22.11.2017, 14:55 Uhr

Bahnhofsvorplatz bekommt ein neues Image

Soziologin Rosemarie Fuchshofer und Sozial-Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer am Bahnhofsvorplatz. (Foto: Stadt Salzburg)
SALZBURG (lg). Die Stadt Salzburg erarbeitet gerade ein soziales Platzmanagement für den von rund 25.000 Menschen pro Tag frequentierten Bahnhofsvorplatz. Jetzt liegen erste Studien-Analysen vor. Besonders positiv bewertet wird dabei das geplante Alkohol-Konsumationsverbot. Große Zustimmung gibt es auch für mehr Veranstaltungen, die die Gegend rund um den Südtiroler-Platz beleben.

Alkohol-Konsumationsverbot wird positiv bewertet

„Es zeigt sich schon jetzt klar, dass wir den Bahnhofsvorplatz dringend weiterentwickeln müssen. Es gibt da eine Gruppe von 30 bis 35 Personen, die permanent die Ordnung stört und für Unbehagen sorgt. Das wird mit dem kommenden Alkohol-Konsumationsverbot, das gerade ausgearbeitet wird, sicher besser. Wenn es da ist, spricht auch nichts gegen mehr Sitzgelegenheiten, die an erste Stelle bei den Wünschen stehen", schildert Vizebgm. Anja Hagenauer (SPÖ). Sie können sich auch ein Sozialzentrum mit Bewohnerservice und Bahnhofssozialdienst im näheren Umfeld vorstellen. „Was derzeit nicht funktioniert, das sind Teilbereiche des Vorplatzes. Aufgewertet werden muss unbedingt der Hain. Das gilt auch für die Busleiste A vorm Sissi-Denkmal und manchen Abgang in die Tiefgarage."

Sicherheit ist in der Nacht großes Thema

In Sachen Sicherheit fühlen sich knapp drei Viertel der Befragten tagsüber sicher. "Nachts hingegen sinkt das subjektive Sicherheitsempfinden auf unter 40 Prozent. 36 Prozent der Befragten gaben an, selbst schon ein unangenehmes Erlebnis am Bahnhofsvorplatz gehabt zu haben. Für 56 Prozent trifft dies nicht zu. Die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen sind für mehr als die Hälfte ausreichend bzw. gerade noch ausreichend", erklärt die Soziologin Rosemarie Fuchshofer, die mit der Analyse beauftragt wurde. Mittlerweile wurden von ihrem Team mehr als 100 standardisierte Interviews durchgeführt.
Wie Fuchshofer herausgefunden hat, arbeitet fast ein Viertel der befragten Nutzer des Bahnhofsvorplatzes in der Nähe. Knapp ein Fünftel sind Einpendler, ein Viertel sonstige Öffi-Nutzer. Rund ein Fünftel kommt zum Einkaufen her oder hat Post-, Bank- und Amtswege.

Imagewandel und Verbesserungen für Bahnhofsvorplatz

Auf die Frage „Was gefällt Ihnen am Bahnhofvorplatz gut, was weniger gut?“ vergaben 84 Prozent die Bewertung sehr gut und gut fürs Bahnhofsgebäude, 74 Prozent für die Zahl und Art der Geschäfte und 55 Prozent für Lokale und Gastronomie. Der neue Brunnen fiel mit nur 40 Prozent sehr gut und gut mittelmäßig aus, der Hain erhielt nur 22 Prozent positive Bewertungen, die aktuellen Wartebereiche am Platz bekamen nur 19 Prozent.

Nach Beendigung der Straßenbefragungen und Interviews mit Experten wird Fuchshofer ihre Analyse bis Jahresende abschließen und danach bis zum Mai in Workshops mit den wichtigsten Partnern einen Maßnahmenkatalog erarbeiten. „Mit diesem ‚Netzwerk Bahnhofsvorplatz‘ läuten wir dann konkrete Verbesserungen und einen Imagewandel ein“, so Hagenauer.
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