Frauen schweigen aus Angst um Job

Sexuelle Belästigung beginnt oft schleichend. Die AK-Expertin rät, sich möglichst frühzeitig dagegen zu wehren.
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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist nach wie vor ein Tabuthema – doch sie findet tagtäglich statt.

SALZBURG (af). Erst ein hochrangiger Manager des Salzburger Landestheaters, dann der Polizeichef von St. Gilgen und schließlich sogar ein Pfleger im Altersheim: Derzeit häufen sich in ganz Salzburg die Verdachtsmomente in Sachen sexueller Belästigung. Bewiesen ist wohlgemerkt in keinem dieser Fälle etwas, die Ermittlungen sind im Gange. Doch für das Stadtblatt sind sie Grund genug, das Tabuthema sexuelle Belästigung aus Sicht der Betroffenen noch einmal aufzurollen.

Wohin wenden?
Was tun, wenn ein Kollege oder gar der Chef aufdringlich wird? Eine zentrale Anlaufstelle für betroffene Frauen gibt es in Salzburg nicht. Kommt es in einem normalen Beschäftigungsverhältnis zu Übergriffen, so ist die Salzburger Arbeiterkammer die erste Anlaufstelle. Stadt und Land haben mit dem Frauenbüro, bzw. dem Büro für Frauenfragen eigene Einrichtungen geschaffen, so wie die Universität Salzburg: Hier gibt es eine eigene Beratungsstelle. Grundsätzlich können sich betroffene Frauen aber auch an die Gleichbehandlungs-Anwaltschaft wenden.

„Sehr große Dunkelziffer“
„Pro Jahr wenden sich ca. 40 Frauen an uns“, erklärt Stephanie Posch, Expertin für Frauenpolitik bei der AK-Salzburg. „Wir wissen aber, dass es weit mehr Betroffene gibt. Wir haben es hier mit einer sehr großen Dunkelziffer zu tun.“ Grundsätzlich ließen sich die Betroffenen zwar weniger gefallen als noch vor einigen Jahren, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten würden aber viele Frauen aus Angst um ihren Job schweigen.

„Schleichende“ Belästigung
Posch warnt betroffene Frauen davor, zu lange zu warten, bis sie sich an eine Vertrauensperson wenden. „Sexuelle Belästigung beginnt meist schleichend.“

Vor Gericht wehren
Betroffene könnten sich vor Gericht wehren. „Wichtig ist, Beweise zu sichern, nach Zeugen zu suchen und ein Gedächtnisprotokoll anzufertigen.“

Sexuelle Belästigung beginnt oft schleichend. Die AK-Expertin rät, sich möglichst frühzeitig dagegen zu wehren.
Autor:

Andreas Farcher aus Salzburg-Stadt

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