Kein Optimum, aber keine völlige Verfehlung

Was die Ausbildung von Pflegekräften betrifft, braucht es nach Ansicht der Sozialexperten wesentlich mehr Bemühen.
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  • Was die Ausbildung von Pflegekräften betrifft, braucht es nach Ansicht der Sozialexperten wesentlich mehr Bemühen.
  • Foto: Caritas Salzburg/Philipp Benedikt
  • hochgeladen von Lisa Gold

SALZBURG (lg). Das Bemühen ist gegeben, in manchen Bereichen mehr, in anderen weniger – so fällt das Fazit von Robert Buggler von der Salzburger Armutskonferenz über die Arbeit der Landesregierung seit 2013 aus. Knapp 30 Sozialeinrichtungen waren in die Beurteilung involviert.

Nachholbedarf in Pflege

Würde man Schulnoten verteilen, bekäme die jetzige Regierung einen "Dreier" – "Einser" und "Fünfer" finden sich im Zeugnis nicht. "Wir haben kein Optimum, aber auch keine völlige Verfehlung. Es ist überall ein bisschen was gemacht worden", so Buggler. Die besten Noten gab es für die Kinder- und Jugendhilfe. "In diesem Bereich hat sich am meisten getan, etwa wenn ich an das Betreuungsverhalten in den Jugend-Wohngemeinschaften denke, das hat sich sehr verbessert", führt Buggler aus. Positiv beurteilt wurde auch die Arbeit in den Bereichen Flucht und Asyl sowie Integration und Migration. Speziell das große Angebot an Sprachkursen sei hier hervorzuheben. Kritisch hingegen sieht Buggler den großen Bereich der Pflege. "Das beinhaltet etwa die Ausbildung von Pflegekräften, was oft nur ein Schlagwort ist. Da braucht es wesentlich mehr Bemühen, um das wirklich voranzutreiben. Die demographische Entwicklung zeigt, dass der Bedarf künftig immer größer werden wird", hält der Experte fest. Ähnlich auch das Thema Wohnen, wo die Sozialeinrichtungen in ihrem Bericht mehr Notschlafstellen für Frauen mit Kindern und ohne Kinder fordern.

Stadt-Land-Unterschiede

Grundsätzlich ortet Buggler auch ein Stadt-Land-Gefälle, was das Angebot an sozialen Einrichtungen betrifft. "Der Zentralraum ist deutlich besser ausgestattet, in den Bezirken gibt es kaum Notunterkünfte und es fehlt an Hilfsstrukturen, um die Wohnungslosigkeit aufzufangen. Da muss Bewusstseinsbildung betrieben werden, denn hier passiert Wohnungslosigkeit oft im Dunkeln", betont er. Von der neuen Landesregierung, die am 22. April gewählt wird, erhofft sich Buggler ein klares Bekenntnis zum weiteren Ausbau der Sozialpolitik und einen langfristigen Plan, in dem auch die Finanzierung genau definiert wird.

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Was die Ausbildung von Pflegekräften betrifft, braucht es nach Ansicht der Sozialexperten wesentlich mehr Bemühen.
Armutskonferenz in St. Virgil Foto: Landesrat Heinrich Schellhorn, Inge Honisch, Landesrätin Martina Berthold, Robert Buggler

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