Armut macht krank
Armutskonferenz lud zum "Parlament der Ausgegrenzten"

Angelika Zwering, Erich Tomandl, Rudolf Dangl, Johannes Mayerbrugger und August Aust mit Alois Stöger (SPÖ, v.l.).
  • Angelika Zwering, Erich Tomandl, Rudolf Dangl, Johannes Mayerbrugger und August Aust mit Alois Stöger (SPÖ, v.l.).
  • Foto: Topf/Parlament
  • hochgeladen von Elisabeth Schwenter

Die Armutskonferenz macht auf ein Problem aufmerksam, das Menschen am Rande der Gesellschaft betrifft.

RUDOLFSHEIM-FÜNFHAUS. Menschen, die in schwierigen Lebenslagen oder von Armut betroffen sind, machen oft die Erfahrung, dass sie auf Ämtern oder auch in Gesundheitseinrichtungen, also beim Arzt, im Krankenhaus oder bei der Erstellung von Gutachten, schlecht behandelt werden. 
Die Armutskonferenz, ein österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung aus Rudolfsheim, hat deshalb ein Projekt gestartet, das daran etwas ändern will.

"Wir wollten gemeinsam mit Betroffenen Strategien erarbeiten, um solche Beschämungssituationen zu vermeiden und Wege zu finden, wie man sich dagegen wehren kann", so Michaela Moser von der Armutskonferenz. "Nicht zuletzt soll auch die Politik darauf aufmerksam gemacht werden, gerade in Zeiten, in denen sich das politische Klima wieder verstärkt gegen Armutsbetroffene richtet." Darum hat die Armutskonferenz vergangene Woche ein "Parlament der Ausgegrenzten" organisiert. In den Räumlichkeiten des Parlaments trafen Abgeordnete mit Menschen, die von Armut betroffen sind, zusammen.

Armutskonferenz: Gegen Demütigung zur Wehr setzen

"Vor allem Politiker haben oft wenig Kontakt zu Menschen, die in Armut leben, und sind weit weg von deren Lebensrealitäten. Es ist wichtig, sie damit zu konfrontieren und hoffentlich ein paar Lerneffekte zu erzielen", erzählt Moser. Ums Lernen geht es auch in den beiden Broschüren, die im Rahmen des Projektes entstanden sind. In "Auf Augenhöhe" gibt es Informationen für Menschen, die auf Ämtern oder in Gesundheitsberufen arbeiten. Darin steht etwa, was Beschämung bedeutet und wie sie vermieden werden kann. Die andere Broschüre, "Tu was gegen Beschämung", richtet sich an diejenigen, die solche Erfahrungen machen, und gibt viele Tipps dazu, wie man sich dagegen wehren kann – von rechtlichen Schritten über Selbsthilfe und gegenseitige Unterstützung bis zu gemeinsamen politischen Aktionen.

Beide Broschüren gibt es auf der Website der Armutskonferenz auf www.armutskonferenz.at zum Download. Das Projekt soll mit Workshops fortgesetzt werden, und zwar sowohl für Peers – also Workshops, in denen Betroffene andere Betroffene beraten und ihr Wissen weitergeben – als auch für Menschen, die auf Ämtern und in Gesundheitsberufen arbeiten.

Geplant ist außerdem die Entwicklung von einem Freiwilligenprojekt für die Begleitung bei diversen Amtswegen, etwa zum AMS. "Denn die Erfahrung zeigt, dass so eine Begleitung sehr viel bringt, vom moralischen Support für die Betroffenen bis hin zu einem geänderten Verhalten der Personen auf den verschiedenen Ämtern", so Moser.

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