährige wurde in einem Lokal in Rohrbach festgehalten.

Dolmetscherin half mit

Eine Dolmetscherin für die slowakische Sprache hat aufgrund ihres Engagements, auch in ihrer Freizeit, die Ermittlungen unterstützt. Sie war ständig in Kontakt mit der Familie des Opfers. "Sie nahm auch die entscheidenden Hinweise des Aufenthaltes der 19-Jährigen entgegen", heißt es im Polizeibericht. "Nachdem es der 19-Jährigen am 15. Jänner 2018 gegen 19.20 Uhr gelang, einen abfotografierten Folder mit den Daten des Lokales, in dem sie eingesperrt war, an ihre Familie in der Slowakei zu senden, konnte der Aufenthalt der Abgängigen im Bezirk Rohrbach festgestellt werden."

Polizei findet Festgehaltene

Beim gemeinsamen Einschreiten von Beamten des Landeskriminalamtes OÖ, Menschenhandel/Schlepperei, EGS und des Bezirkes Rohrbach konnte die festgehaltene 19-Jährige in einen Raum im ersten Stock des Lokals angetroffen und befreit werden. "Die Ermittlungen ergaben, dass der Bruder des 43-jährigen Lokalbetreibers, ein 34-Jähriger, die 19-Jährige in der Wohnung eingesperrt hatte. An dieser Freiheitsentziehung wirkten auch der 43-jährige Bruder des 34-Jährigen und deren 33-jähriger Cousin mit", heißt es von der Polizei.  Alle drei Verdächtigen wurden vorübergehend festgenommen. Die drei und der 28-jährige Inder wurden wegen Verdacht der Freiheitsentziehung sowie wegen Verdacht der Vermittlung bzw. Eingehen von Scheinehen auf freiem Fuß angezeigt.

Cousine schlug Alarm

Ins Rollen gekommen war der Fall durch die 20-jährige Cousine der Frau. Sie war am 11. Jänner 2018 gegen 16.55 Uhr hilfesuchend einer Streife der Landespolizeidirektion OÖ, Bereitschaftseinheit, die in Linz-Urfahr Schwerpunktkontrollen durchführte, in die Arme gelaufen. Sie beschuldigte einen 31-Jährigen aus Linz, der die Vermittlung der Aufenthaltsehe durchführte. "Dieser holte am 8. Jänner 2018 die 20-Jährige unter Anführen falscher Tatsachen nach Österreich, damit sie gegen Bezahlung einen 28-jährigen Inder aus Linz, heiraten sollte", berichtet das Landeskriminalamt. Laut Angaben der 20-Jährigen habe der 31-Jährige auch ihre 19-jährige Cousine nach Österreich geholt und sie vermute, dass sie irgendwo festgehalten werde oder eingesperrt sei. "Obwohl die 19-Jährige zeitweise per Internet mit ihrer Familie Kontakt hatte, konnte vorerst der Aufenthaltsort der der jungen Frau nicht festgestellt werden, da keine Anhaltspunkte diesbezüglich vorlagen", heißt es seitens der Polizei.
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