15.05.2017, 09:41 Uhr

Zivildienst in der Landwirtschaft: Neun Monate Unterstützung für bäuerliche Familienbetriebe

Martin Doberer hilft am Betrieb von Claudia Eder in Oberhofen am Irrsee mit. (Foto: Foto: LK OOE)
BEZIRK. Immer wieder sind bäuerliche Familien mit Schicksalsschlägen konfrontiert, welche die Arbeitserledigung am Hof oder sogar die Weiterführung der Betriebe gefährden. Die Landwirtschaftskammer OÖ hilft seit 35 Jahren mit dem Einsatz von Zivildienern auf landwirtschaftlichen Betrieben. Zur Zeit arbeiten 26 Zivildiener in 50 bäuerlichen Betrieben, wie zum Beispiel Martin Doberer am Betrieb von Claudia Eder in Oberhofen am Irrsee.

Längerfristige Unterstützung mit Zivildienern

Für kurzfristigere Hilfe gibt es in erster Linie die Soziale Betriebshilfe, die über die örtlichen Maschinenringe innerhalb kürzester Zeit organisiert werden kann und von der Sozialversicherungsanstalt der Bauern und Land OÖ bezuschusst wird. Diese Betriebshelfer leisten professionelle Hilfe, überwiegend bei der täglichen Stallarbeit.
Für länger notwendige Unterstützung können landwirtschaftliche Zivildiener eingesetzt werden. In Oberösterreich stehen diese in den arbeitsintensiveren Monaten März bis November zur Verfügung und helfen nicht nur bei der Stallarbeit, sondern auch am Feld oder im Wald. „Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Zivildienern ist steigend. Erfreulich ist, dass es bei der Landwirtschaftskammer OÖ viele Bewerbungen von jungen Männern für die Ableistung des Zivildienstes in der Landwirtschaft gibt“, erläutert Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ.

Wie wird man Zivildiener in der Landwirtschaft?

Junge Männer, die bei der Stellung für tauglich erklärt wurden, können eine Zivildiensterklärung beim zuständigen Militärkommando abgeben. Nach dem Bescheid über die Zivildienstpflicht können sich die Männer bei der Landwirtschaftskammer OÖ bewerben. Die landwirtschaftlichen Zivildiener müssen den Traktorführerschein und praktische Erfahrungen in der Land- und Forstwirtschaft haben. Eine land- und forstwirtschaftliche Ausbildung ist von Vorteil. „Die meisten Zivildiener in der Landwirtschaft sind Bauernsöhne, die genau wissen, wie wichtig professionelle Hilfe in Notsituationen ist. Die Arbeitsbekleidung – darunter Schuhe, Helm und Schnittschutzhose – wird von der Landwirtschaftskammer bereitgestellt. Nach einer Einschulung werden die Zivildiener ihren Einsatzbetrieben zugeteilt. Es wird darauf geachtet, dass die Zivildiener möglichst in der Nähe ihrer Wohnorte zum Einsatz kommen“, so Reisecker. Die meisten Betriebe haben eine 50 prozentige Zuteilung. Das heißt sie müssen sich einen Zivildiener mit einem zweiten Betrieb teilen. Nur wenige Zivildiener sind nur einem Betrieb zugeteilt, einige unterstützen sogar drei Betriebe. In diesen Fällen ist eine besonders intensive Abstimmung notwendig, sodass der Helfer jeweils dort im Einsatz ist, wo der Bedarf am größten ist. Ein Einsatz kann wenige Monate bis einige Jahre dauern. Ziel ist, dass die Familie möglichst bald wieder aus eigener Kraft die Bewirtschaftung bewerkstelligen kann.

Beantragung

Beantragung und Zuteilung eines landwirtschaftlichen Zivildieners
Wird auf einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb ein Zivildiener benötigt, muss ein Antrag auf Zuteilung gestellt werden. Das Antragsformular steht unter https://ooe.lko.at zur Verfügung. Die Zivildienstkommission in der Landwirtschaftskammer OÖ entscheidet rasch und unbürokratisch über das Ausmaß und die Dauer der Zuteilung eines Zivildieners.
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